Dulcimer

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Appalachian dulcimer

Der Dulcimer (['dʌlsɪmə], von Dulce Melos abgeleitet), genauer Appalachian dulcimer oder mountain dulcimer ist eine in den Vereinigten Staaten gespielte Bordunzither, die mit dem europäischen Scheitholt verwandt ist. Der Name Appalachian dulcimer ist von der Ursprungsregion, den Appalachen, abgeleitet und dient zur Unterscheidung von hammered dulcimer, wie im Englischen allgemein ein Hackbrett genannt wird.

Bauform[Bearbeiten]

Der Dulcimer gehört zu den Kastenzithern und hat einen flachen Korpus, auf dem das Griffbrett direkt aufgesetzt ist, sowie drei bis fünf Saiten. Die meisten Instrumente sind nur diatonisch bundiert; manche haben auch zusätzliche Bünde für einige Halbtöne, so dass man mehr als eine Tonart spielen kann. Es gibt mittlerweile aber auch Instrumente mit chromatischer Bundierung. Die Stimmung wird deshalb der jeweiligen Melodie angepasst; gängige Stimmungen sind d – a – a (– a), d – a – d′ (– d′) oder d – a – c′ (– c′).

Herkunft und Verbreitung[Bearbeiten]

Der Dulcimer kam im Wesentlichen mit den angelsächsischen Einwanderern aus Europa nach Amerika und wurde dort besonders in den Appalachen verbreitet. Verwandte europäische Bordunzithern sind die norddeutsche Hummel und der norwegische Langeleik. In den 1960er Jahren wurde der Dulcimer von der Folk­bewegung wiederentdeckt und erfuhr bis Mitte der 1970er Jahre eine Zunahme an Popularität. Er wird vor allem in der Old-Time-, Folk- und Country-Musik und teils in der Mittelaltermusik gespielt. Insbesondere die kanadische Musikerin Joni Mitchell hat sich bei mehreren ihrer Songs auf einem Dulcimer begleitet, so bei A Case of You ihres Albums Blue von 1971. Brian Jones, der Gitarrist der Rolling Stones, spielte 1966 bei I Am Waiting und Lady Jane des Albums Aftermath Dulcimer.

Spieltechnik[Bearbeiten]

Beim Spielen liegt das Instrument auf dem Schoß oder vor dem Spieler. Die Saiten werden von oben gegriffen. Man kann die Saiten wie bei einer Gitarre einzeln zupfen (Finger Picking), oder mit einem Plektrum alle Saiten gleichzeitig anschlagen. Obwohl man auch einfache Akkorde greifen kann, wird häufig nur auf der höchsten Saite die Melodie gespielt und die Basssaiten werden dabei als Bordun benutzt. Verbreitet ist auch eine Abwandlung der letztgenannten Spieltechnik, bei der die Melodie auf dem Dulcimer (ähnlich wie bei einer Slide Guitar) mit einem Bambusstäbchen gespielt wird. Im Unterschied zur Slide Guitar wird das Bambusstäbchen (Noter) jedoch zwischen den Bundstäben aufgesetzt und niedergedrückt. Ein Slidespiel im klassischen Sinn ist ebenfalls möglich. Hierzu verwendet man jedoch kein Bambusstäbchen, sondern Bottlenecks aus Glas oder Messing. Diese Spieltechnik ist deshalb besonders interessant, weil sie viele ansonsten auf dem Dulcimer nicht greifbare Zwischentöne zugänglich macht.

Ähnliche Namen[Bearbeiten]

Dulcimer war auch der Projektname von Apples iPod, bevor dieser am 23. Oktober 2001 der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Literatur[Bearbeiten]

  • Randall Armstrong: The Adaptable Appalachian Dulcimer. In: Music Educators Journal, Vol. 66, No. 6. Februar 1980, S. 38–41 (Sage Publications)
  • L. Allen Smith: Toward a Reconstruction of the Development of the Appalachian Dulcimer: What the Instruments Suggest. In: The Journal of American Folklore, Vol. 93, No. 370. American Folklore Society, Oktober–Dezember 1980, S. 385–396

Weblinks[Bearbeiten]