Cementerio de la Almudena

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Haupteingang
Kapelle

Der Cementerio de Nuestra Señora de La Almudena ist ein Friedhof im östlichen Teil Madrids im Vorort Pueblo Nuevo gelegen und nach der Schutzpatronin von Madrid, der Jungfrau von Almudena benannt.

Er umfasst den zentralen Teil für Katholiken und den auf der anderen Seite der Landstraße nach Vicálvaro (heute: Avenida de Daroca) gelegenen zivilen Friedhof für Andersgläubige und Selbstmörder sowie den Jüdischen Friedhof.

Er ist mit mehr als 120 Hektar und mehr als fünf Millionen Beerdigter (Stand: 2007) der größte Friedhof Europas, eine Zahl, die weiter ansteigt, da der Friedhof weiterhin in Betrieb ist. An kirchlichen Feiertagen wie z.B Allerheiligen besuchen bis zu 300.000 Personen den Friedhof. Der Friedhof ist wegen seiner Größe befahrbar und hat mehrere Bushaltestellen in Innern und eine Metrostation in der Nähe des Haupteingangs. Die Anlage weist eine dreieckige Form auf und hat zwei Nebeneingänge.

Der Friedhof wurde am 15. Juni 1884 eröffnet. Die erste beigesetzte Person war ein 14 Monate altes Baby: Pedro Regalado Olmos y Ania.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten Pläne zu diesem Friedhof entstanden Mitte der 1860er Jahre, da die Stadt sich ausbreitete und abzusehen war, dass die sieben existierenden Madrider Friedhöfe an das Ende ihrer Kapazität gelangten. Der ursprüngliche Plan griff die Idee Königs Joseph Bonaparte, dem älteren Bruder Napoleons, vom Anfang des 19. Jahrhunderts wieder auf, auch im Osten und Westen Madrids einen Friedhof anzulegen, da es im Norden (Cementerio General del Norte; 1809 eröffnet) und Süden (Cementerio General del Sur; 1810 eröffnet) schon zwei Friedhöfe gab. Schlussendlich wurde aber nur der Friedhof im Osten Madrid angelegt, daher wird dieser Friedhof auch Cementerio del Este (Ostfriedhof) genannt.

Auf Druck der Bevölkerung, die den Gestank der Leichen aufgrund der unmittelbaren Nähe von Friedhof und Wohnhäusern nicht mehr aushielt, gab 1876 der Bürgermeister José Abascal y Carredano das Projekt zur Ausschreibung frei und die beiden Architekten Fernando Arbós y Tremanti (Erbauer des Panteón de Hombres Ilustres) und José Urioste y Velada wurden mit seiner Durchführung beauftragt. Die Arbeiten begannen im Jahre 1877, jedoch wurde der Friedhof aufgrund der Cholera-Epidemie der Jahre 1884–1885 vorzeitig in Betrieb genommen und erhielt zunächst den Namen Cementerio de Epedemias (Epidemie-Friedhof). Als Ort wurde ein Hügel mit 695 Metern Höhe ausgesucht, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten, von dem man auch eine gute Sicht auf den östlichen Teil Madrids hat. Die ursprüngliche Kapazität des Friedhofes war auf 62.291 Gräber ausgelegt. Es konnten 7000 Beerdigungen pro Jahr stattfinden, was der Hälfte der Toten Madrids in dieser Epoche gleichkam.

Aufbau[Bearbeiten]

Das Haupteingangstor mit Säulengang sowie die Kapelle mit Turm sind in modernistischem Stil gehalten. Direkt hinter dem Eingangstor auf der rechten Seite befindet sich der El Jardín del Recuerdo (Garten der Erinnerung), auf dessen Rasen Asche verstreut werden kann (Eine Bewässerungsanlage lässt diese schnell verschwinden.) Ein kleines Namensschild kann an einer Marmorwand angebracht werden.[2]

Auf der linken Seite befindet sich die Leichenhalle, die heute eine kleine Ausstellung ehemaliger Leichenwagen beherbergt. [3]

Capilla del Cementerio de la Almudena (Madrid) 03b.jpg

In der Mitte befindet sich die Kapelle, auf deren Kuppel der Engel Fausto eine Trompete hält. Der Legende nach soll demjenigen, der diese Trompete hört, sein eigener Tod oder der einer geliebten Person bevorstehen.[4]

1905 übernahm der Architekt Luis García Nava die Arbeiten, die erst 1925 mit der ersten Erweiterung und der offiziellen Einweihung abgeschlossen wurden. (81.638 Gräber und der Kapazität für 17.700 Beerdigungen pro Jahr). 1955 wurde der Friedhof zum zweiten Mal erweitert und später mit dem von Pedro Domínguez Ayerdi erbauten Krematorium ausgestattet. Die ersten Einäscherungen fanden ab 1973 statt.

Dank seiner enormen Kapazität konnten die andere sieben Friedhöfe am 1. September 1884 geschlossen werden: Die Friedhöfe: Cementerio de San Isidro, Cementerio de San Justo, Cementerio de Santa María und der Cementerio de San Lorenzo y San José können noch heute besucht werden, die Friedhöfe Cementerio General del Sur (1942 abgerissen), Cementerio General del Norte (Anfang des 20. Jahrhunderts verschwunden) und Cementerio de San Nicolás (1912 abgerissen) wurden aufgegeben.[5]

Einige der wichtigsten Denkmäler sind:

  • Kriegsdenkmal für die Gefallenen der División Azul
    Grabmal für die Gefallenen der Division Azul
  • Kriegsdenkmal für die Gefallenen der Legion Condor
    Grabmal für die Gefallenen der Legion Condor
  • Kriegsdenkmal für die Helden des Kubakrieges
  • Kriegsdenkmal für der Helden der Philippinen
  • Grabmal für de Gestorbenen im Theater Novedades (1928 Brandkatastrophe)
  • Gedenktafel für die Trece Rosas (13 füsilierte Frauen)
    Las Trece Rosas.jpeg

An der Außenwand der Friedhofs zur Straße Daroca hin wurden nach Beendigung der Bürgerkriegs von 1939 bis 1945 mehr als 2500 Menschen füsiliert, an die ebenfalls mit Grabtafeln erinnert wird.

Außenmauer mit Grabtafeln

Grabstätten bekannter Persönlichkeiten (Auswahl)[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cementerio de la Almudena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.abc.es/20111101/madrid/abcp-secretos-almudena-20111101.html
  2. http://viejomadrid.foro-activo.es/t619-semana-de-la-arquitectura-visita-guiada-al-cementerio-de-la-almudena-el-martes-pasado Führung über den Friedhof
  3. http://www.madridoculto.com/cementeriodelaalmudena.htm Fotos der Leichen-Karossen
  4. http://www.abc.es/20111101/madrid/abcp-secretos-almudena-20111101.html
  5. http://madripedia.es/wiki/Cementerio_de_La_Almudena Der Almundena-Friedhof bei Madripedia

40.425467356838-3.6458876694091Koordinaten: 40° 25′ 32″ N, 3° 38′ 45″ W