Charles Hatchett

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Charles Hatchett.

Charles Hatchett (* 1. Februar 1765 in London; † 3. Oktober 1847 in London) war ein englischer Chemiker und Mineraloge.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Hatchett wurde als Sohn eines bekannten Kutschbau-Unternehmers geboren. Als junger Mann nahm er die Gelegenheit wahr, eine Kutsche für Katharina die Große persönlich in Sankt Petersburg auszuliefern. Auf dieser Reise entwickelte sich sein Interesse für Chemie und Mineralogie.

Hatchett entdeckte 1801 das Element Niob, als er im Auftrag des Britischen Museums in London eine Columbitprobe analysierte.[1] Er nannte das Element Columbium zu Ehren von Christoph Kolumbus, dem Entdecker Amerikas,[2] was sich im angelsächsischen Sprachraum z.T. bis heute gehalten hat. Am 26. November 2001 trug er seine Entdeckung der Royal Society vor.[3][4] Hatchetts Entdeckung konnte erst nach seinem Tod bestätigt werden, als Heinrich Rose das Niob wiederentdeckte. Da diesem jedoch die Arbeiten Hatchetts nicht bekannt waren, benannte er das neu gefundene Element Niob.

Neben der Entdeckung des Niobs gelangen Hatchett zwischen 1796 und 1806 einige weitere Entdeckungen auf dem Gebiet der Mineralogie. Später war er Vizepräsident der Royal Institution of Great Britain. 1797 wurde er zum Fellow der Royal Society gewählt.

Um sich komplett dem Familienunternehmen widmen zu können, zog er sich später aus der Chemie zurück. Er wurde nun als Sammler von alten Büchern, Kunst sowie Musikmanuskripten und -instrumenten bekannt.

Ehrungen[Bearbeiten]

1798 wurde er mit der Copley Medal ausgezeichnet. Nach ihm ist der Charles-Hatchett-Preis benannt, welcher seit 1979 für Forschung und Entwicklung mit und über Niob vergeben wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. William P. Griffith, Peter J.T. Morris: Charles Hatchett FRS (1765–1847), Chemist and Discoverer of Niobium. The Royal Society Publishing. 22. September 2003. Abgerufen am 12. Februar 2015.
  2. Robert Jameson: System of Mineralogy, Vol. II.. Bell and Bradfute (et al.). 1805. Abgerufen am 15. Februar 2015: „... Mr Hatchett found it to contain a metal, which, from its properties, could not be referred to any hitherto known; hence he was of opinion that it should be considered as a new genus, to which he gave the name Columbium, in honour of the discoverer of America. (Mr Hatchett erkannte, dass es ein Metall enthielt, das auf Grund seiner Eigenschaften keinem bisher bekannten zugeordnet werden konnte; daher war er der Ansicht, dass es als neue Art zu betrachten sei, der er den Namen Columbium gab, zu Ehren des Entdeckers Amerikas.) ...'“
  3. Charles Hatchett: An Analysis of a Mineral Substance from North America, Containing a Metal Hitherto Unknown. In: Philosophical Transactions of the Royal Society of London. 92, 1802, S. 49–66. doi:10.1098/rstl.1802.0005.
  4. Charles Hatchett: Eigenschaften und chemisches Verhalten des von Charles Hatchett entdeckten neuen Metalls, Columbium. In: Annalen der Physik. 11, Nr. 5, 1802, S. 120–122. Bibcode: 1802AnP....11..120H. doi:10.1002/andp.18020110507.

Weblinks[Bearbeiten]