Cholesterische Flüssigkristallanzeige

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Cholesterische Flüssigkristallanzeigen (engl. Cholesteric Liquid Crystal Display, kurz ChLCD), sind eine auf der Basis von cholesterischen Flüssigkristallen aufgebaute Anzeigen. Dieser Typ von Flüssigkristallanzeigen wurde von der Firma Kent Displays entwickelt.

Die Pixel einer Anzeige haben einen bistabilen Zustand, den sie ohne anliegende Versorgungsspannung halten können. Damit bleiben dargestellte Bildinhalte erhalten, ohne weitere Energie zu verbrauchen (Zero-Power). Die Nachteile dieser Technologie sind die langsame Bildwiederholfrequenz und der eingeschränkte Temperaturbereich.

Bistabile Anzeigen werden beispielsweise als Preisschilder in Supermärkten oder im ÖPNV zur Darstellung von Fahrplänen [1] eingesetzt.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Durch Anlegen einer elektrischen Spannung lassen sich die cholesterischen Flüssigkristalle in drei Zustände überführen.

In der homöotropen Textur wird Licht nahezu ungehindert durchgelassen.

Die fokal-konische Textur ist ein instabiler Zwischenschritt. Wird die Spannung in dieser Phase weggenommen, so fällt das Display wieder in die homöotrope Phase zurück.

In der planaren Textur wird durch die Bragg-Reflexion ein Teilbereich des sichtbaren Lichts reflektiert.

Üblicherweise wird eine Absorptionsfläche hinter der Anzeige angebracht und beispielsweise durch eine schwarze Lackierung realisiert. Je nach Ansteuerung wird so einfallendes Licht entweder absorbiert oder reflektiert.[2]

Varianten[Bearbeiten]

  • Flexible ChLCD als farbveränderliche Gehäuse von Kent Displays[3]
  • Geameleon, großflächige Tafel aus farbigen ChLCD-Modulen[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ChLCD basierendes Anzeigesystem von BMG MIS.
  2. Peter M. Knoll: Displays – Einführung in die Technik aktiver und passiver Anzeigen. 1986, ISBN 3-7785-1357-5.
  3. Electronic Skin von Kent Displays.
  4. Geameleon von BMG MIS.

Siehe auch[Bearbeiten]