Computer History Museum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Computer History Museum
Computerhistorymuseum-logo.svg
Logo des Computer History Museum
Daten
Ort Mountain View
Art Science Center und Technik-Museum
Eröffnung 2003
Leitung John C Hollar
Website www.computerhistory.org
Gebäude des CHM in Mountain View

Das Computer History Museum ist ein 1996 gegründetes Museum in Mountain View im Santa Clara County im US-Bundesstaat Kalifornien, das sich der Bewahrung und Darstellung der IT-Geschichte widmet. Es beherbergt eine der weltweit größten Sammlungen an Computern.

Geschichte[Bearbeiten]

Gordon Bell gründete 1979 mit finanzieller Unterstützung durch DEC das Digital Computer Museum.[1] Im September 1979 wurde in Camden das Museum eröffnet.

1983 wurde der Name in The Computer Museum geändert und ein Umzug nach Boston geplant. Zum 13. November 1984 bezog das Museum ein ehemaliges Lagerhaus, das gemeinsam mit dem The Children’s Museum of Boston genutzt wurde. Die Abkürzung TCM wurde für beide gemeinsam geprägt.

The Computer Museum History Center wurde 1996 als Außenstelle in Mountain View im Silicon Valley gegründet und die Baracken des ehemaligen Möbellagers des Marinestützpunkts Moffet Field dienten als erster Standort. Als Arbeitsauftrag galt das Sammeln von Artefakten und Geschichtsdaten vor Ort für das Museum.

Das Computermuseum in Boston wurde 1999 geschlossen und das Children’s Museum übernahm die Räumlichkeiten. Die dort verbliebenen Ausstellungsstücke übernahm das Science Museum in Boston.

Mit Ausnahme einer Vielzahl von Ausstellungsstücken um die Robotersammlung übergab das Science Museum im Jahr 2000 seine Computersammlung an das Computer Museum History Center. Sie wurde übergangsweise im großen Luftschiffhangar des Moffet Airfield gelagert.

2001 wurde der Name auf Computer History Center geändert.

Durch großzügige Spenden konnte im Jahr 2002 das ehemalige Verwaltungsgebäude von SGI erworben werden. Im Juni 2003 wurde der Betrieb im neuen Gebäude mit einer provisorischen Ausstellung aufgenommen. Aus Platzgründen konnten dort nur wenige Prozent des gesamten Fundus gezeigt werden; der Rest wurde in Lagerhäusern in der Umgebung eingelagert.

Nach einer 19 Millionen Dollar teuren und zwei Jahre dauernden Renovierung konnte das Museum mit der erweiterten Dauerausstellung Revolution: The First 2000 Years of Computing im Jahr 2011 wiedereröffnet werden.[2]

2012 begann das Museum mit der Archivierung von Quelltext wichtiger Software, beginnend mit der Programmiersprache APL.[3] Im Februar 2013 stiftete Adobe Systems den Photoshop-1.0.1-Quelltext für die Sammlung,[4][5] im November 2013 die Apple Inc. den Apple DOS-Quelltext des Apple II.[6][7] Am 25. März 2014 folgten MS-DOS 1.1, MS-DOS 2.0 sowie Word for Windows 1.1a, gestiftet durch Microsoft.[8]

Sammlung[Bearbeiten]

Die Sammlung umfasst ungefähr 90.000 Objekte, Filme und Fotografien, sowie eine Vielzahl von Dokumenten und digitalen Daten.[9] Zu den Ausstellungsstücken zählen Raritäten wie der Apple I, der Cray-1, der Cray-2, der Cray-3 oder der originale Utah Teapot, der Martin Newell als Vorbild für sein 3D-Modell diente, das auch heute noch ein Standard-Referenz-Modell für Computergrafik ist.

Das in Deutschland beheimatete Heinz Nixdorf MuseumsForum wirbt genauso wie das Computer History Museum damit, das größte Computermuseum der Welt zu sein.[9] Im Vergleich zum Heinz Nixdorf MuseumsForum, das über eine Dauerausstellungsfläche von 6.000 Quadratmetern verfügt, stellt das Computer History Museum seine Exponate auf einer wesentlich kleineren Fläche von 2.300 Quadratmetern aus. Bei der Zahl der Exponate liegt das deutsche Museum allerdings deutlich hinter dem amerikanischen zurück.[10][9]

Computer History Museum Fellow Award[Bearbeiten]

Seit 1987 vergibt das Museum den Computer History Museum Fellow Award. Die Preisträger sind Menschen, die bedeutende Beiträge zur Weiterentwicklung der Computertechnologie geleistet haben. In jedem Jahr werden von der Öffentlichkeit Vorschläge für mögliche Kandidaten entgegengenommen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die verschiedensten Leistungen für die Auszeichnung berücksichtigt werden können. Die endgültige Auswahl trifft dann ein Gremium aus Historikern, Wissenschaftlern, Vertretern der Industrie sowie Museumsmitarbeitern und früheren Preisträgern. Die erste Preisträgerin war die Computerpionierin Grace Murray Hopper. Zu den weiteren Preisträgern zählen unter anderen Konrad Zuse, der Erfinder des ersten Computers, Steve Wozniak, der den Apple I baute oder Linus Torvalds, der den Linux Kernel schrieb.[11]

Siehe Liste der Fellows des Computer History Museum.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Backgrounder – Presseinformationen auf der Museumswebseite
  2. Frank Patalong: Der Tempel der Computer-Kultur. In: Spiegel online. 23. Januar 2011, abgerufen am 25. November 2012.
  3. Len Shustek: The APL Programming Language Source Code (englisch) computerhistory.org. 10. Oktober 2012. Abgerufen am 15. Oktober 2013.
  4. Bryan Bishop: Adobe releases original Photoshop source code for nostalgic developers (englisch) theverge.com. 14. Februar 2013. Abgerufen am 15. Oktober 2013.
  5. Adobe Photoshop Source Code
  6. Len Shustek: Apple II DOS source code (englisch) computerhistory.org. 12. November 2013. Abgerufen am 30. November 2013.
  7. Matt Brian: Apple II's 35-year-old operating system is now open to the public (englisch) engadget.com. 13. November 2013. Abgerufen am 30. November 2013.
  8. Heise online: Quelltexte von MS-DOS und Word for Windows veröffentlicht, 25. März 2014. Abgerufen am 25. März 2014.
  9. a b c Ralph Meyer: Wetteifern um die Museums-Krone. In: nw-news.de. 6. Oktober 2012, abgerufen am 25. November 2012.
  10. Daten & Fakten. In: Heinz Nixdorf MuseumsForum. Abgerufen am 25. November 2012.
  11. Fellow Awards. In: Computer History Museum. Abgerufen am 25. November 2012 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Computer History Museum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

37.414371-122.076817Koordinaten: 37° 24′ 52″ N, 122° 4′ 37″ W