Cotton Club

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

40.818505555556-73.93736111111110000Koordinaten: 40° 49′ 7″ N, 73° 56′ 15″ W

Dieser Artikel behandelt den New Yorker Nachtclub Cotton Club. Für den gleichnamigen Artikel zum Film siehe Cotton Club (Film).

Der Cotton Club war ein Nachtclub in New York City, in dem während der Zeit der Prohibition in den 1920er und 1930er Jahren zahlreiche bekannte afroamerikanische Jazzmusiker und Entertainer wie Duke Ellington und Cab Calloway auftraten.

Der Club wurde 1920 von dem Boxchampion Jack Johnson als Club Delux in Harlem Ecke 142. Straße und Lenox Avenue eröffnet. 1923 wurde er von dem Alkoholschmuggler und Gangster Owney Madden übernommen und in Cotton Club umbenannt. Der Club entwickelte sich in der Zeit der Prohibition rasch zu einem bekannten Treffpunkt, auch für die New Yorker High Society. Die Inneneinrichtung reproduzierte ein rassistisches Klischee des Lebens von „wilden, primitiven Negersklaven“ in den ländlichen amerikanischen Südstaaten. Obwohl die im Club engagierten Musiker und Tänzerinnen praktisch ausschließlich Afroamerikaner waren, wurde nicht-weißen Gästen der Zutritt zum Club verwehrt.

Auch die auftretenden Musiker mussten sich in das gewünschte Bild einfügen. So wurde etwa von Duke Ellington erwartet, „Dschungelmusik“ zu spielen, woraus der Bandleader den später berühmt gewordenen Jungle Style entwickelte, das Markenzeichen seines Orchesters in den späten 1920er Jahren. Auf Drängen Ellingtons wurden die Zutrittsbestimmungen für Nicht-Weiße im Laufe der Jahre gelockert.

Der Cotton Club spielte eine wichtige Rolle für die Bekanntheit und Entwicklung zahlreicher Jazzbands der damaligen Zeit. 1923 trat dort die Band von Fletcher Henderson auf. Nach den Missourians war von 1927 bis 1931 das Orchester von Duke Ellington die Hausband des Cotton Clubs und wurde durch Radioübertragungen aus dem Club in den ganzen USA bekannt. Ab 1931 wurde die Band von Cab Calloway die Hausband, gefolgt ab 1934 von Orchester Jimmie Luncefords. Ferner traten Stars wie Louis Armstrong, Ethel Waters und Bill „Bojangles“ Robinson im Cotton Club auf. Die Sängerin Lena Horne, zunächst Mitglied der Tanztruppe, begann im Club ihre Solokarriere.

Der Cotton Club wurde mehrfach kurzfristig geschlossen, zunächst 1925 wegen Verstoß gegen die Prohibitionsgesetze und 1936 infolge der Rassenunruhen in Harlem im vorangegangenen Jahr. Der Club wurde 1937 an anderer Stelle in Manhattan (Ecke Broadway und 48. Straße) noch mal eröffnet, musste aber 1940 aus wirtschaftlichen Gründen seine Pforten endgültig schließen. 1978 öffnete in der 125. Straße in Harlem ein neuer Club gleichen Namens.

In der Kunst[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • James Haskins: The Cotton Club: A Pictorial and Social History of the most famous symbol of the Jazz Era, Random House 1977, Hippocrene Books, New York, NY 1994, ISBN 0-7818-0248-2.

Weblinks[Bearbeiten]