Ausscheidung

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Dieser Artikel behandelt den Begriff der Biologie und Medizin; zu anderen Bedeutungen siehe Ausscheiden und Elimination.

Als Ausscheidung bezeichnet man in der Biologie und Medizin die Abgabe von Stoffen über den Weg aus dem Körperinneren an die Körperoberfläche bis zur äußeren Umgebung, um sie aus dem Körper zu entfernen.[1] Zur Körperoberfläche zählen außer der außenliegenden Haut auch die innenliegende Schleimhaut des Verdauungstraktes und das Epithel der Lunge, der Gallenblase, sowie der ableitenden Harnwege. Diese Organe werden auch als Ausscheidungsorgane bezeichnet. Die ausgeschiedene Substanz ihrerseits wird ebenfalls als Ausscheidung bezeichnet.

Die Abgabe von Stoffen an die Körperoberfläche kann auch anderen Zwecken dienen, beispielsweise der Pflege oder dem Schutz.

Einem Ausscheidungsvorgang können diverse Stoffwechselvorgänge zugrunde liegen:

Im Falle des Verdauungstraktes können Ausscheidungen auf zwei entgegengerichteten Wegen an die Umgebung abgegeben werden: Zum einen in Richtung der Verdauung im Zuge der Defäkation als Stuhlgang, zum anderen entgegen der Verdauungsrichtung beim Erbrechen.

Medizin[Bearbeiten]

Clearance (deutsch Ausscheidung) bezeichnet in der Medizin das Entfernen einer bestimmten exo- oder endogenen Substanz aus einem Organismus.[1] Bei exogenen Stoffen wird die Clearance auch als Elimination bezeichnet.

Bei der renalen Clearance übernimmt die Niere die Ausscheidungsfunktion, die ösophageale Clearance reinigt die Speiseröhre von zurückgeflossenem Mageninhalt (auch Magensäure), die mukoziliäre Clearance entfernt Schleim, Bakterien und Fremdkörper aus dem Atemtrakt, um die Atemwege freizuhalten und Infektionen zu verhindern.

Abgrenzungen zu anderen Begriffen[Bearbeiten]

Nach dieser Definition handelt es sich beim Wasser, das die Lungen mit der Atemluft verlässt, nicht um eine Ausscheidung, sondern um einen unerwünschten Verlust, dessen Ausmaß von der Luftfeuchtigkeit der Außenluft abhängt - siehe auch Transpiratio insensibilis.

Das Schwitzen beim Menschen und das Hecheln beim Hund dienen alleine der Wärmeabfuhr. Auch hier wird zum Zweck der Thermoregulation (Aufrechterhaltung der Körpertemperatur) der Verlust von Körperwasser in Kauf genommen.

Ebenso ist Talg keine Ausscheidung, sondern ein der Körperpflege dienliches Sekret der Talgdrüsen, welches die Haut, das Haarkleid und die Befiederung geschmeidig und wasserabweisend macht.

Weitere Bedeutungen[Bearbeiten]

In der Metallurgie ist Ausscheidung ein Synonym für Abscheidung und kommt so im Wort Ausscheidungshärtung vor.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Hans-Hasso Frey, Felix R. Althaus: Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie für die Veterinärmedizin. Georg Thieme, 2007. ISBN 9783830410706. S. 19f.