Aachen
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Gesichtet (zur aktuellen Version) | ||
Dies ist die letzte gesichtete Version.
0 Änderungen stehen noch zur Sichtung an.
|
| Wappen | Karte | |
|---|---|---|
|
|
||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |
| Regierungsbezirk: | Köln | |
| Landschaftsverband: | Rheinland | |
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt | |
| Geografische Lage: | 50° 46' N, 06° 06' O Koordinaten: 50° 46' N, 06° 06' O | |
| Höhe: | 125–410 m ü. NN | |
| Fläche: | 160,83 km² (31.12.2005)[1] | |
| Einwohner: | 257.645 (30. Juni 2007)[2] | |
| Durchschnittsalter: | 39,4 Jahre (14. Januar 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 1.602 Einwohner/km² | |
| Postleitzahlen: | 52062–52080 (alt: 5100) | |
| Vorwahl: | 0241 / 02403 / 02405 / 02407 / 02408 | |
| Kfz-Kennzeichen: | AC | |
| Gemeindeschlüssel: | 05 3 13 000 | |
| NUTS : | DEA21 | |
| UN/LOCODE : | DE AAH | |
| Stadtgliederung: | 7 Stadtbezirke Haaren Laurensberg Eilendorf Richterich Brand Kornelimünster/Walheim Aachen-Mitte |
|
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Markt 52058 Aachen |
|
| Website: | www.aachen.de | |
| Politik | ||
| Oberbürgermeister: | Dr. Jürgen Linden (SPD) | |
| Mehrheit im Stadtrat: | SPD-Grüne | |
| Schulden: | 452,2 Mio. € (Stand: 31. Dezember 2005) | |
| Arbeitslosenquote: | 11,8 % (Februar 2008) | |
| Ausländeranteil: | 17,7 % | |
| Altersstruktur | ||
| 0–18 Jahre | 16,1 % | |
| 18–65 Jahre | 67,2 % | |
| ab 65 Jahre | 16,7 % | |
| Lage in Nordrhein-Westfalen | ||
Aachen ?/i (von altgermanisch Ahha „Wasser“, lateinisch Aquae Grani oder Granni, später Aquisgranum,[3] franz. Aix-la-Chapelle, niederl. Aken, luxemb. Oochen, Öcher Platt: Oche) ist eine nordrhein-westfälische kreisfreie Stadt und Kurstadt im Regierungsbezirk Köln, Mitglied des Landschaftsverbandes Rheinland und gehört ab dem 21. Oktober 2009 der Städteregion Aachen an. Aachen überschritt 1890 erstmals die Einwohnerzahl von 100.000, wurde so die westlichste deutsche Großstadt, und zählt heute zu den Verdichtungsräumen Nordrhein-Westfalens mit mehr als 250.000 Einwohnern. Die Stadt ist bekannt für ihre bis in die Jungsteinzeit zurückreichende Geschichte, ihr kulturelles und architektonisches Erbe und bedeutende Veranstaltungen, etwa den Karlspreis.
Aachen liegt auf deutscher Seite im Grenzgebiet zu den Niederlanden und Belgien (Euregio Maas-Rhein) am Nordrand der Eifel bzw. des Rheinischen Schiefergebirges. Die Eifel (siehe auch Nationalpark Eifel) und das Hohe Venn im Süden, weite Gebiete zwischen Niederrhein und Nedermaas sowie die Ardennen sind an Aachen angrenzende Landschaften. Nahe gelegene größere Städte sind Köln, Bonn, Lüttich (Belgien), Maastricht, Heerlen und Roermond (alle Niederlande), Mönchengladbach, Krefeld, Düsseldorf und Leverkusen. Außerdem grenzt Aachen im Norden und Osten an einen städtischen Verdichtungsraum, zu dem die Städte Herzogenrath, Übach-Palenberg, Alsdorf, Baesweiler, Würselen nördlich, Eschweiler nordöstlich und Stolberg östlich von Aachen gehören.
Das Wahrzeichen Aachens, der Aachener Dom und sein Domschatz wurde 1978 als erstes deutsches Kulturdenkmal und zweites Kulturdenkmal weltweit in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.
Aachen ist Bischofssitz und Sitz der RWTH Aachen, einer der größten und traditionsreichsten technischen Hochschulen Europas, die seit 2007 nach der Auswahl zur Förderung ihres Zukunftskonzeptes in der Exzellenzinitiative inoffiziell zu den vermeintlichen deutschen Eliteuniversitäten gezählt wird.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Aachen liegt im Dreiländereck Deutschland–Belgien–Niederlande, etwa 30 km nördlich des Hohen Venns in einer nach Nordosten geöffneten Mulde, in der die Wurm zur Rur fließt. Die Stadt befindet sich im Einzugsbereich der Maas, direkt in der Euregio Maas-Rhein am Fuß des linksrheinischen Schiefergebirges (Eifel), das südlich der Stadt beginnt.
Der höchste Punkt im Stadtgebiet beträgt 410 m ü. NN und liegt im äußersten Südosten der Stadt, der tiefste Punkt beträgt 125 m ü. NN und liegt im Norden der Stadt an der Bundesgrenze. Die Länge der Stadtgrenze beträgt 87,7 km, davon 23,8 km Grenze zu Belgien und 21,8 km Grenze zu den Niederlanden. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 21,6 km, die größte West-Ost-Ausdehnung 17,2 km.
