Dissoziationskonstante

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Die Dissoziationskonstante, abgekürzt Kd, ist in der Chemie ein Maß dafür, wo sich in einer Dissoziationsreaktion

\mathrm{AB \ \rightleftharpoons \ A \ + \ B}

ein Gleichgewicht einstellt. Sie gibt an "auf welcher Seite" der Reaktion das Gleichgewicht liegt bzw. in welcher Form (dissoziiert oder undissoziiert) die Substanz bevorzugt vorliegt. Je größer Kd ist, desto weiter liegt das Gleichgewicht bei der dissoziierten Form. Die Dissoziationskonstante ist ein Spezialfall der Gleichgewichtskonstante aus dem Massenwirkungsgesetz. Bei Reaktionen in Lösungen ist die Dissoziationskonstante Kd, im thermodynamischen Sinne, praktisch nur von der Temperatur abhängig. Theoretisch wird sie auch vom Druck beeinflusst, was jedoch nur bei Gasen eine Rolle spielt. Für beide Reaktionen gibt es Geschwindigkeiten k1 für die Assoziationsreaktion und k − 1 für die Dissoziationsreaktion. Sie wird wie folgt berechnet:

K_d = {c(A) \cdot c(B) \over c(AB)} = {k_{-1} \over k_1}

c(A), c(B), und c(AB) sind die Konzentrationen der Stoffe A, B, und AB in Mol pro Liter (kurz: mol/L). Früher wurde auch das Symbol "M" für die Maßeinheit mol/L verwendet. In der Pharmakologie typische Größenordnungen liegen im nM und µM-Bereich.

Ist einer der Stoffe ein Inhibitor einer Folgereaktion, so spricht man statt von einer Dissoziationskonstante auch von einer Inhibitationskonstante, abgekürzt Ki. Insbesondere in der Enzymkinetik wird dieser Begriff häufig verwendet und wird in diesem Artikel näher beschrieben.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Beispiele

[Bearbeiten] Wasser

Als Beispiel die Kd und pKd-Werte von Wasser bei verschiedenen Temperaturen (pKd = -lg Kd):

K_d = {c(H^+) \cdot c(OH^-) \over c(H_2O)}
Temperatur Kd/10-14[1] pKd[1]
0 °C 0.11 14.94
10 °C 0.29 14.53
20 °C 0.68 14.17
25 °C 1.01 14.00
30 °C 1.47 13.83
40 °C 2.92 13.53
50 °C 5.47 13.26
60 °C 9.6 13.02
70 °C 16 12.80
80 °C 25 12.60
90 °C 37 12.43
100 °C 54 12.27
\mathrm{H_3 B \rightleftharpoons \ H^+ + H_2 B^-} \mathrm{K_1 = {c(H^+) \cdot c(H_2 B^-) \over c(H_3 B)}} pK1 = − lgK1
\mathrm{H_2 B ^ - \rightleftharpoons \ H^+ + H B^{2-}} \mathrm{K_2 = {c(H^+) \cdot c(H B ^{2-}) \over c(H_2 B^-)}} pK2 = − lgK2
\mathrm{H B^{2-} \rightleftharpoons \ H^+ +  B^{3-}} \mathrm{K_3 = {c(H^+) \cdot c(B^{3-}) \over c(H B ^{2-})}} pK3 = − lgK3

[Bearbeiten] Siehe auch

pH-Wert | Massenwirkungsgesetz | pKs-Wert

[Bearbeiten] Quellen

  1. a b Küster Thiel 105. Auflage, "Rechentafeln für die Chemische Analytik", Berlin / New York 2003 ISBN:3-11-017566-5
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