Drive-by-Shooting

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Dieser Artikel befasst sich mit der Verbrechensausführung; zu dem gleichnamigen Dokumentarfilm siehe Drive-by Shooting.

Der englische Begriff Drive-by-Shooting (umgangssprachlich auch nur Drive-by) stammt aus den USA und bezeichnet einen Anschlag mit Feuerwaffen aus einem am Opfer vorbeifahrenden Fahrzeug.

Drive-bys sind überall auf der Welt verbreitet. So wurden sie auch von der italienischen Cosa Nostra, der US-amerikanischen La Cosa Nostra, der IRA, afrikanischen Rebellengruppen wie der Lord’s Resistance Army (LRA) oder der Revolutionary United Front und im Nahen Osten von terroristischen Organisationen auf Politiker oder Militärs verübt.

1920er Jahre: Chicago und New York City[Bearbeiten]

Eine besondere Variante einer solchen Aktion stellt es dar, wenn das Opfer selbst in einem Fahrzeug unterwegs ist und versucht zu entkommen. Involviert in ein derartiges Vorgehen war ebenfalls das Chicago Outfit; so wurde am 25. Mai 1925 Angelo Genna (Genna-Familie) Opfer eines solchen Attentats. Dieses stellt vermutlich einen der dramatischsten Vorfälle dieser Art dar, die es in der Realität je gegeben hat. Angelo erwiderte aus dem fahrenden Wagen heraus das Feuer auf die Verfolger und nur seine Kollision mit einer Laterne wurde ihm zum Verhängnis, da er dort dem weiteren Kugelhagel hilflos ausgeliefert war.[1]

1927 wurde Jacob Orgen im Vierten „Labor Slugger War“ mit dieser Methode ermordet, sein Bodyguard Jack Diamond wurde verwundet. Am 1. Juli 1928 wurde Frankie Yale auf ähnliche Weise in seinem Auto erschossen. Dieser Mord war außerdem die erste Tat in New York, bei der wie in Chicago eine Thompson-Maschinenpistole eingesetzt wurde.[2]

Aktuelle Beispiele[Bearbeiten]

Auch prominente Rapper wurden zu Zielscheiben in den USA. 1996 wurde Tupac Shakur in Las Vegas Opfer eines Drive-by-Shootings. 1997 wurde The Notorious B.I.G. auf die gleiche Weise in Los Angeles erschossen. 2004 starb der Rapper Mac Dre ebenfalls durch einen Anschlag dieser Art. Auch der NFL-Spieler Darrent Williams wurde am 1. Januar 2007 Opfer eines Drive-by-Shootings.

2012 starb der georgische General Roman Dumbadse in Moskau durch ein Drive-by-Shooting. Im selben Jahr wurde Griselda Blanco, eine verurteilte kolumbianische Drogenschmugglerin, in Kolumbien ermordet. In beiden Fällen schossen zwei Täter von einem vorbeifahrenden Motorrad auf ihr Opfer.

Am 23. Mai 2014 wurden im US-Bundesstaat Kalifornien 6 Menschen durch mehrere Drive-Bys eines jungen Mannes getötet, 7 weitere schwerverletzt.

Drive-by-Shootings in Filmen[Bearbeiten]

Drive-by-Shootings tauchten schon früh in der Filmgeschichte auf, so z. B. in Fritz Langs Das Testament des Dr. Mabuse von 1933. Sie sind seither wie auch Verfolgungsjagden ein beliebter Bestandteil in Kriminalfilmen und Agententhrillern.

Drive-by-Shootings in Computerspielen[Bearbeiten]

In der Grand-Theft-Auto-Videospielserie kann der Spieler aus dem Auto heraus mit einer Maschinenpistole schießen, in Grand Theft Auto IV kann er wahlweise mit einer Pistole oder Maschinenpistole schießen, oder Molotov-Cocktails/Handgranaten werfen; in Grand Theft Auto: San Andreas gibt es eine Mission, in der das Element des Drive-by-Shootings enthalten ist. Auch im neuesten Teil der Serie, Grand Theft Auto V, ist dieses Drive-by-Shooting Feature enthalten.

Im Spiel Der Pate sind mehrere Levels enthalten, in denen der Spieler ein Auto lenkt, während ein computergesteuerter Spieler mit einer Thompson aus dem Rückfenster schießt.

In Mafia: The City of Lost Heaven werden Drive-by-Shootings mit Hilfe der Maus durchgeführt. Dies soll durch die Möglichkeit des präziseren Zielens, der Kameraperspektive, die sich mit der Maus bewegt, sowie die gleichzeitig notwendige Konzentration auf Fahren des Autos und auf das Zielen zu höherem Realismus führen. Die gleiche technische Lösung wird in den Konsolen-Spielen Saints Row und Grand Theft Auto IV verwendet.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Der Tod von Angelo Genna auf www.americanmafia.com (englisch)
  2. Frankie Yale auf www.gambino.com (englisch)