[Bearbeiten] „Aachen“ in verschiedenen Sprachen
Die Stadt wird einer Vielzahl von Sprachen unterschiedlich bezeichnet:
| Sprache | Name | Aussprache in IPA |
|---|---|---|
| Deutsch | Aachen | [ˈaːxən] |
| Altgermanisch | Ahha | ['axa] |
| Aachener Platt | Oche | [ˈoːxə] |
| Niederländisch | Aken | [ˈaːkən] |
| Serbisch | Ahen/Ахен | [,ahen] |
| Französisch | Aix-la-Chapelle | [ɛkslaʃapɛl] |
| Polnisch | Akwizgran | [akfizgɾan] |
| Russisch | Аахен/Ахен | [aːxen] |
| Katalanisch | Aquisgrà | [əkizˈɣɾa] |
| Spanisch | Aquisgrán | [akisˈɣɾan] |
| Portugiesisch | Aquisgrão, Aquisgrana | [ˌakwiz'grɐ̃ũ], [ˌakwizˈgrɐ̃ːna] |
| Italienisch | Aquisgrana | [akwizˈgɾaːna] |
| Latein | Aquīsgrānum | [ˌakwiːsˈgɾaːnum] |
| Tschechisch | Cáchy | [ˈtsaːxi] |
| Chinesisch (Vereinfacht) | 亚琛 | [iɑ tʂʰən] (PY: yà chēn) |
| Chinesisch (Traditionell) | 亞亨 | [iɑ xɤŋ] (PY: yà hēng) |
| Chinesisch (Traditionell) | 亞琛 | [ɑː sɐm] (JP: aa3 sam1) |
| Thailändisch | อาเค่น | [ˈaːken] |
| Arabisch | آخن | [ˈʔɑːχɪn] |
| Bulgarisch | Ahen/Ахен | [,ahen] |
| Wallonisch | Åxhe | -- |
| Luxemburgisch | Oochen | -- |
| Limburgisch | Aoke | -- |
| Lettisch | Āhene | -- |
| Litauisch | Achenas | -- |
| Albanisch | Ahen | Ahen |
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Aachen. Sie werden im Uhrzeigersinn genannt, beginnend im Nordwesten:
Herzogenrath, Würselen, Eschweiler, Stolberg und Roetgen (alle Kreis Aachen); Raeren, Kelmis und Plombières (Provinz Lüttich in Belgien) sowie Vaals, Gulpen-Wittem, Simpelveld, Heerlen und Kerkrade (alle Provinz Limburg in den Niederlanden).
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Das Stadtgebiet gliedert sich in 7 Stadtbezirke mit je einer eigenen Bezirksvertretung und einem Bezirksvorsteher sowie einem eigenen Bezirksamt. Die Bezirksvertretung wird von der Bevölkerung des Stadtbezirks bei jeder Kommunalwahl gewählt. Die Stadtbezirke sind für statistische Zwecke teilweise in statistische Bezirke unterteilt. Diese haben eine zweistellige Nummer.
Die Stadtbezirke mit ihren zugehörigen statistischen Bezirken
- Aachen-Mitte: 10 Markt, 13 Theater, 14 Lindenplatz, 15 St. Jakob, 16 Westpark, 17 Hanbruch, 18 Hörn, 21 Ponttor, 22 Hansemannplatz, 23 Soers, 24 Jülicher Straße, 25 Kalkofen, 31 Kaiserplatz, 32 Adalbertsteinweg, 33 Panneschopp, 34 Rothe Erde, 35 Trierer Straße, 36 Frankenberg, 37 Forst, 41 Beverau, 42 Burtscheid Kurgarten, 43 Burtscheid Abtei, 46 Burtscheid Steinebrück, 47 Marschiertor, 48 Hangeweiher
- Brand: 51 Brand
- Eilendorf: 52 Eilendorf
- Haaren: 53 Haaren (mit Verlautenheide)
- Kornelimünster/Walheim: 61 Kornelimünster, 62 Oberforstbach, 63 Walheim
- Laurensberg: 64 Vaalserquartier, 65 Laurensberg
- Richterich: 88 Richterich
Unabhängig von der amtlichen Kennzeichnung besteht Aachen aus 47 Stadtteilen, hier sortiert nach Stadtbezirken:
- Aachen-Mitte: Beverau, Bildchen, Burtscheid, Forst, Frankenberg, Grüne Eiche, Hörn, Lintert, Pontviertel, Preuswald, Ronheide, Rothe Erde, Stadtmitte, Steinebrück, West
- Brand: Brand, Eich, Freund, Hitfeld, Niederforstbach
- Eilendorf: Eilendorf, Nirm
- Haaren: Haaren, Hüls, Verlautenheide
- Kornelimünster/Walheim: Friesenrath, Hahn, Kornelimünster, Krauthausen, Lichtenbusch, Nütheim, Oberforstbach, Sief, Schleckheim, Schmithof, Walheim
- Laurensberg: Gut Kullen, Kronenberg, Laurensberg, Lemiers, Orsbach, Seffent, Soers, Steppenberg, Vaalserquartier, Vetschau
- Richterich: Horbach, Huf, Richterich
[Bearbeiten] Bevölkerung
Die Stadt Aachen hat 257.645 Einwohner (Stand: 30. Juni 2007)[2].
Die Altersstruktur ist wie folgt: 0–18 Jahre: 16,1 %; 18–65 Jahre: 67,2 %; ab 65 Jahre: 16,7 %. Das Durchschnittsalter beträgt 39,4 Jahre (Stand: 14. Januar 2007).
Die Arbeitslosenquote beträgt 11,0 % (Stand: Mai 2007)
Der Ausländeranteil beträgt 17,7 %.
[Bearbeiten] Raumplanung
Neben dem Infrastruktur- und Dienstleistungsangebot Aachens besitzt die Stadt auch noch Fachkliniken und ein Universitätsklinikum (UK Aachen), verschiedene Theater (insbesondere das Theater Aachen), Museen, Fach- und Hochschulen und Regionalbehörden. Somit ist Aachen ein Oberzentrum.
[Bearbeiten] Klima
Aachen und Umgebung gehören zur gemäßigten Klimazone und weisen ein ozeanisches Klima auf, d. h. feuchtes Wetter, milde Winter und relativ ausgeglichene Temperaturen. Durch die Lage nördlich der Eifel und des Hohen Venns ist die Niederschlagsmenge (im Schnitt 805 mm/Jahr) in Aachen aufgrund der vorherrschenden Westwetterlagen vergleichsweise höher als beispielsweise in Bonn (669 mm/Jahr).
Ein weiterer Effekt der Lage am Nordrand der Eifel ist das Auftreten von Föhn bei südlichen Luftströmungen.
