Die Iden des März

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Dieser Artikel betrachtet den 1948 erschienenen Roman Die Iden des März; für das Datum der Ermordung Gaius Iulius Caesars siehe Iden des März, für den Spielfilm siehe The Ides of March – Tage des Verrats

Die Iden des März (The Ides of March) ist ein Briefroman von Thornton Wilder aus dem Jahr 1948.

Handlung[Bearbeiten]

Die Iden des März handelt von den Charakteren und Ereignissen, die zum Mord am römischen Feldherr und Diktator Julius Caesar führten, und endet mit dem Attentat an den Iden des März des Jahres 44 v. Chr.

Struktur[Bearbeiten]

Der Roman ist in vier Bücher aufgeteilt, von denen jedes früher anfängt und später endet als das jeweils vorangegangene. Die Gedichte des Catull und der Epilog des Sueton sind die einzigen Textteile, die nicht der Phantasie des Autors entstammen. Gleichwohl sind zahlreiche beschriebene Ereignisse historisch (u. a. Kleopatras Besuch in Rom).

Historische Authentizität[Bearbeiten]

Der Roman ist, in den Worten des Autors, eine ‚‚Fantasie über bestimmte Ereignisse und Personen der letzten Tage der römischen Republik ... Eine historische Rekonstruktion ist nicht das primäre Ziel dieses Werkes.‘‘[1]

Obwohl der Roman die Geschehnisse um Caesars Mord beschreibt, werden mehrere frühere Ereignisse in einer Weise beschrieben, als ob sie zeitgenössisch gewesen wären, so z. B. der Skandal, den Publius Clodius Pulcher durch sein Eindringen in die Mysterien der Bona Dea verursachte, und die nachfolgende Scheidung Caesars von seiner zweiten Frau Pompeia 62/61 v. Chr.

Mehrere im Roman auftauchende historische Figuren waren 44 v. Chr. bereits verstorben, so Cato d. J. († 46 v. Chr.), Julia Marcia († 68/69 v. Chr.), Publius Clodius Pulcher († 52 v. Chr.) und (höchstwahrscheinlich) Catull († ca. 54 v. Chr.).

Ausgaben und Auflagen[Bearbeiten]

Die Originalausgabe erschien 1948 beim Verlag Harper & Brothers in New York.

Auf Deutsch erschien der Roman zum ersten Mal 1949 in der Übersetzung von Herberth E. Herlitschka im Suhrkamp Verlag. Noch im selben Jahr wurde die erste Auflage von 10.000 Exemplaren abverkauft und eine weitere in gleicher Höhe gedruckt.

Eine Taschenbuchausgabe erschien etwas später im S. Fischer Verlag und verkaufte sich bis 1960 rund 40.000 Mal.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. zit. nach: Aufklärung - Konstitutionalismus - Atlantische Welt. Festschrift für Horst Dippel, Kassel 2009, S. 255