Charles De Coster

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Charles De Coster.

Charles Théodore Henri De Coster (* 20. August 1827 in München; † 7. Mai 1879 in Ixelles) war ein belgischer Schriftsteller. Sein Ulenspiegel, das Epos des Freiheitskampfes der Flamen gegen die spanische Unterdrückung, begründete die moderne französischsprachige Literatur Belgiens.

Leben[Bearbeiten]

De Coster wurde als Sohn eines Beamten des päpstlichen Nuntius in München geboren. Er studierte Jura und Literatur in Brüssel und lehrte dort später selbst Literatur.

Zeitweise arbeitete er als Bankangestellter, war beim belgischen Staatsarchiv angestellt und zeichnete als Herausgeber der Zeitschrift Uylenspiegel. Für kurze Zeit hatte er einen Lehrauftrag an der Militärschule in Brüssel.

Ab 1855 etablierte er sich als Journalist und freischaffender Schriftsteller. Mit seinen volkstümlichen Erzählungen hatte er großen Erfolg. Nach fast zehnjähriger intensiver Arbeit, für die er seine Stellung bei den belgischen Staatsarchiven aufgab, gelang es De Coster, mit seiner Übertragung der Abenteuer Till Eulenspiegels in die Zeit des Achtzigjährigen Krieges den großen flämischen Malern ein ebenbürtiges literarisches Werk gegenüberzustellen. Das Buch war zunächst allerdings kein wirtschaftlicher Erfolg. Nach der Erstveröffentlichung 1867 erfolgte eine illustrierte Ausgabe im Jahr 1869. Erst nach dem Tod De Costers wurde das Buch 1893 neu herausgegeben und erlangte eine größere Popularität.[1]

De Coster hatte sich während der Arbeit an dem Buch verschuldet und starb in Armut. [1]

Die Website belgischer Obödienzen benennt ihn als bekannten Freimaurer.[2]

Werke[Bearbeiten]

  • Contes brabançons (1861)
  • La légende et les aventures héroiques joyeuses et glorieuses d'Ulenspiegel et de Lamme Goedzak au pays des Flandres et ailleurs (1867)
  • Légendes flamandes (1858)
in Deutsch
  • Die Zigeuner. Übers. Anton Kippenberg. Insel-Almanach 1919. Wieder in Adalbert Keil Hg.: Das Volk der Nacht. Zigeunergeschichten. Reihe: Goldmanns Gelbe TB #1614. München 1964 (Anthologie) S. 66 - 81
  • Die Hochzeitsreise. Nach der deutschen Übersetzung bearbeitet von Hans Luckenwald. Antäus-Verlag. Lübeck/Leipzig 1939.
  • Die Mär von Eulenspiegel und Lamme Goedzak und ihren heroischen, ergötzlichen und rühmlichen Abenteuern in Flandern und anderen Ländern. Übersetzt und mit Nachwort von Georg C. Lehmann, Deutsche Buch-Gemeinschaft GmbH Berlin (ohne Jahresangabe)
  • Herr Halewyn. Eine flämische Märe. (Übers. Albert Wesselski), Insel Verlag, Leipzig 1916 (Insel-Bücherei 212)

Literatur[Bearbeiten]

  • A. Gerlo: Coster en Vlaanderen. Antwerpen 1959
  • Joseph Hanse: Charles de Coster. Bruxelles, Palais des Académie, 1990
  • Jean-Marie Klinkenberg: Style et archaïsme dans 'La Légende d'Ulenspiegel' de Charles De Coster. Bruxelles, Palais des Académies, 1973
  • Jean-Marie Klinkenberg: Charles De Coster. Bruxelles, Labor, 1985.
  • Leon L. Sosset: La vie pittoresque et malheureuse de Charles de Coster. Verviers 1938

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Charles De Coster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Kurt L. Walter van der Bleek (1914) Einführung in das Werk. in: Charles de Coster: Ulenspiegel und Lamm Goedzak. Jubiläums-Ausgabe. Berlin
  2. http://www.mason.be/en/celeb.htm