Manuel José Quintana

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Manuel José Quintana

Manuel José Quintana y Lorenzo (* 11. April 1772 in Madrid; † 11. März 1857 in Madrid) war ein spanischer Dichter und Dramatiker.

Leben[Bearbeiten]

Quintana studierte in Córdoba und Salamanca die Rechte und ließ sich sodann als Advokat in Madrid nieder, wo er nach und nach Fiskalagent der Handelsjunta, Theaterzensor, Generalsekretär der Zentraljunta und Sekretär im Übersetzungsbüro im Außenministeriums wurde.

Nach dem Einfall der Franzosen war er eines der tätigsten Mitglieder der patriotischen Partei und gründete mit anderen das Semanario patriótico, welches ganz besonders den Zweck hatte, zum Widerstand gegen die Fremdherrschaft zu ermuntern.

Auch redigierte er die Variedades de ciencias, literatura y arte, eine der besten spanischen Zeitschriften ihrer Art. Auch verfasste er die meisten Proklamationen und Manifeste der insurrektionellen Junten.

Trotzdem wurde er nach Ferdinands VII. Rückkehr als Verbreiter liberaler Ideen verfolgt und in Haft gehalten, bis die Revolution von 1820 ihm die Freiheit verschaffte.

In seine früheren Stellungen wieder eingesetzt, erhielt er 1821 noch den Posten eines Präsidenten der Generalstudienkommission, verlor aber bei der Restauration von 1823 alle jene Ämter abermals und zog sich, aus Madrid verwiesen, in die Extremadura zurück, bis er sich 1828 durch eine Ode auf die Vermählung Ferdinands VII. die Erlaubnis zur Rückkehr in die Hauptstadt erkaufte.

1833 wurde er wieder Sekretär im Übersetzungsbüro, später Mitglied der Ersten Kammer, Generaldirektor des öffentlichen Unterrichts und Erzieher der Königin Isabella II., welche ihn 25. März 1855 in öffentlicher Versammlung der Cortes zum Dichter krönte.

Werk[Bearbeiten]

Von Quintanas Gedichten, welche 1795 und 1802 erschienen, wurden besonders seine Oden ausgezeichnet, und unter diesen ist die Oda á la mar vorzugsweise berühmt.

Alle aber sind durch ihren Patriotismus ungemein populär geworden. Von geringerer Bedeutung sind Quintanas Dramen. Auch als Historiker hat Quintana sich einen Namen gemacht durch seine Vidas de Españoles célebres.

Endlich hat er sich durch seine geschmackvollen Anthologien aus den spanischen Dichtern: Poesías selectas castellanas desde el tiempo de Juan de Mena und Musa épica castellana um die Geschichte der spanischen Dichtkunst verdient gemacht. Gesammelt erschienen seine Werke im 19. Band von Luca de Tena y Bethencourts Biblioteca de autores españoles desde la formación del lenguaje hasta nuestros días (índices generales, tomos 72 a 225; Madrid: Rivadeneyra. Madrid: Ediciones Atlas, 1970), dann als Obras poéticas.

Werke Spanisch[Bearbeiten]

  • Vidas de españoles célebres: El Cid; Guzmán el Bueno; Roger de Lauria. Madrid: Espasa-Calpe, 1959.
  • Poesías completas. Ed., introducción y notas de Albert Dérozier. Madrid: Ed. Castalia, 1980. ISBN 84-7039-094-5.
  • Selección poética. Manuel J. Quintana. Ed. prep. por Rogelio Reyes Cano. Madrid: Ed. Nacional, 1978. Biblioteca de la literatura y el pensamiento hispánicos ; 33. H.

Werke Deutsch[Bearbeiten]

  • Lebensbeschreibungen berühmter Spanier. Übers. durch Wolf Grafen v. Baudissin. Berlin: Reimer, 1857.

Literatur[Bearbeiten]

  • Vila Selma, José: Ideario de Manuel José Quintana. Madrid: Consejo Superior de Investigac. Cientificas, 1961. Revista de literatura, Anejos; 19.
  • Dérozier, Albert: Manuel Josef Quintana et la naissance du libéralisme en Espagne. Paris: Les belles Lettres, 1968-70. Annales littéraires de l'Université de Besançon, 95, 105.
    • Dérozier, Albert: Manuel José Quintana y el nacimiento del liberalismo en España / Albert Dérozier. Trad.: Manuel Moya. Madrid: Turner, 1978.
  • Martínez Torrón, Diego: Manuel José Quintana y el espíritu de la España liberal (con textos desconocidos). Sevilla: Ed. Alfar, 1995. ISBN 84-7898-106-3.
  • Comín, Tomás de : Ligera ojeada o breve idea del imperio de Marruecos en 1822; (cartas a D. Manuel José Quintana). Nueva ed., precedida de una noticia editorial. Madrid : Ed. Hiperión, 1995 (Includes bibliographical references (p. 153-156)). ISBN 84-7517-460-4.

Weblinks[Bearbeiten]

Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn du den Artikel so weit überarbeitet hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dies belegt ist und er den heutigen sprachlichen Anforderungen genügt.

Um danach auf den Meyers-Artikel zu verweisen, kannst du {{Meyers Online|Band|Seite}} benutzen.