Dornfelder

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Dornfelder
Synonyme siehe Abschnitt Synonyme
Zuchtnummer We S 341
Dornfelder
Art Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)
Beerenfarbe rot
Verwendung
Herkunft Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg, Baden-Württemberg
Züchter August Herold
Züchtungsjahr 1955
VIVC-Nummer 3659
Abstammung

Kreuzung aus
Helfensteiner × Heroldrebe

Liste von Rebsorten
Dornfelder

Der Dornfelder ist eine frühreifende rote Rebsorte. August Herold erhielt sie 1955 als Neuzüchtung an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg durch Kreuzung der Sorten Helfensteiner und Heroldrebe. Benannt ist sie nach dem Kameralverwalter Immanuel Dornfeld, dem Gründer der Weinbauschule. Sortenschutz und Zulassung durch das deutsche Bundessortenamt erhielt sie 1979 bzw. 1980. Kleine Bestände sind auch in der Schweiz bekannt (20,3 Hektar, Stand 2007).[1] Die Sorte wurde nach ihrer Farbintensität selektiert und ursprünglich als Deckwein angebaut. Sie sollte als Verschnittpartner anderer roter Rebsorten dem daraus gekelterten Wein mehr Farbe verleihen. In neuerer Zeit wurde der Dornfelder jedoch immer stärker auch sortenrein ausgebaut und ist inzwischen in den unterschiedlichen Qualitätsstufen erhältlich. Gemeinhin gilt der aus Dornfelder gewonnene Wein als harmonisch. Diverse Prämierungen, u. a. bei Weinverkostungen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft e. V. (DLG), deuten darauf hin, dass der Dornfelder seinen Ruf, nur ein einfacher Rotwein zu sein, teilweise zu Unrecht trägt.

Der Dornfelder eignet sich auch als Tafeltraube.

Ampelographische Sortenmerkmale[Bearbeiten]

In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:

  • Die Triebspitze ist offen. Sie ist stark behaart.
  • Die großen Blätter sind fünflappig und mitteltief gebuchtet. Die Stielbucht ist geschlossen und weit überlappend. Das Blatt ist grob gezähnt. Die Blattoberfläche (auch Spreite genannt) ist dunkelgrün gefärbt.
  • Die konusförmige Traube ist groß bis sehr groß und mitteldichtbeerig. Die rundlichen Beeren sind groß und von blauschwarzer Farbe. Die Beere ist dickschalig.

Der Dornfelder treibt mittelfrüh aus und ist somit empfindlich gegen eventuelle späte Frühjahrsfröste. Aufgrund seiner mittelguten Holzreife ist seine Winterfrosthärte nicht sehr ausgeprägt.

Ertrag[Bearbeiten]

Der Ertrag des Dornfelder ist sehr hoch. Zur Erzeugung guter Weinqualitäten ist eine konsequente Ertragsbeschränkung über den Rebschnitt (→ Reberziehung) unerlässlich.

Ansprüche[Bearbeiten]

Die Reben sind wenig anspruchsvoll an die Bodenbeschaffenheit. Dornfelder ist empfindlich gegen Frost, Trockenheit und Pilzkrankheiten wie Peronospora. Wegen der dicken Beerenschale und der lockerbeerigen Traube ist der Dornfelder kaum von Rohfäule betroffen.

Wein[Bearbeiten]

Der Wein aus Dornfelder hat eine schwarzrote Farbausprägung und einen fruchtigen Geschmack. Die Säureausprägung (→ Säure (Wein)) ist eher moderat, was säureempfindlichen Verbrauchern entgegenkommt. Mit dem hohen Farbstoffgehalt geht auch ein hoher Gerbstoffanteil einher. Aufgrund seiner Charakteristik eignet er sich auch zum Ausbau in Eichenholzfässern (Barrique).

Aufgrund der Nachfrage nach Rotweinen nach farbintensiven Sorten hat sich der Dornfelder in Deutschland zu einer Modesorte entwickelt. Zunehmend wird Dornfelder auch weiß gekeltert und als Stillwein zu Schaumwein weiterverarbeitet. Bei kurzer Maischegärung entstehen (häufig liebliche) Roséweine. In der Pfalz wird der Dornfelder auch zu Federroter ausgebaut.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Sorte Dornfelder hat ihre wesentliche Anbaufläche in Deutschland. In anderen Weinbauländern hat die sie keine Anbaubedeutung.

Anbaugebiet Fläche ha Anteil %
Deutschland[2] 8.129 7,9
Rheinland-Pfalz[3] 7.495 11,7
Rheinhessen[3]
3.535 13,3
Pfalz[3]
3.164 13,4
Nahe[3]
448 10,7
Mosel-Saar-Ruwer[3]
322 3,7
Ahr[3]
14 2,4
Mittelrhein[3]
12 2,7
Baden-Württemberg[3] 373 1,4
Bayern[3] 151 2,4
Neue Bundesländer[3] 76 5,9
Hessen[3] 32 0,9

Neuzüchtungen mit Dornfelder[Bearbeiten]

Inzwischen sind weitere Züchtungen aus dem Dornfelder hervorgegangen, von denen vor allem Cabernet Dorio, eine Kreuzung mit dem Blaufränkisch, vielversprechend scheint. Weitere Züchtungen auf der Basis des Dornfelders sind Cabernet Dorsa, Monarch und Acolon.

Siehe auch[Bearbeiten]

Synonyme[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Dornfelder – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft BLW. Das Weinjahr 2008 (PDF), Herausgeber Bundesamt für Landwirtschaft BLW
  2. Statistisches Bundesamt (2014): Land- und Forstwirtschaft, Fischerei. Landwirtschaftliche Bodennutzung - Rebflächen. Fachserie 3 Reihe 3.1.5.
  3. a b c d e f g h i j k Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (2014): Statistische Berichte - Bestockte Rebflächen 2013. Bad Ems, C I - j/13, Kennziffer: C1073 201300, ISSN: 1430-5070.