[Bearbeiten] Geschichte
→ Hauptartikel: Geschichte der Stadt Aachen
Das Gebiet um Aachen wurde schon vor langer Zeit besiedelt. Bereits im Neolithikum (der Jungsteinzeit) zwischen 3000 und 2500 v. Chr. wurde auf dem Lousberg Feuerstein abgebaut. In der Bronzezeit und der frühen Eisenzeit war Aachen von Kelten besiedelt, wie Hügelgräber im Aachener Wald beweisen. Nach den Kelten siedelten die Römer an den warmen Quellen. Ein römisches Militärbad ist im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung belegt. Zeugnisse späterer Besiedlung sind fränkische Gräber aus dem 7. Jahrhundert.
Der fränkische König Pippin der Jüngere baute in Aachen einen Hof und sorgte für die erste schriftliche Erwähnung Aachens 765 als Aquis villa. Pippins Sohn Karl, später Karl der Große genannt, erbte das Fränkische Reich und den Aachener Hof, den er zu seiner Residenz wählte und zu einer Kaiserpfalz mit Palast (an dieser Stelle steht heute das Rathaus) und Kapelle, der so genannten Pfalzkapelle, ausbaute (heute der Aachener Dom).
Karls Sohn, Ludwig der Fromme, wurde 813 in Anwesenheit seines Vaters im Obergeschoss der Pfalzkapelle zum Mitkaiser gekrönt. Karl der Große wurde am 28. Januar 814 im Vorhof der Kapelle beigesetzt. Eine weitere Krönung erfolgte Mitte des 9. Jahrhunderts in der Aachener Pfalzkapelle. Lothar I., der älteste Enkel Karls des Großen, krönte sich hier zum Kaiser.
Otto I. wurde 936 n. Chr. in Aachen zum ostfränkischen König gekrönt. Die Stadt blieb damit für die nächsten 600 Jahre Krönungsort der deutschen Könige. Bis 1531 wurden 31 deutsche Könige im Dom zu Aachen (oder: Aachener Münster) gekrönt, der letzte war Ferdinand I. Zum Weihnachtsfest im Jahre 1165 n. Chr. lässt Friedrich I., genannt Barbarossa, Karl den Großen heilig sprechen. Einige Tage später, am 8. Januar 1166, erhielt Aachen durch das sogenannte Karlsprivileg, einen Freiheitsbrief, die Stadtrechte sowie das Markt- und Münzrecht verliehen und wurde eine freie Reichsstadt. Seine Einwohner wurden von der Lehnshörigkeit befreit. Aus dieser Zeit stammt der Adler im Stadtwappen.
Der Bau des ersten Teils der Stadtmauer wurde 1171 n. Chr. begonnen, 86 Jahre später wurde der äußere Mauerring angelegt, dessen Bauzeit ca. 100 Jahre dauerte. Erst 1841 wurde die erste Wohnbebauung außerhalb des alten Stadtwalls errichtet; das Bahnhofsviertel und die Theaterstraße entstanden.
Aachen fiel nach sechsmonatiger Belagerung 1248 n. Chr. an Wilhelm von Holland, der hier zum König gekrönt wurde. Die Belagerung führte nur deshalb zum Erfolg, weil die Belagerer das Wasser der in den Talkessel fließenden Bäche unterhalb der Stadt aufstauten und damit die Stadt unter Wasser setzten.[4]
1258 n. Chr. wurde erstmalig der Tuchwalker erwähnt. Die Tuchfabrikation war jahrhundertelang der wesentliche Wirtschaftsfaktor Aachens. Bedingt durch die reichhaltigen Erzvorkommen in der Umgebung, z. B. Zinkerz (Galmei) am Altenberg (heute Kelmis) und in Stolberg, wurde Aachen ein europäisches Zentrum der Messingindustrie und der Kupferverarbeitung – insbesondere im 16. Jahrhundert. Mit den Religionswirren der Reformationszeit und der Vertreibung der Protestanten verließen viele Kupferschläger, die diesem Glauben angehörten, die Stadt und siedelten sich im liberaleren Umland (Vaals und Stolberg) an. Das heutige Aachener Rathaus wurde im Jahr 1349 auf den Resten der baufälligen Königshalle der Kaiserpfalz errichtet. Zuvor hat das Grashaus diese Funktion inne gehabt, wurde aber weiterhin bis ins 18. Jahrhundert hinein für Rats- und Gerichtsversammlungen parallel dazu genutzt. Ein weiteres Rathaus (der Pützer-Bau) wurde im Jahr 1903 am Katschhof errichtet. Es ist im 2. Weltkrieg teilweise zerstört und in den 1950er Jahren abgerissen worden, heute steht ein Verwaltungsgebäude an dieser Stelle.
Politisch eingebunden wurde Aachen auch 1500, wo Aachen Teil des Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreises wurde.
Für mehr Leben in der Stadt und mehr Tourismus sorgte die Gründung der Aachener Heiligtumsfahrt.
1601 beschloss man erstmals, eine Einwohnerzählung der Stadt Aachen durchzuführen, die ergab, dass 14.171 Einwohner in Aachen lebten, wovon jedoch nur 2.829 Bürger waren.
Am 2. Mai 1656 brach in der Backstube des Bäckers Peter Maw an der Jakobskirche ein Feuer aus, das fast das ganze gotische Aachen zerstörte. Sieben Menschen starben, 4664 Häuser wurden zerstört.
In der Folgezeit baute der aus Lüttich stammende Badearzt François Blondel Aachen zu einem der modernsten Badeorte Europas aus. In Aachen kursiert seit dieser Zeit der Satz: Was das Feuer zerstört hat, baut das Wasser wieder auf. Der Kurbetrieb wurde durch Möglichkeiten zum Müßiggang und zur Zerstreuung (Casino, Ballsäle) erweitert. Aachen wurde zum Modebad und beherbergte regelmäßig die europäische Prominenz. Dazu zählten Herrscher wie Zar Peter der Große von Russland und der preußische König Friedrich der Große ebenso wie der Komponist Georg Friedrich Händel.
