Der Auftrag oder Vom Beobachten des Beobachters der Beobachter

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Der Auftrag oder Vom Beobachten des Beobachters der Beobachter ist eine Novelle von Friedrich Dürrenmatt. Das Buch ist in 24 einzelnen Sätzen geschrieben, die je ein Kapitel ausmachen. Es wurde im Jahre 1986 veröffentlicht und gehört damit zu den späten Werken des Autors. Dürrenmatt erzählt die Geschichte der Filmmacherin F., die den Auftrag erhält, einem Mord auf den Grund zu gehen und auf der Suche nach der Wahrheit selbst in die irrwitzige Geschichte verwickelt wird.

Hauptpersonen[Bearbeiten]

Die Filmmacherin F. ist die Hauptperson der Geschichte, die aus ihrer Perspektive geschildet wird. Sie ist eine bekannte Porträtfilmerin und folgt dem Geheimnis einer ermordeten Frau in einem roten Pelzmantel in die Wüste.

Otto von Lambert gibt F. den Auftrag, dem Mord an seiner Frau nachzugehen. Er ist Psychiater und glaubt, er sei mitschuldig am Tode seiner Frau, da er sie beobachtete und mehr wie eine Patientin behandelte als seine Frau.

Tina von Lambert, seine Frau, wurde allem Anschein nach in der Wüste bei der Al-Hakim-Ruine vergewaltigt und ermordet. Laut den Aussagen ihres Mannes hat sie an Depressionen gelitten und wurde deshalb von ihm behandelt und beobachtet.

Polyphem ist ein Kameramann und Kriegsberichterstatter, der in einem Bunker in der Wüste lebt und die Filmemacherin F. beobachtet, nachdem er bereits das Vergewaltigungsopfer gefilmt und beobachtet hatte.

Der Logiker D. ist ein Bekannter von F., bei dem sie Rat sucht bevor sie in die Wüste fliegt. Bei D. könnte es sich um Dürrenmatt selbst handeln.

Handlung[Bearbeiten]

Die bekannte Porträtfilmerin F. erhält vom Psychologen Otto von Lambert den Auftrag, die Ermordung von dessen Frau Tina von Lambert filmisch zu rekonstruieren und die Wahrheit über ihren Tod herauszufinden. Sie nimmt den Auftrag aus Neugierde an, obwohl sie dabei kein gutes Gefühl hat. Lamberts Frau wurde in der Wüste bei einer Ruine tot und vergewaltigt aufgefunden. Ihre Leiche war von Schakalen verunstaltet worden. Mit den Notizen, die ihr Mann über sie anfertigte, und Tinas Tagebuch macht sich F. auf Spurensuche; zuerst in der Schweiz, dann im Ausland.

So findet sie zum Beispiel im Tagebuch der Toten die Adresse eines schon länger nicht mehr in der Stadt lebenden und kürzlich verstorbenen Malers. Im Atelier, das sie unverschlossen in einem Zustand, als lebe der Maler noch dort, vorfindet, befindet sich ein Bild, das der Ermordeten sehr ähnlich sieht. Während sie sich in das Bild vertieft, hört sie sich entfernende Schritte, doch sieht sie die Person nicht. Als sie am Nachmittag wiederkommt, ist ein Filmteam, das eine Reportage über den Maler anfertigt, vor Ort und das genannte Bild fehlt.

Sie macht sich trotz Bedenken, das Bild sei die richtige Spur, auf in den Wüstenstaat, in dem die Frau ermordet wurde. Doch sie und ihr Filmteam haben keine Chance gegen die höheren Mächte des Landes, die sie die ganze Zeit überwachen und einen offensichtlich unbeteiligten Skandinavier erschießen.

Der Geheimdienstchef erzählt ihr, er wolle einen Staatsstreich des Polizeichefs verhindern. Um seine Unfähigkeit zu beweisen, werde er es F. ermöglichen, den Fall aufzuklären. Er bringt sie in ein Hotel, in dem auch die Ermordete bereits gewohnt hat, während ihr Filmteam zum Flughafen gebracht wird. Er erzählt ihr, Tina von Lambert hätte ihren Pass weitergegeben an eine dänische Journalistin. Die Ermordete war also die Journalistin. Und was war mit Tina? Die Person im Atelier war Tina, welche mit dem Regisseur des Films über den Maler eine Beziehung hatte. Deshalb auch das Bild.

F. trifft auf der Suche nach der Journalistin einen Kameramann, der sie erst für die ermordete Journalistin hielt, da sie ja im gleichen Hotel gelebt hatte. Als sich der Irrtum herausstellte, fährt dieser weg; später findet sie nur noch seine Leiche. Er ist umgebracht worden und wird von einem anderen Kameramann, der sich Polyphem nennt, gefilmt. Später nimmt er sie in Aussicht auf Material über die Journalistin in einen unterirdischen Bunker mit.

Es stellt sich heraus, dass ein Bombenflieger-Pilot im Vietnam-Krieg, in dessen Flugzeug er saß, ihn schwer verwundet (von einem Abwehrsystem getroffen) zum Stützpunkt zurückflog. Polyphem fühlte sich dem durch die Verletzung irre Gewordenen (er hatte mehrere Frauen vergewaltigt) verpflichtet, und besorgte ihm deshalb die Journalistin als Opfer für eine Vergewaltigung. F. sollte ihm zum gleichen Zweck dienen, der Irre wird aber in einen Panzerschrottplatz vom Geheimdienst- und Polizeichef erschossen, Polyphem flieht.

Ausgaben[Bearbeiten]

  • Friedrich Dürrenmatt: Der Auftrag oder vom Beobachten des Beobachters der Beobachter. Novelle in 24 Sätzen. Diogenes Verlag, Zürich 1988, ISBN 3-257-21662-9.
  • Friedrich Dürrenmatt: Der Auftrag oder vom Beobachten des Beobachters der Beobachter. Novelle in 24 Sätzen. Diogenes Verlag, Zürich 1991, ISBN 3-257-01730-8.
  • Friedrich Dürrenmatt: Minotaurus. Eine Ballade / Der Auftrag oder Vom Beobachten des Beobachters der Beobachter / Midas oder Die schwarze Leinwand. Diogenes Verlag, Zürich 1998, ISBN 3-257-23066-4.