José Giovanni

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José Giovanni (2001)

José Giovanni (* 22. Juni 1923 in Paris; † 24. April 2004 in Lausanne) ist das Pseudonym des französisch-schweizerischer Schriftstellers und Filmemachers Joseph Damiani.

Giovanni schrieb insgesamt 20 Romane, 33 Drehbücher und zwei Erinnerungsbücher und drehte 15 Filme und fünf Fernsehstücke. In seinen Filmen spielten unter anderem Jean Gabin, Alain Delon und Lino Ventura. Die Musik für etliche der Filme von José Giovanni schrieb der früh verstorbene François de Roubaix. Ähnlich wie bei Sergio Leone und Ennio Morricone hat diese Synthese zwischen Film und Musik einige Meisterwerke geschaffen.

Als Jugendlicher war er als Bergführer tätig. Zudem kämpfte Giovanni im Zweiten Weltkrieg in der französischen Résistance. Nach dem Krieg wurde er wegen eines Verbrechens zum Tode verurteilt. Er kam jedoch durch die Intervention seines Vaters wieder frei. In den letzten Jahren seines Lebens engagierte er sich in der Gefängnisarbeit und der Bekämpfung der Jugendkriminalität.

In der BRD sorgte sein 1976 gedrehter und 1977 ausgestrahlter Beitrag zur Krimireihe Der Alte für einen regelrechten Skandal, da der Kommissar hier den Täter mit unlauteren Mitteln überführte. Polizeigewerkschaften protestierten, das ZDF musste sich rechtfertigen. Das Schweizer Fernsehen und der Österreichische Rundfunk zeigten die Folge gar nicht, auch im ZDF blieb sie daraufhin länger gesperrt und wurde bei Wiederholungen ausgelassen. Erst als die Reihe 2003 auf 3sat wiederholt wurde, war die Folge erstmals wieder zu sehen. Giovanni sollte noch einen zweiten Beitrag zur Krimiserie liefern, der dann aber aufgrund der Polizeiproteste bei Der Alte schlägt zweimal zu nicht zustande kam.

Filmographie[Bearbeiten]

Regie[Bearbeiten]

  • 1967 - Rache ist nicht nur ein Wort (La loi du survivant)
  • 1968 - Im Dreck verreckt (auch: Fremder, wohin gehst du?) (Le Rapace)
  • 1970 - Der Kommissar und sein Lockvogel (Dernier domicile connu)
  • 1970 - Wild C.A.T.S. (Un aller simple)
  • 1971 - Was ist mit Tom geschehen? (Où est passé Tom?)
  • 1972 - Der Mann aus Marseille (La Scoumoune)
  • 1973 - Endstation Schafott (Deux hommes dans la ville)
  • 1975 - Der Zigeuner (Le Gitan)
  • 1976 - Wie ein Bumerang (Comme un boomerang)
  • 1976 - Der Alte: Der Alte schlägt zweimal zu (Folge 3 der Kriminalserie mit Siegfried Lowitz)
  • 1979 - Der Weg ins Paradies (Les égouts de paradis)
  • 1980 - Eine schwarze Robe für den Mörder (auch: Verdammt zum Schafott) (Une robe noire pour un tueur)
  • 1983 - Der Rammbock (Le Ruffian)
  • 1984 - Der Weekend-Killer (Le Tueur De Dimanche) (Fernsehfilm)
  • 1986 - Unter Wölfen (Les Loups entre eux)
  • 1987 - Die Wölfin (auch: Der Kampf einer Mutter) (La Louve, auch: La peche aux anges) (Fernsehfilm)
  • 1988 - Mein Freund, der Verräter (Mon ami le traitre)
  • 1991 - L'Irlandaise (Fernsehfilm)
  • 1996 - Crime à l'altimètre (Fernsehfilm)
  • 2000 - Mein Vater (Mon père, il m'a sauvé la vie)

Drehbücher für Filme anderer Regisseure[Bearbeiten]

Literarische Vorlagen[Bearbeiten]

  • 1960 - Das Loch (Le Trou) - Regie: Jacques Becker
  • 1965 - Die großen Schnauzen (Les grandes gueules) – Regie: Robert Enrico
  • 1966 - Die Abenteurer (Les aventuriers) – Regie: Robert Enrico
  • 1968 - Ho! – Regie: Robert Enrico

Weblinks[Bearbeiten]