Der Devolutionskrieg zwischen Spanien und Frankreich wurde 1668 mit dem Ersten Aachener Frieden beendet. Darauf folgend fand in Aachen 1748 in ein Friedenskongress statt, der den Österreichischen Erbfolgekrieg mit dem Zweiten Aachener Frieden beendete. In der Folge der Französischen Revolution besetzten deren Armeen 1794 Aachen und vereinten es mit Frankreich. Zahlreiche Kulturgüter wurden dabei nach Paris verschleppt. 1798 wurde Aachen zum Verwaltungssitz des den Niederrhein umfassenden Département de la Roer. Im Jahre 1802 wurde Aachen erstmals Bischofssitz, der nach 23 Jahren aufgelöst und 1930 nach 105 Jahren wieder errichtet wurde und dem Erzbistum Köln als Suffraganbistum unterstellt wurde. Nach dem Wiener Kongress wurde die Stadt 1815 in das Königreich Preußen eingegliedert und 1816 zunächst in der Provinz Großherzogtum Niederrhein Sitz einer preußischen Bezirksregierung und eines Landkreises, wobei die Stadt Aachen kreisfrei wurde. Ab dem 27. Juni 1822 gehört die Stadt mit dem gesamten Regierungsbezirk zur Rheinprovinz.
Die Einführung der Dampfkraft, vor allem in der Tuchindustrie, die fortschreitende Mechanisierung und die damit verbundene Arbeitslosigkeit sowie Frauen- und Kinderarbeit bei Niedrigstlöhnen führten zu Unruhen, die 1830 von bewaffneten Bürgern und Soldaten blutig niedergeschlagen wurden.
Nach dem Ersten Weltkrieg fiel 1918 ein Teil des Aachener Hinterlandes mit dem Kreis Eupen und Teilen der damaligen Kreise Monschau und Schleiden an Belgien. Aachen blieb elf Jahre lang von belgischen Truppen besetzt.
Die Zwischenkriegszeit bedeutete einen tiefen Einschnitt in das Wirtschaftsleben der Stadt Aachen. Insbesondere der „Ruhrkampf“, die Verschiebung der Zollgrenze an den Rhein sowie zunehmender Schmuggel entlang der Grenzen zu Belgien und den Niederlanden oder auch der Separatistenaufstand von 1923 trafen Aachen schwer. Hinzu kamen Reparationsleistungen und als negativer Höhepunkt die Weltwirtschaftskrise ab 1929.
1933 wurde die Städteverordnetenversammlung aufgelöst. Die leitenden städtischen und staatlichen Beamten wurden durch Mitglieder der NSDAP ersetzt. Eine Heiligtumsfahrt mit 800.000 Teilnehmern fand 1937 statt, die als stummer Protest gegen das NS-Regime gewertet wurde.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Aachen stark beschädigt, 65 % des Wohnraums wurden zerstört. Im Juli 1941 erfolgte der erste von fünf Luftangriffen. Durch die Grenzstadt Aachen kamen zehntausende Deportationsopfer, die in Belgien interniert worden waren, um anschließend per Reichsbahn durch Deutschland in die Konzentrationslager geschleust zu werden. 1944 erfolgte eine Zwangsevakuierung von Aachen, das am 21. Oktober 1944 nach sechswöchigem Kampf (Schlacht um Aachen) als erste westdeutsche Stadt von den Alliierten eingenommen wurde. Zu diesem Zeitpunkt zählte die Stadt nur noch 11.139 Einwohner. Die US-Amerikaner setzten als neuen Bürgermeister Franz Oppenhoff ein, der fast fünf Monate später von einer Werwolf-Gruppe als Kollaborateur ermordet wurde. Nach ihm wurde später die Oppenhoffallee benannt. Aachen wurde zunächst von amerikanischen, dann von britischen und später von belgischen Truppen besetzt. Beim Kaffeeschmuggel zwischen Belgien und Deutschland starben zwischen 1945 und 1953 40 Menschen an der so genannten Aachener Kaffeefront. 1946 wohnten in Aachen wieder 100.000 Personen und die Stadt wurde dem Land Nordrhein-Westfalen eingegliedert.
1950 wurde erstmalig der Internationale Karlspreis der Stadt Aachen für besondere Verdienste um Einigung und Frieden in Europa verliehen.
Bei der Gebietsreform durch das Aachen-Gesetz von 1972 wurde das Stadtgebiet Aachens durch die Eingemeindung von 5 Gemeinden (Brand, Eilendorf, Haaren, Kornelimünster, Laurensberg, Richterich und Walheim) mehr als verdoppelt, die Einwohnerzahl stieg auf 237.108. Der Kreis Aachen erhielt seine heutige Ausdehnung. Der Regierungsbezirk Aachen wurde jedoch aufgelöst und dem Regierungsbezirk Köln angegliedert. Im gleichen Jahr feierte das neue Klinikum Aachen Richtfest, das im Jahr 1985 vom damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau offiziell an die RWTH Aachen übergeben wurde.
Eine neue Synagoge in Aachen wurde 1995 unter Beteiligung internationaler Ehrengäste eingeweiht.
[Bearbeiten] Ursprung des Stadtnamens
Der Name der Stadt Aachen leitet sich vom Altgermanischen Ahha (wird wie Acha ausgesprochen) ab und bedeutet Wasser. Aachen war bis zur Erbauung des Aachener Doms vor allem wegen seiner zahlreichen Quellen bekannt, welche stark schwefelhaltiges, bis zu 74 °C heißes Wasser an die Oberfläche bringen. Die Quellen im Stadtteil Burtscheid gehören damit zu den heißesten Quellen Mitteleuropas. Diesen Quellen wird zugeschrieben, dass sie Rheuma und viele andere Krankheiten heilen sollen. Nicht zuletzt aus diesem Grund etablierte schließlich Karl der Große den Ort zu einer bedeutenden Stadt. Die mittelalterliche lateinische Ortsbezeichnung Aquisgranum bewahrt die Erinnerung an den römischen Badeort, der auf den keltisch-römischen Heilgott Grannus hinweist. Als Kurstadt darf sich die Stadt Bad Aachen nennen, jedoch wird diese Bezeichnung kaum verwendet, da die Stadt dann in Listen und Verzeichnissen nicht mehr an erster Stelle genannt würde. Das offizielle Logo der Stadt verzichtet mit der Bezeichnung Stadt Aachen ebenfalls auf den Titel als Kurbad.
