Carl-Zeiss-Planetarium Stuttgart

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Carl-Zeiss-Planetarium Stuttgart
Die Sonnenuhr davor
Der neue Projektor

Das Carl-Zeiss-Planetarium Stuttgart befindet sich derzeit im Mittleren Schlossgarten in Stuttgart. Neben dem eigentlichen Planetarium betreibt das Planetarium Stuttgart noch die Sternwarte Welzheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstes Planetarium (1928)[Bearbeiten]

Bereits zwischen 1928 und 1943 gab es in Stuttgart ein Planetarium, das in einer Kuppel auf dem Hindenburgbau untergebracht war. Initiiert und betreut wurde es v.a. vom Astronomen und Volksbildner Robert Henseling (1883-1964). Das Planetarium war mit einem ZEISS Modell II Projektor ausgestattet. Überreste davon sind im heutigen Planetarium im Kassenraum zu sehen. Das erste Stuttgarter Planetarium wurde bei einem Bombenangriff im Jahre 1943 zerstört.

Zweites Planetarium (1977)[Bearbeiten]

Den Grundstein für das heutige Planetarium legte der 1969 von der Carl-Zeiss-Stiftung an die Stadt Stuttgart gestiftete Projektor Zeiss VI A. Das A des Projektortyps steht für Automatik – der Projektor war der einzige, der von Zeiss mit einer Automatik ausgeliefert wurde – alle anderen Planetarien haben ihre Automatik teils selbst realisiert, teils darauf verzichtet. Der Bau des Planetariums konnte erst 1975 durch die Unterstützung zahlreicher Spender beginnen. 1977 wurde das von Wilfried Beck-Erlang (1924–2002) entworfene Gebäude eröffnet und anlässlich des 100. Todestages von Carl Zeiss am 3. Dezember 1988 von Planetarium Stuttgart in Carl-Zeiss-Planetarium umbenannt.[1]

Nach knapp 25 Jahren wurde der Projektor im Jahr 2001 durch das neueste Zeiss-Modell Universarium IX ersetzt. Lasershows gab es im Planetarium schon seit 1996 – seit einigen Jahren nun auch fest im Programm. Seit 2007 verfügt das Planetarium über eine All-Dome Laseranlage, heißt, es sind kuppelfüllende Laserprojektionen möglich. Seit 2009 wurde eine experimentelle Videoprojektion in Betrieb genommen, mit der Filme über die gesamte Kuppel gezeigt werden.

Gründungsdirektor war Hans-Ulrich Keller, der bereits an der Planung beteiligt war und bis 2008 das Planetarium leitete.[2] Aktueller Direktor ist Uwe Lemmer.[3]

Diskussion um einen Umzug[Bearbeiten]

Für Mitte 2011 war in Bad Cannstatt, in der Nähe des Neckarparks, die Eröffnung eines neuen Mobilitäts-Erlebniszentrums einschließlich eines neuen Planetariums vorgesehen. Das bisherige Planetariumsgebäude sollte das Informationszentrum für die Baustelle des Bahnprojekts Stuttgart 21 werden.[4] Nach längerer Diskussion entschied sich der Gemeinderat der Stadt Stuttgart am 18. Dezember 2009 gegen das Mobilitäts-Erlebniszentrum in Bad Cannstatt und stimmte mehrheitlich einer technischen Modernisierung des jetzigen Planetariums im Mittleren Schlossgarten zu. Im Jahre 2013 entschied der Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart, dass das Planetarium im Mittleren Schlossgarten verbleibt, unabhängig davon, ob irgendwann ein Science Center in Bad Cannstatt gebaut wird. [5] Wie bei vielen anderen Planetarien wird die traditionelle Projektionstechnik dann durch eine aufwändige Bilddatenbank ("digitales Universum") und eine kuppelfüllende Projektionstechnik ("FullDome-Video") ergänzt.

Sanierung 2015[Bearbeiten]

Ab Januar 2015 wird das Planetarium umfassend saniert, es wird u. a. die Full-Dome-Projektionstechnik installiert. Für voraussichtlich 7 Monate wird das Planetarium für den Publikumsverkehr geschlossen sein. [6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sterne und Weltraum. 2/2008, Spektrum Verlag, ISSN 0039-1263
  2. Thomas Wolff: „In 500 Millionen Jahren wird’s für die Lebewesen zu Ende sein“. Auf: echo-online.de, 30. März 2012. Abgerufen am 13. Juli 2013.
  3. Planetarium Stuttgart - Impressum. Abgerufen am 13. Juli 2013.
  4. Planetariumsgebäude wird Besucherzentrum für Stuttgart 21 (Version vom 24. Oktober 2010 im Internet Archive). In: Stuttgarter Zeitung, 26. August 2008
  5. [1]. In: Stuttgarter Zeitung, 24. April 2013
  6. für 7 Monate geschlossen Schwäbisches Tagblatt, 10. Februar 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Carl-Zeiss-Planetarium Stuttgart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.7833333333339.1869444444444Koordinaten: 48° 47′ 0″ N, 9° 11′ 13″ O