Dateimanager

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Ein Dateimanager (englisch File Manager) ist ein Computerprogramm zum Verwalten von Inhalten auf Dateisystemen, die sich auf unterschiedlichen Speichermedien befinden können. Neben der übersichtlichen Darstellung in Form einer (oft grafischen) Benutzerschnittstelle zählen das Auflisten, das Umbenennen und Verschieben, das Kopieren und das Löschen von Dateien und Verzeichnissen zu den Grundfunktionen. Gängig ist auch die Möglichkeit zur Bearbeitung von Metadaten unterstützter Dateisysteme, wie beispielsweise Dateiattribute, Dateiberechtigungen und Verknüpfung.

Geschichte[Bearbeiten]

Anders als im Server-Umfeld, in dem teils heute noch textbasierte Shells vorzufinden sind, entstand auf Personal Computern schon früh eine grafische Bedienoberfläche (englisch →Graphical User Interface, kurz “GUI”), in der die Aufgabe des Dateimanagements ein spezielles Programm übernahm: der Dateimanager. Anfang der 1980er Jahre findet man einfache Dateimanager beim Xerox Star oder bei der Apple Lisa. Weil diese Systeme für damalige Verhältnisse teuer waren setzten sie sich nicht durch. Erst Mitte der 1990er Jahre findet sich der Dateimanager als Teil des Standardrepertoires fast aller Desktop-Betriebssysteme. Bis dahin gab es einige meist textbasierte Dateimanager für die meistverbreiteten Betriebssysteme, etwa den Norton Commander unter DOS.

In aktuellen Betriebssystemen für PCs und Notebooks ist immer ein Dateimanager enthalten. Auch gibt es eine Vielzahl an Dateimanagern von Drittanbietern für alle gängigen Betriebssysteme, die dem enthaltenen Dateimanager meist in einigen Punkten überlegen sind.

Außer auf PCs findet man sie jedoch auch auf PDAs, eingebetteten Systemen (wie Routern oder Firewalls), Satellitenreceivern und Smartphones, obwohl sie auf vielen dieser Systeme meist nachinstalliert werden müssen. Der Grund hierfür ist einerseits die Computer-Sicherheit, andererseits wünscht der Hersteller eines solchen Geräts oft nicht, dass ein Anwender direkt am Dateisystem arbeitet.

Konzepte[Bearbeiten]

Es gibt mehrere (Darstellungs-)Konzepte von Dateimanagern, die unterschiedliche Metaphern für ihre Darstellung verwenden. Einige Programme unterstützen auch mehrere Konzepte.

Das am weitesten verbreitete Konzept stellen die navigatorischen Dateimanager dar, die in einem Fenster umschaltbar die Inhalte eines beliebigen Verzeichnisses darstellen, wobei sie eventuell noch eine Übersicht der Verzeichnisstruktur und ihrer Datei-Inhalte bieten, wie beispielsweise eine Baumansicht neben der Verzeichnisansicht.

Ebenfalls sehr verbreitet ist das räumliche Konzept (Spatial), bei dem für jeden geöffneten Ordner ein neues Fenster erzeugt wird, was als Entsprechung zum Umgang mit physischen Objekten wirken soll. Dabei ist ein einzelnes Fenster fest einem bestimmten Verzeichnis zugeordnet und umgekehrt.

Eine weitere wichtige Gruppe sind die Dateimanager nach Vorbild des Norton Commanders mit zweispaltiger Ansicht (englisch orthodox file manager), in der die Inhalte zweier Verzeichnisse gegenübergestellt sind.

Weiterhin gibt es jüngere Ansätze, die Verzeichnisstrukturen dreidimensional darzustellen.