Schweiß
Als Schweiß wird ein von der Haut mancher Säugetiere über so genannte Schweißdrüsen abgesondertes wässriges Sekret bezeichnet. Der als Schwitzen bezeichnete Sekretionsvorgang erfolgt hauptsächlich zur Thermoregulation des Tieres, dem durch Verdunstung die Verdunstungswärme von 2,42 Kilojoule je Gramm Schweiß entzogen wird. Neben diesem thermalen Schwitzen gibt es ein meist auf bestimmte Körperregionen beschränktes emotionales Schwitzen. Eine übermäßige, krankhafte Absonderung von Schweiß wird als Hyperhidrose bezeichnet, bei einer reduzierten oder völlig fehlenden Schweißproduktion spricht man von Hypo- bzw. Anhidrose.
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[Bearbeiten] Betroffene Tiere
Primaten, hier insbesondere der Mensch, Pferde, Hornträger und Kamele besitzen besonders viele Schweißdrüsen und schwitzen auch besonders viel. Bei Raubtieren beschränkt sich die Verteilung der Drüsen auf wenige Körperbereiche, insbesondere die Fußballen. Schweine und Nager besitzen keine funktionsfähigen Schweißdrüsen. Diese Tierarten nutzen andere Möglichkeiten zur Kühlung, z. B. Hecheln, Wälzen in oder Andrücken an (feuchten) Boden, Belecken des Fells.
[Bearbeiten] Weitere Funktion
Im Schweiß sind auch Sexualduftstoffe (Pheromone) enthalten, so dass dem Schweiß auch bei der Fortpflanzung bzw. der sexuellen Erregung des Sexualpartners Bedeutung zukommt. Die Bedeutung beim Menschen ist umstritten, da sich das Vomeronasalorgan, das zur Wahrnehmung dieser Geruchsstoffe dient, während der Embryonalperiode zu einem Rudiment zurückbildet.
[Bearbeiten] Mensch
[Bearbeiten] Zusammensetzung des Schweißes
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Die Zusammensetzung des Sekretes ist von persönlicher Konstitution, der Umgebungstemperatur, dem Akklimatisationszustand und der Arbeitsleistung sowie bedingt der Ernährung abhängig. Im Allgemeinen sind im menschlichen Schweiß folgende Stoffe enthalten:
- Wasser (etwa 99 Prozent)
- Natriumionen (45 mmol/l)
- Chloridionen (58 mmol/l)
- Kaliumionen (5–9 mmol/l)
- weitere anorganische Salze
- Harnstoff
- Harnsäure
- langkettige Fettsäuren
- Aminosäuren, Peptide wie Dermcidin
- Ammoniak
- Zucker
- Milchsäure
- Ascorbinsäure (Vitamin C)
- Cholesterin
Die restlichen anorganischen Stoffe sind in einer nicht nennenswerten Menge enthalten. Frischer Schweiß ist völlig geruchlos. Erst der Abbau von langkettigen Fettsäuren zu kürzeren Ketten wie Ameisensäure oder Buttersäure sorgt für den typischen Schweißgeruch. Dafür sind verschiedene zur natürlichen Hautflora zählende Bakterien verantwortlich. Eine Ausnahme bildet die Pubertät; durch verschiedene hormonell bedingte Vorgänge im Körper kann auch frischer Schweiß schon riechen.
[Bearbeiten] Menge
Ohne starke körperliche Aktivität oder heiße Umgebung verliert der Mensch ca. 100–200 ml Schweiß pro Tag. Bei schwerer körperlicher Arbeit können bis zu 2 kg Schweiß, zur Akklimatisierung bis zu 4 kg Schweiß produziert werden. Bei vermehrter Sekretion nimmt der Salzgehalt des Schweißes ab, wodurch übermäßiger Salzverlust vermieden wird.
[Bearbeiten] Literatur
- R. Klinke, H-C. Pape, St. Silbernagl: Physiologie, Georg Thieme Verlag Stuttgart 2005, 5., komplett überarbeitete Auflage, ISBN 3-13-796005-3
[Bearbeiten] Weblinks
- Schwitzen: „Von der Stirne heiß“ bei FAZ.NET
- Quarks & Co: Unser Schweiß (PDF, 925 KiB)
