Der Kommissar und sein Lockvogel

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Kommissar und sein Lockvogel
Originaltitel Dernier domicile connu
Produktionsland Frankreich, Italien
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1970
Länge 102 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie José Giovanni
Drehbuch José Giovanni
Produktion Jacques Rouffio,
Louis Daquin
Musik François de Roubaix
Kamera Étienne Becker
Schnitt Kenout Peltier
Besetzung

Der Kommissar und sein Lockvogel ist ein französisch-italienischer Kriminalfilm von José Giovanni aus dem Jahr 1970. In den Hauptrollen waren Lino Ventura und Marlène Jobert. Der Film wurde in der DDR unter dem Titel Gesucht wird: Roger Martin veröffentlicht.

Handlung[Bearbeiten]

Inspektor Leonetti ist ein erfahrener und hart zupackender Kommissar der Pariser Polizei. Für seine Verdienste wurde er mit dem Band der Ehrenlegion ausgezeichnet. Nachdem er den Sohn eines einflußreichen Anwalts bei einer Trunkenheitsfahrt im Bois de Boulogne verhaftet und zur Blutprobe auf ein Polizeirevier gebracht hat, gerät er durch Intrigen und Ränkespiele in Schwierigkeiten: Da Leonetti bei einem Unfall durch die Schuld eines Rasers Frau und Tochter verloren habe, sei er voreingenommen. Eine psychiatrische Untersuchung werde empfohlen. Um ihn fürs erste aus der Schußlinie zu nehmen, wird Marinetti in ein Pariser Polizeirevier versetzt. Hier wird ihm die junge Polizistin Jeanne Dumas zur Seite gestellt. Sie sollen Sittenstrolche in Kinos dingfest machen, wobei Dumas als Lockvogel dient. Sie bewundert den erfahrenen Leonetti sehr. Der Staatsanwalt Frank Lambert bittet Leonetti um Hilfe: Die Polizei sucht den Zeugen Roger Martin vergeblich. Ohne die Zeugenaussage von Roger Martin wird der Verbrecher Soramon nicht verurteilt werden können. Martin ist untergetaucht und bis zum entscheidenden Prozess verbleiben nur 7 Tage. Leonetti macht sich mit der Polizistin Dumas auf die Suche. Aber auch die Komplizen von Soramon suchen Martin, um ihn vor dem entscheidenden Prozess zu töten. Martin hat aus Angst vor den Verbrechern regelmäßig den Wohnort gewechselt. Leonetti findet heraus, dass Martin eine Tochter hat. Diese Tochter ist in ärztlicher Behandlung. Nach einem Arztbesuch können Leonetti und Dumas Martin und seine Tochter finden. Sie überreden Roger Martin, im Prozess gegen Soramon auszusagen. Aufgrund dieser Aussage wird Soramon verurteilt. In der Folge wird Martin von Soramons Handlanger Greg getötet. Dumas macht Leonetti schwere Vorwürfe. Leonetti räumt ein, dass er mit einer Ermordung Martins nach der Zeugenaussage gerechnet hat. Dumas wendet sich desillusioniert von Leonetti ab. Sie wirft ihm vor, dass es ihm lediglich um die Erfüllung eines dienstlichen Auftrags ging und Leonettis Arbeit das Todesurteil für Martin bedeutet hätte.

Wissenswertes[Bearbeiten]

  • Der Film beruht auf dem Roman The Last Known Address von Joseph Harrington.[1]
  • Die Filmmusik wurde im Titel Supreme von Robbie Williams verwendet.
  • Der Film wurde in Paris und dessen Vorort Cachan gedreht.[2]
  • Am Ende des Films wird das Zitat « Car la vie est un bien perdu quand on n’a pas vécu comme on l’aurait voulu. (Denn das Leben ist ein verlorenes Gut, wenn man es nicht so gelebt hat, wie man es hätte leben wollen.) »[3][4] des rumänischen Dichters George Coșbuc eingeblendet. Diese Maxime wird im Abspann fälschlicherweise Mihai Eminescu zugeschrieben.
  • Die französische TV-Erstausstrahlung am 19. Oktober 1997 auf Arte erreichte mit 2,446 Millionen Zuschauern eine relativ hohe Einschaltquote.[5]

Kritik[Bearbeiten]

  • Das Lexikon des Internationalen Films befand: „Menschlich packender und darstellerisch hervorragender Kriminalfilm, der trotz formaler Unebenheiten eine psychologisch stimmige Charakter- und Milieustudie zeichnet“[6]
  • Prisma befand: „Auch wenn Lino Ventura als einzelgängerischer Hardliner hier eine seiner typischen Rollen abliefert, handelt es sich um einen überdurchschnittlichen Krimi. Denn das Werk von José Giovanni, der mit Ventura im Jahr zuvor auch den Thriller "Im Dreck verreckt" verwirklichte, ist nicht nur spannend, sondern auch überaus gesellschaftskritisch. Giovanni und Ventura arbeiteten 13 Jahre später zum dritten und letzten Mal miteinander, als sie die Abenteuerkomödie Der Rammbock drehten.“[7]
  • Die ARD schreibt: „José Giovanni hat hier für Lino Ventura eine Rolle geschrieben, in der dieser sich von seiner besten Seite zeigen konnte. Leonetti ist ein Mann ohne Illusionen, mit einer gehörigen Portion Zynismus, um sich gegen die Widrigkeiten des Berufs und des Lebens behaupten zu können, aber nicht ohne verhaltene Sympathie für die junge Anfängerin, die noch Ideale hat. Weniger idealistisch demonstriert der gebürtige Korse Giovanni, vor seiner Karriere als Drehbuchautor und Regisseur selber mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, gleich zu Anfang des Films, wie sich das Recht auch drehen, wenden und missbrauchen lässt.“[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.literaturhaus-hamburg.de/partner/literatur-auf-arte
  2. http://www.imdb.com/title/tt0064225/locations
  3. Decebal către popor (Rumänisch)
  4. Decebal to his people (englische Übersetzung)
  5. Site d'Arte - historique des Thémas
  6. Der Kommissar und sein Lockvogel im Lexikon des Internationalen Films
  7. Prisma.de
  8. Programmvorschau ARD.de