Deutsche Alzheimer Gesellschaft

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Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
(DAlzG)
Logo-deutsche-alzheimer-gesellschaft.png
Zweck: Selbsthilfe für Demenzkranke und ihre Angehörigen
Vorsitz: Heike von Lützau-Hohlbein
Gründungsdatum: 1989
Sitz: Berlin
Website: http://www.deutsche-alzheimer.de

Die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz (DAlzG) und ihre Mitgliedsgesellschaften sind Selbsthilfe-Organisationen. Die Organisation will die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Familien verbessern. Die Demenz vom Alzheimer-Typ ist die häufigste Form der mit zunehmendem Alter häufigeren Demenzerkrankungen.

Anfang der 1980er Jahre schlossen sich Angehörige von Demenzkranken und berufliche Helfer an einzelnen Orten in Deutschland und Selbsthilfegruppen zusammen, um wirksamer für die Interessen der Betroffenen einzutreten. Dies geschieht gemeinsam durch Angehörige und professionelle Fachkräfte der Sozialen Arbeit, der Pflege und der Geriatrie.

Die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft hat rund 15.000 Mitglieder in 124 angeschlossenen Organisationen (Stand Oktober 2010).

Organisation[Bearbeiten]

Die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft ist der Bundesverband von Alzheimer-Landesverbänden sowie von regionalen und örtlichen Gesellschaften oder Gruppen. Die bundesweite Gesellschaft wurde 1989 als gemeinnütziger Verein gegründet. Ihre erste Vorsitzende war Eleonore von Rotenhan (1989-1993). Die Initiative ging von Hans Lauter, damals Chef der Psychiatrie an der TU München, und dem damalige Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft München, Koch [1].

Ihre derzeitige Vorsitzende ist Heike von Lützau-Hohlbein, München. Weltweit gibt es 76 nationale Alzheimer-Gesellschaften, die im Dachverband "Alzheimer’s Disease International" (ADI) zusammengeschlossen sind.

Landesverbände in Deutschland bestehen in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Die Geschäftsstelle, in Berlin seit 1997, hat 13 angestellte Mitarbeiter, überwiegend in Teilzeitstellen (Stand: November 2011). Der Fachliche Beirat wird vom Vorstand für die Dauer von drei Jahren berufen, um den Vorstand bei Entscheidungen, die besondere fachliche Kompetenz erfordern, zu beraten.

Die Organisation unterhält außerdem sechs ständige Arbeitsausschüsse, deren Mitglieder vom Vorstand berufen werden und diesen zu Themen wie Ethik, Häusliche Versorgung, Rehabilitation oder Technische Hilfen fachberatend unterstützen. So hat der Arbeitsausschuss Qualität in der Arbeit der Alzheimer-Gesellschaften entsprechende Leitsätze verfasst. Im Arbeitsausschuss Ethik ist seit 2011 das Ethikratsmitglied Michael Wunder tätig.

Der Verein organisiert unter anderem die Information und Gründung lokaler Selbsthilfegruppen zur gegenseitigen Unterstützung. Es gibt seit Januar 2002 ein bundesweites Alzheimer-Telefon, das jährlich über sechstausendmal angerufen wird[2].

Die DAlzG wird vornehmlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert, erhält jedoch für ihre Informations- und Beratungstätigkeit auch Unterstützung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Veröffentlichungen, Kongresse, Forschungsförderung[Bearbeiten]

Als Interessenvertretung der Demenzkranken und ihrer Angehörigen nimmt die DAlzG regelmäßig Stellung zu einschlägigen gesetzgeberischen Vorhaben und veröffentlicht eigene Forderungen[3]. Neben Informationsbroschüren vertreibt die Alzheimer Gesellschaft auch mit dem Alzheimer Info seit 2010 eine vierteljährlich erscheinende Mitgliederzeitschrift.

1997 fand der 1. Alzheimer-Kongress in Stuttgart statt. Es folgten weitere Kongresse 1999 in Berlin, 2002 in Friedrichshafen, 2004 in Lübeck und zusammen mit dem 22. internationalen Alzheimer-Kongress 2006 in Berlin. Der 7. Kongress der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft fand vom 18. bis 20. Oktober 2012 in Hanau statt.

Außerdem werden regelmäßig fachspezifische Tagungen durchgeführt, z. B. im Juni 2012 zum Thema „Miteinander – Füreinander“: Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in die Gemeinschaft einbeziehen.

Die DAlzG vergibt alle zwei Jahre eine Forschungsförderung, mit der insbesondere Projekte der Versorgungsforschung unterstützt werden, deren Ergebnisse zur Verbesserung von Therapie und Versorgung von Demenzkranken und ihren Angehörigen erkennbar beitragen können.

Hilfsangebote[Bearbeiten]

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft bietet eine Vielzahl von Hilfsangeboten für Betroffene und deren Familien an, darunter ein speziell entwickeltes Schulungsprogramm, das pflegende Angehörige kostenlos besuchen können. Dieses Schulungsprogramm wurde im Jahre 2003 mit dem Oskar-Kuhn-Preis, erster Platz in der Kategorie Praxis ausgezeichnet.

Neben Informationsmaterial zu rechtlichen, praktischen und ethischen Fragen bietet die DAlzG aktuelle Veranstaltungshinweise, ein Blog und Foren zum Austausch sowie ein sogenanntes Alzheimer Telefon an, das professionelle Beratung für Kranke und Angehörige ebenso wie für Pflegekräfte anbietet.

Im Januar 2011 wurde das im Rahmen des Jugendwettbewerbs „Alzheimer and you“ entstandene Praxishandbuch für den Unterricht veröffentlicht. Es stellt eine praktische Handreichung für Lehrer und andere Pädagogen dar, die das Thema Demenz im Unterricht oder in Jugendgruppen aufgreifen und kreativ umsetzen wollen.

Hilfreich für seelisch bereits beeinträchtigte Angehörige wäre ein Angebot zur Unterstützung bei der zusätzlich belastenden Heimsuche und bei der Überwindung der Nöte während der ersten Heimphase selbst. Entsprechend geschulte Ehrenamtliche könnte man Heimbegleiter nennen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1. « “Damals war Alzheimer praktisch unbekannt”. Ein Gespräch mit der Gründungsvorsitzenden der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Eleonore von Rotenhan », Alzheimer Info, 2009, nᵒ 4.
  2. Martina Lenzen-Schulte: Der unsichtbare Patient, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. März 2011, Seite N1f.
  3. http://www.deutsche-alzheimer.de/ueber-uns/stellungnahmen.html