Carlos Gaviria Díaz

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Carlos Gaviria Díaz.

Carlos Gaviria Díaz (* 8. Mai 1937 in Sopetrán, Antioquia) ist ein kolumbianischer Rechtsanwalt, ehemaliger Magistrat des Verfassungsgerichts, sowie ein aktiver Politiker.

Am 28. Mai 2006 erzielte Gaviria mit 2.600.000 Stimmen (d. h. 22,04 %) das bis dato größte Wahlergebnis für eine linksgerichtete Partei in Kolumbien. Am 1. August 2006 wurde Gaviria zum Vorsitzenden der Partei Polo Democrático Alternativo (PDA) gewählt. [1] Er hat nun vor, seine Partei während der zweiten Amtszeit des Präsidenten Álvaro Uribe zur führenden Oppositionskraft werden zu lassen.

Bildung[Bearbeiten]

Gaviria hat einen Doktortitel in Jura und Politikwissenschaft von der Universität von Antioquia und besuchte Vorlesungen an der Harvard University als ein besonderer Student in den Bereichen Rechtsphilosophie, Verfassungsrecht und Politische Theorie. Er war Dekan und Dozent an der Universität von Antioquia. Einer seiner ehemaligen Studenten ist sein heutiger politischer Gegenspieler, President Álvaro Uribe Vélez.

Politische Karriere[Bearbeiten]

Während der 1990er Jahre wurde er Präsident von Kolumbiens Verfassungsgericht. Im Jahre 2002 wurde er zum Senator gewählt und vertrat die linksgerichtete politische Formation Frente Social y Politico, nachdem er bei den Wahlen das fünft-höchste Ergebnis erzielt hatte.

Er kandidierte für das Präsidentenamt Kolumbiens für die Amtszeit von 2006 bis 2010 als Kandidat der Partei Polo Democrático Alternativo, nachdem er die Blocknominierung gewonnen hatte gegen Antonio Navarro Wolff.

Umfragen gegen Ende April 2006 zeigten Gaviria auf dem zweiten Platz hinter dem derzeitigen Präsidenten Álvaro Uribe, d. h. noch vor Horacio Serpa Uribe von den Liberalen, der zum dritten Mal in Folge kandidierte. Gaviria verlor gegen Präsident Uribe bei den Wahlen im Mai 2006 mit einer Spanne von 62 % zu 22 %.

Politisches Anliegen[Bearbeiten]

Eines seiner politischen Hauptanliegen ist es, das sozio-ökonomische Modell Kolumbiens zu ändern, welches seiner Meinung nach einige der schlimmsten Eigenschaften des Kapitalismus aufzeige, sowohl auf der globalen als auch auf der lokalen Ebene. Auf diese Weise hat Gaviria vor, die Kluft zwischen Arm und Reich zu verringern.

Gaviria und viele seiner Unterstützer argumentieren, dass diese Kluft sich im letzten Jahrzehnt vergrößert habe und noch immer am Wachsen sei, insbesondere durch die ökonomischen Vorgaben von President Álvaro Uribes derzeitiger Regierung. Gaviria widerspricht Maßnahmen, die darauf abzielen, lokale und ausländischen Investitionen auf Kosten der Arbeiterklasse attraktiver zu machen, während zugleich die indirekten Steuern für die Armen erhöht und die Einkommenssteuern für die Wohlhabenden verringert werden.

Gaviria ist ebenfalls ein starker Verfechter von Kolumbiens Verfassung aus dem Jahre 1991, prinzipiell zumindest, glaubt jedoch, dass es notwendig sei, die Kapitel über menschliche, ethnische und politische Rechte vollständig umzusetzen, gleichzeitig jedoch einen Teil der Kontrolle wiederherzustellen, von der er meint, dass sie der Staat bzw. die Regierung über Wirtschaft und Gesellschaft haben sollte.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Oficina de Prensa: Carlos Gaviria, nuevo presidente del Polo (spanisch) Polodemocratico.net. 1. August 2006. Abgerufen am 6. Juli 2010.