[Bearbeiten] Die Karlshymne
Die Karlshymne ist eine Hymne aus dem 12. Jahrhundert, die zu Ehren des Kaisers Karl dem Großen geschrieben wurde. Heute ist sie die Landeshymne der Region Aachen mit dem Namen Urbs Aquensis (lat.: Aachen, Kaiserstadt, Du hehre). Diese wird zu besonderen Anlässen gespielt, so beispielsweise bei den Karlspreisverleihungen im Krönungssaal des Aachener Rathauses.
1. Strophe[5]:
| Originaltext (Latein) | Übersetzter Text |
|---|---|
| Urbs Aquensis, urbs regalis,
regni sedes principalis, prima regum curia. Regi regum pange laudes, quae de magni regis gaudes Caroli praesentia. |
Aachen, Kaiserstadt, du hehre,
alter Städte Kron´ und Ehre, Königshof voll Glanz und Ruhm! Singt dem Himmelskönig Lieder, Festesfreude füllet wieder Karls des Großen Heiligtum! |
[Bearbeiten] Religionen
[Bearbeiten] Christentum
Das Gebiet der Stadt Aachen gehörte von Anfang an zum Bistum Lüttich beziehungsweise dessen Archidiakonat Hasbanien, Dekanat Maastricht. Im Mittelalter war die Wurm die Grenze zum Erzbistum Köln. Kirchliche Rechte hatte der Herzog von Jülich. Im Jahre 1708 gab es in Aachen 17 Klöster. 1802 wurde Aachen Sitz eines eigenen Bistums, das jedoch 1825 wieder aufgehoben wurde. Danach gehörte das Gebiet zum Erzbistum Köln, bevor 1930 das Bistum Aachen erneut als Suffraganbistum Kölns errichtet wurde. Heute gehören die Pfarrgemeinden der Stadt zur „Region Aachen-Stadt“. Kathedrale des Bistums Aachen und Hauptkirche der Stadt ist der Aachener Dom.
Um 1530 begann in Aachen die Reformation. In den Folgejahren ließen sich vor allem protestantische (calvinistische) Tuchmacherfamilien in der Stadt nieder. 1544 wurde die erste Gemeinde gebildet, jedoch wurden den evangelischen Bewohnern auf Befehl des Kaisers ab 1550 alle öffentlichen Ämter versperrt. Der Rat der Stadt war aber gespalten und 1559 verließen die evangelischen Mitglieder den Rat, wonach viele Protestanten abwanderten. 1576 konnte dank Unterstützung der Zünfte der Rat wieder mehrheitlich mit Protestanten besetzt werden. In der Folgezeit gab es zunächst eine lutherische und drei reformierte Gemeinden. Die Freiheiten dauerten jedoch nicht lange an, da 1598 die Reichsacht über die Stadt verhängt wurde, infolgedessen der evangelische Rat zurücktrat. Alle Predigthäuser und Schulen wurden geschlossen. Viele Protestanten wurden ausgewiesen. Nach einem Aufstand der Protestanten konnte 1611/1612 vorübergehend wieder ein protestantischer Rat gebildet werden, doch 1614 wurde erneut die Reichsacht verhängt und die Protestanten ausgewiesen, teilweise sogar hingerichtet. Danach war die Zahl der Protestanten sehr gering, jedoch gab es stets evangelische Bewohner, die immer wieder versuchten, Einfluss in der Stadt zu gewinnen. Da sie jedoch keine eigenen Gemeinden bilden konnten, schlossen sich die lutherischen und reformierten Bewohner den Gemeinden in Vaals an.
Dort wurde 1736 eine protestantische Kirche errichtet. Nach Einmarsch der Franzosen gewannen die Protestanten allmählich ihre Gleichheitsrechte zu den Katholiken. 1802 erhielten sie die ehemalige Klosterkirche St. Anna für ihre Gottesdienste. Die inzwischen gegründete lutherische und reformierte Gemeinde fusionierte 1837 zur Vereinigten Evangelischen Gemeinde. Nachdem Aachen bereits 1815 preußisch geworden war und 1817 die Evangelische Kirche in Preußen als unierte Kirche gebildet worden war, gehörte die Gemeinde in Aachen zu dieser Kirche beziehungsweise zur rheinischen Provinzialkirche. 1838 wurde Aachen Sitz eines Superintendenten, aus dem später der heutige Kirchenkreis Aachen innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland hervorging. Die Evangelische Kirchengemeinde Aachen gliedert sich in vier Gemeindebereiche (Aachen-Mitte, Süd, West und Nord) mit jeweils mehreren Pfarrbezirken. Zum Gebiet der Stadt Aachen gehören jedoch noch drei weitere Gemeinden im Südosten: Eilendorf bildet eine eigene Gemeinde, Brand gehört zur Kirchengemeinde Stolberg, die Orte im Bezirk Kornelimünster/Walheim gehören zur Kirchengemeinde Kornelimünster-Zweifall. Der Evangelische Kirchenkreis Aachen umfasst jedoch außer den Gemeinden in Stadt und Kreis Aachen auch Eifelgemeinden im Kreis Euskirchen.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Aachen Freikirchen und sonstige christliche Vereinigungen beziehungsweise Gemeinden, darunter eine Alt-Katholische Gemeinde, die Apostolische Gemeinschaft, Freie Christliche Gemeinden, Orthodoxe Gemeinden (insbesondere eine große Griechisch-Orthodoxe Gemeinde) und eine katholische Koreanische Gemeinde. Ferner sind die Christengemeinschaft, die Zeugen Jehovas, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und die Neuapostolische Kirche in Aachen vertreten.
