Deutsche Christlich-Soziale Volkspartei

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Die Deutsche Christlich-Soziale Volkspartei war eine bürgerlich-christliche Partei in der Tschechoslowakei in der Zeit zwischen dem Ersten Weltkrieg und der faktischen Selbstauflösung 1938. Die Wähler waren vor allem Katholiken der deutschsprachigen Bevölkerungsgruppe.

Entstehung[Bearbeiten]

Die Partei hatte Wurzeln bereits in der österreichisch-ungarischen Monarchie. Allerdings spielte sie politisch kaum eine Rolle. Sie stellte vor dem Ersten Weltkrieg nur zwei Abgeordnete im Reichsrat.

Das christlich ausgerichtete Parteiprogramm wurde von dem Moraltheologen und Sozialethiker Karl Hilgenreiner zusammen mit Robert Mayr-Harting entworfen.

Politische Entwicklung[Bearbeiten]

In den ersten Jahren der tschechischen Republik wandte sich die Partei zusammen mit den christlichen Parteien der Tschechen und Slowaken gegen die antikirchlichen Bestrebungen der Nachkriegsregierungen.[1]

Seit Oktober 1922 stützte die Partei neben einigen anderen Parteien der deutschsprachigen Bevölkerungsgruppe die tschechoslowakische Regierung. Seit 1926 stellte sie mit Robert Mayr-Harting einen Minister. Auf Grund ihrer Mitarbeit im neuen Staat wurden diese Parteien Aktivisten genannt (vergl. Aktivismus und Negativismus (Tschechoslowakei)).[2]

Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Bei den Parlamentswahlen 1920 kam die Partei auf 2,5 % der Stimmen und erhielt 9 Mandate. Im Jahr 1925 waren es 4,4 % und 13 Mandate. Bei den Wahlen von 1929 kam die Partei auf 4,7 % und 14 Mandate. Starke Verluste musste sie 1935 hinnehmen. Sie kam nur noch auf 2 % mit sechs Mandaten.[3]

Angesichts des Zulaufs für die Sudetendeutsche Partei von Konrad Henlein beendete die Volkspartei nach dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland 1938 ihre Tätigkeit.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Katholische Kirche und Kultur in Böhmen: Ausgewählte Abhandlungen. Berlin-Hamburg-Münster, 2005, S. 322 Teildigitalisat
  2. Die Sudetendeutschen in der CSR bis zum Münchner Abkommen (1918-1938)
  3. Karel Vodička: Das politische System Tschechiens. VS Verlag, 2005 S.25 Teildigitalisat
  4. Deutsche Antifaschisten aus der Tschechoslowakei in Archivdokumenten (1933-1948)

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Schütz: Die Deutsche Christlichsoziale Volkspartei in der Ersten Tschechoslowakischen Republik. In: Die Erste Tschechoslowakische Republik als multinationaler Parteienstaat Vorträge. Göttingen, 1979 S.271-290