Die Mutter (Gorki)

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Die Mutter (russisch Мать/Matj) ist ein halb dokumentarischer Roman von Maxim Gorki aus dem Jahr 1906/1907; er handelt von dem revolutionären Kampf des jungen Arbeiters Pawel und der damit verbundenen proletarischen Bewusstseinsbildung seiner Mutter. Das Werk gilt als der erste und einer der wichtigsten Romane des Sozialistischen Realismus. Der Roman wurde unter demselben Titel im Jahr 1926 von Wsewolod Pudowkin verfilmt. Bertolt Brecht verfasste im Rahmen seiner „Lehrstücke“ eine Bühnenbearbeitung, die 1932 uraufgeführt wurde.

Inhalt[Bearbeiten]

Im ersten Teil wird das harte Leben der Arbeiterfrau Pelageja Nilownas geschildert, in welchem sie sehr unter ihrem gewalttätigen Gatten zu leiden hat. In den darauffolgenden Kapiteln wird die Entwicklung ihres Sohnes Pawel hin zu dem Ortsvorsitzenden der sozialdemokratischen Partei der Vorstadt, in der sie leben, geschildert. Als dieser wegen einer Flugblattaktion verhaftet wird, führt sie seine Aktion weiter, damit er entlastet wird. Als er später schließlich endgültig vor Gericht gestellt wird, führt sie sein Werk fort, bis sie auch verhaftet wird, nicht ohne zuvor noch ein revolutionäres Flugblatt ihres Sohnes an die proletarischen Massen verteilen zu können.

Interpretation[Bearbeiten]

Gorki verarbeitet in dem Roman seine Erlebnisse während der vorrevolutionären Maidemonstration in Nischni Nowgorod im Jahr 1902 und ruft mit der Beschreibung einer einfachen Arbeiterfrau, die durch die Aktivitäten und die Verhaftung ihres Sohnes revolutionäres Bewusstsein erwirbt, zum Kampf der Arbeiterklasse gegen Zarenherrschaft und Ausbeutung auf.

Das Werk gilt trotz seiner Bedeutung als Frühwerk seiner Stilrichtung als stark agitatorisch und literarisch eher schwach[1], die künstlerische Umsetzung als ein „Stiefkind des didaktischen Pathos“[2]. Dennoch war der Roman aufgrund seiner agitatorischen Grundhaltung ein großer Erfolg bei der vorrevolutionären Leserschaft der Arbeiterklasse, und während der Sowjetzeit galt es als der sozialistische Vorzeigeroman schlechthin.

Die riesige Zahl der Auflagen, sowohl in Deutsch als auch in anderen Sprachen, ist nur für Fachleute überschaubar.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gero von Wilpert (Hg.), Lexikon der Weltliteratur. Bd. 2: Hauptwerke der Weltliteratur in Charakteristiken und Kurzinterpretationen, Alfred Kröner, Stuttgart 1993, ISBN 3-520-80803X
  • Reinhard Lauer: Geschichte der russischen Literatur von 1700 bis zur Gegenwart, C. H. Beck, München 2008 ISBN 3406502679

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lauer, Geschichte der russischen Literatur, S. 450
  2. Wilpert, Lexikon der Weltliteratur, Band 2 (Werke), S. 932