Aachen ist Sitz der katholischen Hilfswerke missio, Misereor und Die Sternsinger.
[Bearbeiten] Judentum
Die Aachener Synagoge wurde durch die Stadt Aachen an der Stätte der während der Novemberpogrome 1938 zerstörten alten Synagoge neu erbaut und 1995 der jüdischen Gemeinde übergeben. Die Jüdische Gemeinde Aachen mit ungefähr 1440 Mitgliedern[6] und einer eigenen Bibliothek besitzt auch einen jüdischen Friedhof sowie eine eigene Zeitung.
[Bearbeiten] Islam
In Aachen gibt es zwei Moscheen, die Yunus-Emre-Moschee und das islamische Zentrum (IZA) mit der Bilal-Moschee. Des Weiteren sind vier weitere Einrichtungen von islamischen Kulturzentren vorhanden.
[Bearbeiten] Eingemeindungen
In Aachen wurde am 1. Januar 1897 die bis dahin eigenständige Stadt Burtscheid in Aachen eingemeindet. Vor dieser ersten Eingemeindung betrug das Stadtgebiet 3056 ha. Drei weitere Eingemeindungen folgten, die mindestens 14 Gemeinden und Orte beinhalteten. Nach diversen kleineren Grenzänderungen und Neuvermessungen seit 1949 umfasst das Stadtgebiet heute eine Fläche von insgesamt 16.082,9 ha.
| Datum | Orte | Zuwachs in ha | Grafik |
|---|---|---|---|
| 1. Januar 1897 | Burtscheid | 858,6 | |
| 1. April 1906 | Forst | 1.145,7 | |
| 1. November 1922 | Sief, Bildchen und Lichtenbusch | 789,1 | |
| 1. Januar 1972 | Brand* , Eilendorf, Haaren* , Kornelimünster, Laurensberg, Richterich (ohne Bank und Wilsberg), Walheim, Oberforstbach sowie diverse kleinere Gebiete *ohne Randgebiete |
10.595 |
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
→ Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Aachen
1855 hatte Aachen mehr als 50.000 Einwohner. 1890 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Wenige Jahre später gemeindete sie die Kreisstadt Burtscheid aus dem Landkreis Aachen ein, wodurch sie Sitz der Kreisverwaltung wurde, was sie bis heute ist. Einen Bevölkerungszuwachs um rund 63.000 Personen erlebte die Stadt 1972 durch mehrere Eingemeindungen – die Einwohnerzahl stieg von 177.000 auf rund 240.000. Am 31. Dezember 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Aachen nach Fortschreibung des Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen (LDS) 258.208 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern) – historischer Höchststand. Der im Vergleich zu den Vorjahren stärkere Anstieg der Bevölkerungszahl im Jahre 2003 ist darauf zurückzuführen, dass die Stadt im gleichen Jahr die Zweitwohnsitzsteuer einführte, wodurch sich insbesondere viele Studenten gezwungen sahen, ihren Zweitwohnsitz bei der Stadtverwaltung gegen einen Hauptwohnsitz einzutauschen. Aus der Liste der Großstädte in Deutschland ist zu entnehmen, dass das jährliche Wachstum der Einwohner bei 0,94 % liegt und somit Aachen hinter Mainz (1,05 %) auf Platz 2 liegt im Vergleich aller aktueller Großstädte mit der jährlichen Wachstumsrate. Bis zum Jahre 2025 soll die Einwohnerzahl der LDS-Bevölkerungsprognose zufolge auf 282.500 anwachsen.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Oberbürgermeister und Rat
An der Spitze der Stadt Aachen stand zunächst ein königlicher Beamter. 1250 ging die Leitung auf den Rat über, dem ein Bürgermeister vorstand. Mitglieder des Rates waren zunächst nur lebenslang amtierende Schöffen. Seit dem 15. Jahrhundert waren auch die Zünfte vertreten. Dies wurde im so genannten Gaffelbrief von 1450, der bis 1794 galt, festgelegt. Jedoch konnten die Zünfte erst 1513 ihre ständige Mitgliedschaft im Rat erreichen. Die Mitgliederzahl schwankte mehrmals. An der Spitze standen meist zwei Bürgermeister, die aber nur ein Jahr amtierten und am 25. Mai ihr Amt wechselten. Die Ratsmitglieder übten neben ihrer Ratsmitgliedschaft meist noch wichtige Sonderämter in der Stadt aus. Nach dem Einmarsch der Franzosen 1794 wurde die Munizipalverfassung eingeführt. Stadtoberhaupt war der Maire. Ihm standen drei Beigeordnete und ein 30-köpfiger Rat zur Seite. In preußischer Zeit wurde 1815 aus dem Maire der Oberbürgermeister. Eine Neuordnung der städtischen Verfassung wurde erst 1845 mit der rheinischen Gemeindeordnung beziehungsweise 1856 mit der rheinischen Städteordnung eingeführt. Die Stadtverwaltung bestand weiterhin aus dem Oberbürgermeister und dem Rat.
Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als Stadtverordnete bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1995 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt.
Im Aachener Stadtrat sitzen 58 Ratsfrauen und Ratsherren. Der direkt gewählte Oberbürgermeister hat Stimmrecht (Politik) und leitet die Sitzungen. Derzeit sind im Aachener Rat folgende Parteien vertreten: CDU (22 Mitglieder), SPD (19 Mitglieder), Bündnis 90/Die Grünen (10 Mitglieder), FDP (3 Mitglieder), Die Linke (3 Mitglieder, die für Linkspartei.PDS, UWG Bürgerwille Aachen bzw. Gemeinsam gegen Sozialkahlschlag gewählt wurden) und ABL (Aachener Bürger Liste, ein Mitglied).[7].
| Partei | Sitze (1999)[8] | Prozent % (1999)[8] | Sitze (2004)[9] | Prozent % (2004)[9] | |
|---|---|---|---|---|---|
| CDU | 29 | 49,5 | 22 | 37,3 | |
| SPD | 19 | 32,3 | 19 (derzeit 18) | 32,0 | |
| Grüne | 6 | 10,9 | 10 | 17,6 | |
| FDP | 3 | 4,4 | 3 | 5,2 | |
| PDS | 1 | 2,2 | 1 (Linke 3) | 2,4 |
Die Mehrheit im Stadtrat wird von einer Koalition von SPD und Grünen gebildet. Nach Austritt von Ratsfrau Coracino aus der SPD verfügt diese Koalition seit dem 5.5.2008 jedoch nicht mehr über die Mehrheit im Rat.[10]
Am 26. September 2004 wurde Jürgen Linden (SPD) für weitere fünf Jahre zum Oberbürgermeister gewählt.
