Dynamis

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Dieser Artikel behandelt die Königin Dynamis. Zum philosophischen Begriff dynamis vergleiche Akt und Potenz, zur jährlichen Veranstaltung siehe unter Württembergischer Christusbund

Dynamis (* 63 v. Chr.; † 7/8 n. Chr.) war in der Zeit des Kaisers Augustus Königin des Bosporanischen Reiches.

Sie war die Tochter des bosporanischen Königs Pharnakes’ II. und damit die Enkelin von Mithridates VI. von Pontos. Nach der Ermordung ihres Vaters durch dessen Statthalter Asandros im Jahre 47 v. Chr. versuchte der in römischen Diensten stehende Adelige Mithridates von Pergamon, das Bosporanische Reich zu erobern, wurde aber ebenfalls von Asandros besiegt. Dieser machte sich daraufhin zum bosporanischen König und heiratete Dynamis, um seine Herrschaft etwas zu legitimieren.[1] Von seiner Herrschaftszeit ist nur wenig Konkretes bekannt.

Als 16 v. Chr. ein sonst nicht bekannter Scribonius rebellierte, tötete sich der angeblich bereits 93-jährige Asandros selbst[2] und Dynamis heiratete den Usurpator. Daraufhin wurde der pontische König Polemon I. von Augustus mit der Niederschlagung dieses Aufstandes beauftragt. Doch noch bevor er militärisch gegen Scribonius vorgehen konnte, wurde dieser von seinen eigenen Leuten umgebracht.[3] Polemon beherrschte nun sowohl Pontos als auch das Bosporanische Reich und damit die ganze Krim. Um sich Akzeptanz zu verschaffen, heiratete er – wie vorher schon Asandros und Scribonius – Dynamis.

Diese jedoch war mit der gemeinschaftlichen Regierung nicht einverstanden und floh 13 v. Chr. zu den im Landesinneren der Krim lebenden, ihr treu ergebenen Stämmen der „Aspourgianoi“, deren Name sich vermutlich von Aspourgos, dem Sohn der Dynamis, herleitete. Sie hinderten Polemon daran, das Bosporanische Reich zur Gänze unter seine Kontrolle zu bringen.[4] Polemon heiratete daraufhin Pythodoris, eine Enkelin des Marcus Antonius und regierte in den nächsten Jahren zusammen mit dieser und den drei gemeinsamen Kindern sein Reich. Auf dem Gebiet des Bosporanischen Reiches wurde er jedoch nur teilweise, hier lediglich von den griechisch geprägten Städten der Taurischen Chersonesos akzeptiert. Es kam immer wieder zu Aufständen gegen seine Herrschaft, die vermutlich von Dynamis ausgingen. Um sich endgültig durchsetzen zu können, führte Polemon Kriegszüge in das Landesinnere. Bei einer Aktion gegen die Aspurgianoi wurde Polemon gefangen genommen und vermutlich 8/7 v. Chr. umgebracht. Augustus setzte Dynamis wieder als Regentin ein. Sie regierte bis 7/8 n. Chr. Nach ihrem Tod übernahm Aspurgos die Herrschaft über die Krim.

Erhalten ist eine Inschrift, in der Dynamis ihren „Wohltätern“ Augustus und Livia dankt, sowie eine Büste von ihr, die sich heute in der Ermitage in Sankt Petersburg befindet.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cassius Dio 54, 24, 4.
  2. Lukian von Samosata, Makrobioi 17.
  3. Cassius Dio 54, 24, 4ff.; Strabo 11, 493; u. a.
  4. Alexander V. Podossinov: Am Rande der griechischen Oikumene. Geschichte des Bosporanischen Reiches. In: Jochen Fornasier, Burkhard Böttger (Hg.): Das Bosporanische Reich. Der Nordosten des Schwarzen Meeres in der Antike. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2002, S 31.