Deutsche Gesellschaft für Neurologie

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Deutsche Gesellschaft für Neurologie
(DGN)
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Zweck: Medizinische Fachgesellschaft für Neurologie
Vorsitz: Martin Grond
Gründungsdatum: 1907
Mitgliederzahl: ca. 7400
Sitz: Berlin
Website: dgn.org

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e. V. (DGN) ist eine medizinische Fachgesellschaft mit etwa 7400 Mitgliedern. Sie ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Ihr formuliertes Ziel ist es, die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu verbessern. Die Gesellschaft wurde 1907 in Dresden gegründet, Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin. Die DGN ist Dachgesellschaft verschiedener Schwerpunktgesellschaften. Martin Grond ist seit 1. Januar 2013 Vorsitzender der DGN. [1]

Tätigkeiten und Ziele[Bearbeiten]

Die DGN fördert Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie veranstaltet Kongresse und Tagungen, lobt Wissenschaftspreise aus, betreibt Informationspolitik für die Öffentlichkeit. Weiterhin vertritt sie die Interessen der neurologisch tätigen Ärzte in Deutschland. Die Aktuelle Neurologie vom Georg Thieme Verlag sowie Der Nervenarzt (1928 vom Springer-Verlag gegründet) sind Publikationsorgane der DGN.

Organisationsstruktur[Bearbeiten]

Zentrale Organe der DGN sind die Mitgliederversammlung, der Vorstand und der Beirat, an dem sich auch Mitglieder verwandter Gesellschaften, wie etwa der Berufsverband der Deutschen Neurologen (BDN), beteiligen. Die Facharbeit mit administrativen und klinischen Aufgaben findet in den Kommissionen statt, die Delegierten vertreten die DGN-Interessen in den anderen Gesellschaften. Folgende spezialisierte Schwerpunktgesellschaften sind Mitglied in der DGN:

Die Deutsche Gesellschaft für klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) ist Partnergesellschaft der DGN.

Weitere Gesellschaften sind mit der DGN assoziiert. Zudem betreibt bzw. unterstützt die DGN weitere Organisationen wie die Fortbildungsakademie oder die Nachwuchsorganisation Junge Neurologen.

Mitgliedschaft[Bearbeiten]

Die DGN hat etwa 7400 Mitglieder (Stand April 2013). Die Mitgliederzahl hat sich damit seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt, mit einem Zuwachs von acht Prozent im Jahr 2012. Ordentliche Mitglieder können alle natürlichen Personen werden, denen die Approbation als Arzt in der Bundesrepublik Deutschland erteilt worden ist oder die als Wissenschaftler auf neurowissenschaftlichem Fachgebiet arbeiten. Auch Medizinstudenten können aufgenommen werden.

DGN-Kongress[Bearbeiten]

Der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie ist mit mehr als 5000 Teilnehmern der größte deutschsprachige Neurologie-Kongress in Europa und einer der größten Medizinkongresse in Deutschland. Er ist das einschlägige Forum für neurologische Wissenschaft, Therapie, Fortbildung und Gesellschaftsfragen. Das Publikum reicht von klinischen und niedergelassenen Neurologen bis zu Medizinern aus benachbarten Fachgebieten, Psychologen und Therapeuten, die sich neurologischen Patienten widmen. Das wissenschaftliche Programm wird durch die DGN-Fortbildungsakademie, das DGN-Forum zu Trends in Beruf und Gesellschaft und eine separate Industrieausstellung ergänzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Forderung von Wilhelm Erb, ein Organ zur Förderung neurologischer Interessen zu schaffen, gründete Hermann Oppenheim 1906 die Gesellschaft Deutscher Nervenärzte. Auf der konstituierenden Versammlung wurde Erb 1907 zum ersten Präsidenten gewählt. 1935 wurde die Gesellschaft durch die nationalsozialistische Regierung aufgelöst und in die neu gegründete Gesellschaft Deutscher Neurologen und Psychiater zwangseingegliedert (siehe Gleichschaltung).

1950 erfolgte die Neugründung durch Heinrich Pette unter dem heutigen Namen. Der erste Kongress fand unter dem Vorsitz von Pette 1952 in Hamburg statt.

2005 wurde Otto Busse erster Geschäftsführer der DGN, 2008 entstand die erste zentrale Geschäftsstelle der DGN in Berlin. Heutiger Geschäftsführer ist seit 1. Januar 2010 Thomas Thiekötter.

Liste der bisherigen Vorsitzenden[Bearbeiten]

Erste Vorsitzende der DGN seit 1950
1950-1952 Heinrich Pette, Hamburg
1953-1954 Georg Schaltenbrand, Würzburg
1955-1956 P. Vogel Heidelberg
1957-1958 G. Döring, Hamburg
1959-1960 Fritz Lüthy, Zürich
1961-1962 Klaus-Joachim Zülch, Köln
1963-1964 E. Bay, Düsseldorf
1965-1966 H. Kalm, Dortmund
1967-1968 J. Hirschmann, Tübingen
1969-1970 Richard Jung, Freiburg
1971-1972 Helmut Bauer, Göttingen
1973-1974 Friedrich Erbslöh, Gießen
1975-1976 R. Ch. Behrend, Hamburg
1977-1978 Hans Schliack, Berlin/Hannover
1979-1980 H. G. Mertens, Würzburg
1981-1982 D. Seitz, Hamburg
1983-1984 H. Gänshirt, Heidelberg
1985-1986 Klaus Poeck, Aachen
1987-1988 P A. Fischer, Frankfurt
1989-1990 W. Firnhaber, Darmstadt
1991-1992 Klaus Schimrigk, Homburg/Saar
1993-1994 F. Jerusalem, Bonn
1995-1996 K. Felgenhauer, Göttingen
1997-1998 Thomas Brandt, München
1999-2000 Johannes Dichgans, Tübingen
2001-2002 Werner Hacke, Heidelberg
2003-2004 H.C. Diener, Essen
2005-2006 J. Noth, Aachen
2007-2008 G. Deuschl, Kiel
2009-2010 H. Reichmann, Dresden
2011-2012 W.H. Oertel, Marburg
2013-2014 Martin Grond, Siegen

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die DGN verleiht folgende Preise:

Junge Neurologen[Bearbeiten]

Die Jungen Neurologen (JuNos) sind die Nachwuchsorganisation der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) sowie dem Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN). Sie richtet sich an Medizinstudierende, Assistenz- und Fachärzte, die in der Neurologie tätig sind. Ziel der Jungen Neurologen ist es, Studierende für das Fach Neurologie zu gewinnen, Netzwerke zu schaffen, Bedürfnisse zu identifizieren, Nachwuchskräfte in ihrer Weiterbildung zu unterstützen und die Faszination des Berufsfeldes Neurologie zu vermitteln. Die unabhängige, offene Initiative wird mit ehrenamtlichem Engagement und bewusst ohne feste Vereinsstruktur betrieben. Das Netzwerk der Jungen Neurologen umfasst rund 1300 Personen (Stand: 2013).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Antritts-Statement