Eine vollständige Aufzählung der Oberbürgermeister seit 1815 und der Oberstadtdirektoren von 1946 bis 1995 findet sich in der Liste der Oberbürgermeister und Oberstadtdirektoren von Aachen.
Ein ständiges Thema der Politik ist die hohe Verschuldung der Stadt Aachen in Höhe von 452,2 Mio. € (Stand: 31. Dezember 2005).
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen der Stadt Aachen zeigt einen nach rechts (heraldisch) blickenden, rot bewehrten schwarzen Adler auf goldenem Grund. Die Stadtfarben sind schwarz-gelb. Das Wappen wurde zuletzt am 24. Januar 1980 durch die Hauptsatzung der Stadt festgelegt, ist aber schon sehr lange im Gebrauch. Der Adler symbolisiert das Reich und bringt so zum Ausdruck, dass die Stadt lange Zeit Krönungsstätte der deutschen Könige war. Viele Reichsstädte, also Städte, die dem Kaiser direkt unterstanden, haben einen schwarzen Adler auf Goldgrund im Wappen.
[Bearbeiten] Partnerstädte
|
|
sowie
|
[Bearbeiten] StädteRegion Aachen
Die Stadt Aachen hat durch öffentlich-rechtliche Vereinbarungen mit dem Kreis Aachen einige ihrer Aufgaben auf die StädteRegion Aachen übertragen, so Schulträgeraufgaben, Straßenverkehrsamt und Wirtschaftsförderung[11].
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Aachen hat mehrere bedeutende Industriezweige.
Zu nennen ist hier ein Werk des deutschen Reifenherstellers Continental AG, in dem vor allem besonders anspruchsvolle Reifen (für hohe Geschwindigkeiten) produziert werden.
Seit 1934 unterhält Philips, einer der weltweit größten Elektronikhersteller der Welt, Produktionsstätten in Aachen. Zunächst nur für Radiogeräte, seit dem Krieg aber ein Werk zur Produktion von Leuchtmitteln, in dem heute Niedervolt-Halogenlampen und Autolampen hergestellt werden. Ein weiteres Philips-Werk, in dem Bildröhren hergestellt wurden, ist vor einigen Jahren geschlossen worden.
Aachen ist ebenso Zentrum für Maschinenbau, Automation, Laser- und Umwelttechnologie, was von sehr großer wirtschaftlicher Bedeutung für die Stadt ist.
Weiterhin ist Aachen als Standort der Automobilindustrie bedeutend, sowohl durch ortsansässige Zulieferindustrie (z. B. Continental und Saint-Gobain) als auch durch bedeutende Institute der RWTH Aachen, die ihren Fokus auf der Automobiltechnologie haben. Die örtliche Automobilbranche hat sich großteils im euregionalen Netzwerk competence center automotive region aachen – euregio maas-rhein (car e. V.) zusammengeschlossen. Daneben gibt es eine Reihe von Forschungsbetrieben und Hochtechnologieunternehmen, oft als Spin-offs der Hochschulen.
Außerdem ist die Produktion von Süßwaren von bekannten Firmen wie Zentis (Konfitüren, Süßwaren, Fruchtzubereitungen), Lambertz (Lebkuchen, Printen), Lindt & Sprüngli (Schokolade, Pralinen) bedeutend. Die Aachener Printen sind weltberühmt.
Neben den oben genannten Unternehmen ist Aachen Standort vieler Industriebetriebe wie Grünenthal (pharmazeutische Produkte), Talbot (Schienenfahrzeuge) und Saint-Gobain (Glas). Aachen bietet gute Standortvorteile wegen einer dichten Infrastruktur mit Produktions- und Dienstleistungen auf engstem Raum; Internationalität und Mehrsprachigkeit; Platz zur Expansion und Raum zur Erholung; ein großes Potenzial an gut ausgebildeten Ingenieuren [12].
Auch der Tourismus spielt eine wichtige Rolle (854.491 Übernachtungen[13] in 4.000 Betten).
In der Vergangenheit war die Produktion von Nadeln und Tuchen der wichtigste Wirtschaftsfaktor. So waren in Aachen mehrere hundert Nadelfabriken ansässig. An fast allen Bächen waren Tuchfabriken und -färbereien vorhanden. Seit Anfang der 90er Jahre hat sich ein sehr deutlicher Strukturwandel vollzogen. Die Herstellung von Nadeln und Tuchen wurde nach Fernost verlagert. Die letzte Aachener Nadelfabrik stellte den Betrieb Ende 2004 ein, von den zahlreichen Tuchfabriken ist noch eine geblieben. Weitere Bedeutung hatte die Herstellung von Schienenfahrzeugen, Schirmen und Transformatoren. Auch diese Bereiche sind jedoch inzwischen stark reduziert oder völlig aufgegeben worden.
