Springer Science+Business Media

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Springer Science+Business Media S.A.
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Rechtsform Aktiengesellschaft (Luxemburg)
Gründung 1842
Sitz Luxemburg, Berlin
Leitung Derk Haank (CEO), Martin Mos (COO), Ulrich Vest (CFO)
Mitarbeiter ca. 7.000 (Verlagsgruppe, 2013)
Umsatz 981 Mio. Euro (2012)
Gewinn 341 Mio Euro (EBITDA) (2012)Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Branche Verlagswesen
Website www.springer.com

Springer Science+Business Media S.A., mit rechtlichem Sitz in Luxemburg und operativem Hauptbüro in Berlin, ist ein internationaler Wissenschafts-Verlag für Bücher, Zeitschriften und Online-Medien. Nach Elsevier ist Springer weltweit der zweitgrößte Verlag im Bereich Wissenschaft, Technik und Medizin (engl. Science, Technology, Medicine; kurz STM). Neben der Medizin gehören Mathematik und Informatik, Biomedizin und Lebenswissenschaften, Geisteswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Managementthemen, Technik und Architektur zu den Gebieten, auf denen der Verlag eine bedeutende Position hat.

Standorte sind u. a. Berlin und Heidelberg (beide Deutschland), Basel (Schweiz), Dordrecht (Niederlande), New York (USA), Wien (Österreich), Paris (Frankreich), Mailand (Italien) und Neu-Delhi (Indien).

Geschichte[Bearbeiten]

1842 gründete Julius Springer in Berlin eine Buchhandlung, aus der sich innerhalb kurzer Zeit der Verlag von Julius Springer entwickelte. Springer unterstützte die Forderungen des Vormärz mit politischen Broschüren und Flugblättern, was ihm mehrfach Konflikte mit der preußischen Zensur einbrachte. Neben diesen Schriften verlegte er mehr und mehr Jugendbücher, Schulbücher, Sach- und Fachbücher, Belletristik, aber auch bereits wissenschaftliche Werke. Nach Verkauf der Buchhandlung 1858 widmete sich Springer ausschließlich dem Verlagsgeschäft. Seine Söhne und Enkel wandten sich verstärkt der Wissenschaft und Technik zu und verschafften dem Verlag Weltgeltung. Der Verlag blieb über 150 Jahre hinweg im Familienbesitz. Als letzter Familienangehöriger war Dr. Konrad Ferdinand Springer, Urenkel des Gründers Julius Springer, im Verlag tätig. Das Verlagssignet ist die Figur des Springers aus dem Schachspiel. Schachliteratur gehörte über Jahre hinweg zum Verlagsprogramm.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Verlag „arisiert“ und Tönjes Lange als neuer Firmenchef eingesetzt. Glücklicherweise hatte die Springerfamilie mit ihm einen fairen Verwalter erhalten, der sie auch nach 1935 finanziell unterstützte.[1] Einen Bibliotheksservice baute seit 1941 das Unternehmen Lange & Springer auf[2] das inzwischen von EBSCO Information Services übernommen wurde. Nach dem Kriegsende konnten die Enkel Ferdinand Springer junior und Julius Springer d. J. den Verlag wieder übernehmen.

Der Berliner Vorkriegsstandort Linkstraße 23–24 zwischen Potsdamer Platz und Reichpietschufer war weitgehend zerstört. Während Julius Springer d. J. sich um den Wiederaufbau des Verlages in Berlin kümmerte, begründete Ferdinand Springer junior 1946 den zweiten Sitz in Heidelberg. Der heutige Berliner Verlagssitz am Heidelberger Platz 3 wurde 1958 bezogen. In Heidelberg zog der Verlag Anfang 1982 in den markanten Neubau Tiergartenstraße 17 (am Rand des Uni-Campus).

