Dead Mall

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Leerstände in der El Con Mall, 2009.
Ein leerstehender Teil der Shanghai Summit Shopping City in Shanghai, China, 2007.
Der früher von Dillard's angemietete Flügel der Tallahassee Mall, 2011
Das Marstall-Center in Ludwigsburg gilt nach Eröffnung eines weiteren Einkaufszentrums in der Innenstadt und nach Wegzug von Karstadt und von C&A als tot.[1]

Eine Dead Mall (deutsch: totes Einkaufszentrum) [2] ist ein Einkaufszentrum mit einer hohen Leerstandsrate oder einer niedrigen Kundenfrequenz, das Verfallserscheinungen zeigt. [3] In den USA werden Einkaufszentren als "tot" betrachtet, wenn es keinen Ankermieter mehr gibt, der einen hohen Kundenstrom generiert.[4] Ohne die durch den Ankermieter erhöhte Kundenfrequenz nehmen die Einnahmen der dadurch unrentabel werdenden verbliebenen Geschäfte ab, die Mieteinnahmen des Einkaufszentrums sinken, wodurch dieses nicht mehr in der Lage ist, Erhaltungsarbeiten zu finanzieren.[5] Ein leerstehendes Geschäftslokal eines Ankermieters wird als Ghostbox bezeichnet, Reste von Logos oder Reklamen werden als Markennarbe benannt.

Ursachen[Bearbeiten]

Der Verfall eines Einkaufszentrums beginnt mit dem sozioökonomischen Verfall seiner Umgebung oder der Eröffnung eines neueren, größeren Einkaufszentrums im selben Einzugsgebiet. Das Geschäftsmodell der Einkaufszentren wurde durch Veränderungen im Einzelhandelssektor erschwert: lokale und regionale Ketten wurden durch wenige nationale Ketten ersetzt. Einkaufszentren haben zumeist mehr Lokale für Ankermieter, als potentielle Mieter am Markt aktiv sind. Neue Handelsketten siedeln sich häufig in freistehenden Gebäuden an.[6]

Das Kundenverhalten entspricht nicht mehr dem Geschäftsmodell der Einkaufszentren. Kunden sind weniger bereit, lange Wege zu Einkaufszentren zurückzulegen und sich längere Zeit in diesen aufzuhalten. Das Angebot von Einkaufszentren wird vermehrt als unnötiger Luxus betrachtet, weshalb größere Geschäfte und konventionelle Einkaufsstraßen zeitsparend vorgezogen werden.[7] Das Geschäftsmodell der Einkaufszentren hat bislang nicht auf das vermehrte Entstehen von großen, freistehenden Geschäften reagiert.

Konkurrenz für herkömmliche Einkaufszentren erwächst durch Lifestyle Center, die Elemente von Power Centers, großen Einzelgeschäften und Einkaufsstraßen vereinen. Angesichts dieser Veränderungen erklärte Newsweek das Konzept des herkömmlichen Einkaufszentrums 2008 für obsolet.[8]

Verwertungsmöglichkeiten[Bearbeiten]

Einige tote Einkaufszentren wurden durch Neugestaltungsmaßnahmen reattraktiviert. Die Attraktivierung durch Umbauten oder Neuausstattungen kann neue Mieter anziehen, durch die die wirtschaftliche Basis des Einkaufszentrums wiederhergestellt werden kann. Eine Möglichkeit der Neugestaltung stellt der Umbau in einen Megastore dar.[9] Einige tote Einkaufszentren wurden einem anderen Verwendungszweck zugeführt. Die Park Central Mall in Phoenix und das Eastmont Town Center in Oakland beherbergen Bildungseinrichtungen.

Falls keine Nachnutzungmöglichkeit gefunden werden kann, wird das Gebäude abgerissen und die freigewordene Fläche für neue Bauprojekte genutzt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dead malls – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. LUDWIGSBURG: Marstall-Center: Es geht um alles oder nichts, Ludwigsburger Kreiszeitung vom 27. Juli 2012
  2. Greyfields and Ghostboxes Evolving Real Estate Challenges. Uwex.edu. Abgerufen am 16. Juli 2009.
  3. Recession Turns Malls Into Ghost Towns. Wall Street Journal: 22. Mai 2011
  4. Rick Newman: How To Tell When a Mall Is In Trouble, News.yahoo.com. 26. Juni 2009. Abgerufen am 16. Juli 2009. 
  5. Malls See Plenty of Action, but Less of It Is Shopping. New York Times: 10. Juli 2009
  6. Sami Finne, Hanna Sivonen: The Retail Value Chain: How to Gain Competitive Advantage through Efficient Consumer Response (ECR) Strategies. Kogan Page Publishers: 2008, S. 104
  7. The vanishing shopping mall, The Week. 26. März 2009. Abgerufen am 24. Oktober 2009. 
  8. Tony Dokoupil: Is the American Shopping Mall Dead?, Newsweek. 12. November 2008. Abgerufen am 24. Oktober 2009. 
  9. Ellen Dunham-Jones, June Williamson: Retrofitting Suburbia. John Wiley & Sons: 2011. S. 123.