[Bearbeiten] Verkehr
[Bearbeiten] Bahn
Neben dem Hauptbahnhof gibt es die Bahnhöfe Aachen West und Aachen-Rothe Erde sowie die Haltepunkte Aachen-Schanz und Eilendorf. Der Schnellzug Thalys von Köln nach Paris fährt über Aachen, Lüttich und Brüssel. Auch der ICE International verkehrt auf der Strecke Brüssel–Lüttich–Aachen–Köln und weiter nach Frankfurt. Die Schnellzüge wechseln sich im Stundentakt ab. Aachen liegt somit an einer wichtigen Verbindung des transeuropäischen Schienennetzes. Demgegenüber sind die für Pendler wichtigeren Regionalverbindungen, insbesondere auf der Schnellfahrstrecke Köln–Aachen (NRW-Express (RE 1) und Rhein-Sieg-Express (RE 9)), seit Jahren unverändert stark verspätungsanfällig.[14] Auf der zweiten von Aachen ausgehenden innerdeutschen Strecke nach Mönchengladbach und von dort aus weiter nach Düsseldorf oder Duisburg über Krefeld findet seit etwa zehn Jahren kein Fernverkehr mehr statt.
Beide Strecken sind jedoch wichtige Magistralen des Güterverkehrs. Die zwei von Aachen ausgehenden Strecken nach Belgien – für den Personenverkehr nach Brüssel über Lüttich (Vesdretalstrecke) und für den Güterverkehr nach Antwerpen über Tongeren (Montzenroute) – sind die einzigen in Betrieb befindlichen Schienenverbindungen zwischen Deutschland und Belgien. Die direkte Verbindung in die Niederlande hingegen wurde stillgelegt, wobei eine Reaktivierung im Rahmen der Euregiobahn in ferner Zukunft geplant ist.
Wichtigere regionale Bahnverbindungen (Stand März 2006):
- RegionalExpress RE 1: Aachen–Düren–Köln–Düsseldorf–Duisburg–Essen–Bochum–Dortmund–Hamm (NRW-Express)
- RegionalExpress RE 4: Aachen–Mönchengladbach–Düsseldorf–Wuppertal–Hagen–Dortmund (Wupper-Express)
- RegionalExpress RE 9: Aachen–Düren–Köln–Siegen(–Gießen) (Rhein-Sieg-Express)
- RegionalExpress RE 29: Aachen–Welkenraedt–Lüttich (euregioAIXpress)
- RegionalBahn RB 33: Aachen–Mönchengladbach–Duisburg (Rhein-Niers-Bahn)
- RegionalBahn RB 20: Alsdorf/Heerlen–Herzogenrath–Aachen–Stolberg/Eschweiler-Weisweiler (euregiobahn)
[Bearbeiten] Besonderheiten
Eisenbahnhistorisch hat Aachen zwei Besonderheiten zu bieten: den ältesten noch befahrenen Eisenbahntunnel Deutschlands, den Buschtunnel, sowie das Viadukt in Aachen-Burtscheid. In der Nähe, in Belgien, befindet sich bei Moresnet das berühmte Geultalviadukt, das 2004 saniert wurde. Zu der Beendigung dieser Maßnahmen gab es einen großen Festakt mit Feuerwerk. Auch wurde eine Rundfahrt in Waggons des legendären Orient-Express angeboten.
Die traditionsreiche Waggonfabrik Talbot an der Jülicher Straße produzierte bis Anfang der 1990er Jahre Güter- und Personenwaggons, wie etwa doppelstöckige Wagen für die niederländische Staatsbahn oder den Talent. Nach der Übernahme durch den kanadischen Konzern Bombardier (seitdem Talbot-Bombardier) wurde ein Großteil der Fertigung nach Ostdeutschland und Tschechien verlegt. Mittlerweile wird in Aachen der Innenausbau von Personenzügen vorgenommen.
[Bearbeiten] ÖPNV
Im Jahr 1974 wurde die letzte Aachener Straßenbahnlinie stillgelegt. Seitdem beschränkt sich der Stadtverkehr auf Busse. Die Linien fahren innerhalb des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) und ins benachbarte Ausland, wie zum Beispiel nach Heerlen (NL), Kerkrade (NL) oder Eupen (B). Es gibt sechs Schnellbusse nach Alsdorf/Aldenhoven/Jülich (Linie SB11), Heerlen (Linie 44), Eschweiler (Linie 52), Roetgen/Simmerath (Linie SB63), Herzogenrath (Linie 147), Roetgen/Monschau (Linie 166) und Maastricht (Linie 50 der niederländischen Veolia, kein AVV-Tarif).
Den ÖPNV in der Stadt betreibt hauptsächlich die ASEAG (Aachener Straßenbahn und Energieversorgungs-AG) mit insgesamt 49 Buslinien (Stand 2008). Die Linie 14 wird gemeinsam mit der belgischen TEC, die Linie 44 mit der niederländischen Veolia Transport betrieben. Außerdem betriebt die RVE vier Linien im Aachener Stadtgebiet, eine davon zusammen mit Taeter Aachen. Dreh- und Angelpunkt des Aachener Liniennetzes ist der Bushof sowie der Elisenbrunnen, abgesehen von ein paar Ausnahmen wird dieser von sämtlichen Aachener Buslinien angefahren.
In Aachen gibt es ein gesondertes Nachtbusnetz. Dieses besteht aus acht Linien (N1 bis N7 und N13), welche die größten Linienachsen mit geändertertem Linienweg bedienen. Die Nachtlinien verkehren in den Nächten auf Samstage, Sonntage und Feiertage jeweils um 01:45 und 02:45 Uhr vom Elisenbrunnen/Bushof aus. Die Linienführung verläuft dabei sternförmig aus der Stadt heraus. Als einzige Nachtlinie verkehrt die Linie N1 zusätzlich noch um 03:45 Uhr.
In den 1990er Jahren gab es Versuche, wieder eine Stadt- und Straßenbahn einzuführen, das Projekt scheiterte jedoch an den Kosten und wird seit 1999 nicht mehr weiterverfolgt. Als Ersatz dafür fahren seit dem September 2005 zwei Doppelgelenkbusse des Typs Van Hool AGG 300 auf den Linien 5 und 45 zwischen Uniklinik und Driescher Hof bzw. Brand. Im Februar 2008 wurden aufgrund dieses erfolgreichen Probebetriebes sechs weitere Busse dieses Typs für den Verkehr auf den beiden Linien in Dienst gestellt.