In der gesamten Verlagsgeschichte wurden immer wieder Verlage hinzugekauft. Zwei Dependancen, die zum Teil ein eigenes Programm verfolgen, gibt es in New York (1964) und Wien. 1983 ging der Verlag ostwärts zunächst nach Japan und dann auch nach Indien und in die Volksrepublik China. Die weltweite Ausrichtung wurde geprägt von Heinz Götze, tätig ab 1949 als Geschäftsführer, später als Mitinhaber.

Etwa seit 1985 gewannen die Neuen Medien eine immer stärkere Bedeutung im Verlagsprogramm. Zunächst hatten einzelne Titel eine CD oder Diskette als Beilage. Inzwischen sind Datenbanken und Online-Services die gängigen Publikationsformen. Parallel zur Print-Ausgabe erscheinen heute die meisten Zeitschriften online im World Wide Web. Mit Lehrbuch-Medizin.de und Lehrbuch-Psychologie.de sind die bislang einzigen interaktiven Lernportale für Studenten im deutschsprachigen Raum erschienen. Seit dem Ende der 1990er Jahre standen unter der Bezeichnung „online first“ text- und ausstattungsgleiche Artikel einiger wissenschaftlicher Zeitschriften den Abonnenten bereits vor der später folgenden Druckausgabe im Web zur Verfügung. Der Anteil der Online-First-Zeitschriften erhöhte sich in den folgenden Jahren stetig.

1999 kaufte das Medienunternehmen Bertelsmann AG den Springer-Verlag und gründete die Verlagsgruppe BertelsmannSpringer. 2003 verkaufte Bertelsmann die Verlagsgruppe an die britischen Private-Equity-Gesellschaften Cinven und Candover, die kurz davor bereits den niederländischen Wissenschaftsverlag Kluwer Academic Publishers (KAP) gekauft hatten. Die beiden Verlage wurden fusioniert und die Verlagsgruppe nun Springer Science+Business Media genannt. Derk Haank ist seither Vorsitzender der Geschäftsführung.

Etwa 2005 entwickelten sich neue Formen der Zeitschriftennutzung um den Begriff Open Access Journals, dem Springer u. a. mit einem „Open-choice-Modell“ für Autoren und Springer Open-Zeitschriften entsprach.

2007 veräußerte Springer Science+Business Media seine B2B-Bau-Publikationen an die Private-Equity-Gruppe GMT Communications Partners (GMT) in London. Der verkaufte Bereich umfasste die Bauverlag BV GmbH, Springer BauMedien ibau, Springer BauMedien Heinze, BauDatenbank GmbH und BauNetz Online-Dienst GmbH & Co.KG in Deutschland, sowie die Bau-Data GmbH in Österreich, die Springer Business Media Croatia d.o.o. in Kroatien, die Springer Media Czechia s.r.o. in der Tschechischen Republik und die Springer Business Media Magyarország Kiadó Kft. in Ungarn. Der Baubereich (B2B Construction) beschäftigte zu diesem Zeitpunkt 800 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2006 einen Umsatz von fast 80 Millionen Euro.

Das historische Archiv des Springer-Verlags befindet sich seit 2009 in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.[3]

Im Dezember 2009 wurde die komplette Übernahme der Springer-Gruppe durch EQT und GIC vereinbart. Der Verkauf der Fachverlagsgruppe Springer Science+Business Media S.A. (Springer) durch Cinven und Candover an die Finanzinvestoren EQT und GIC wurde im Februar 2010 bestätigt. Die europäischen und US-amerikanischen Wettbewerbsbehörden hatten den Eigentümerwechsel genehmigt.[4][5]

2013 wurde der Verlag von BC Partners für 3,3 Milliarden Euro übernommen.[6]

Geschäftsfelder[Bearbeiten]

Der Verlag entwickelte mehrere Geschäftsfelder:

  • Lehrbücher, schwerpunktmäßig im Bereich Medizin
  • Wissenschaftliche Bücher, Handbücher, Reihen, Atlanten
  • Wissenschaftliche Zeitschriften (Periodika), die ebenfalls jeweils ein Fachpublikum als Leserkreis haben, prägen ungefähr die Hälfte des Geschäftsvolumens. Sie werden vorrangig über die Online-Plattform SpringerLink (link.springer.com) verbreitet, die von Metapress gehostet wird, und gehen über fast alle Wissenschaftsgebiete. Darunter sind viele Organe wissenschaftlicher Fachgesellschaften aus Deutschland und Europa – offizielle Mitgliederzeitschriften. Hauptpublikationssprache ist etwa seit 1970 Englisch.
  • Außerdem erscheinen in einem geringen Umfang Ratgebertitel und Sachbücher, die sich an ein weiteres, allgemein-wissenschaftlich interessiertes Publikum wenden.
  • Seit November 2008 bietet ein Projekt Nutzern von über 20 Bibliotheken und Forschungseinrichtungen in den USA und Kanada 11.000 elektronische Bücher, die seit 2005 erschienen, als Softcoverbücher zu 25 US-Dollar als Print-on-Demand.
  • Der Verlag bietet auf seiner Internet-Plattform SpringerLink mittlerweile über 120.000 elektronische Bücher an.[7] Die Bücher sind im PDF- bzw. HTML-Format aufrufbar und können heruntergeladen und ausgedruckt werden. Mit dem Urheberrechtsjahr 2005 erscheinen bei Springer nahezu alle Bücher parallel gedruckt und online, d. h., jährlich kommen über 5.000 weitere E-Books hinzu.

Titelzahlen[Bearbeiten]

  • Rund 7.000 Buchtitel hat Springer Science+Business Media zurzeit im Verkauf. Dies ist die jährliche Neuproduktion (Neuerscheinungen und Neuauflagen älterer Titel).
  • Als Backlist werden ältere Titel bezeichnet, die nicht aktuell erschienen sind und deren Hauptauflagenhöhe bereits verkauft ist. Diese umfassen nochmals ca. 40.000 Titel (ca. 2 bis 4 Jahre).
  • Rund 2.000 wissenschaftliche Zeitschriften. Diese sind im Allgemeinen nur kostenpflichtig im Volltext zugänglich.

Verlagsgruppe[Bearbeiten]

Weitere zu Springer Science+Business Media gehörende Verlage sind Gabler Verlag, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Deutscher Universitäts-Verlag, Verlag Heinrich Vogel, Media-Daten Verlag, Springer Vieweg Verlag und Verlag Dieter Zimpel (Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH) sowie der Birkhäuser Verlag (bis 2012), Spektrum Akademischer Verlag, Urban & Vogel und Springer Gesundheits- und Pharmazieverlag. Die Schwerpunkte innerhalb der Verlagsgruppe sind die Bereiche Wissenschaft, Medizin, Wirtschaft, Technik, Architektur und Verkehr. Insgesamt besteht die Verlagsgruppe aus ca. 55 Verlagen.

Verbundene bekannte Unternehmen sind beispielsweise Platow Brief und Fuchsbriefe.

Mitarbeiter[Bearbeiten]

Die Verlagsgruppe Springer Science+Business Media beschäftigt weltweit fast 6.200 Personen in 55 Verlagen in etwa 25 Ländern, davon etwa 1.700 Mitarbeitende in Deutschland. In Berlin etwa 300, in Heidelberg etwa 600. Über die Jahrzehnte gab es dabei eine stetige Aufwärtsbewegung, die nun seit den 1990er Jahren durch die neuen Satz- und Drucktechniken ungefähr gleich bleibend ist. Der Anteil wissenschaftlich ausgebildeter Beschäftigter und der Frauenanteil sind beide sehr hoch.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Robert Habel: Alfred Messels Wertheimbauten. Berlin 2009, S. 210, Fn. 572
  2. Auch mit einem wissenschaftlichen Antiquariat in Berlin
  3. Pressemitteilung Springer
  4. Springer
  5. Pressemitteilung EGQ
  6. "3,3 Milliarden Euro für Berliner Fachverlag", Berliner Morgenpost 20. Juni 2013, S.15
  7. Springer Fakten. In: Über Springer. Abgerufen am 26. Oktober 2013.