Eduard Strauß

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eduard Strauß
Unterschrift von Eduard Strauß
Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof

Eduard Strauß (* 15. März 1835 in Leopoldstadt, heute Wien; † 28. Dezember 1916 in Wien) war ein österreichischer Komponist und Kapellmeister. Als einziges Mitglied der Strauss-Dynastie schrieb er seinen Nachnamen mit ß[1] und wurde von der Familie am Grabstein mit ss verewigt.

Leben[Bearbeiten]

„Edi“ Strauß, Silhouette von Otto Böhler

Eduard Strauß war der jüngste Sohn von Johann Strauss (Vater) sowie Bruder von Johann Strauss (Sohn) und Josef Strauss. Die „Stätte seiner Jugend“, das Hirschenhaus, befand sich in der Taborstraße 17, Wien-Leopoldstadt[2]

Strauß studierte Musiktheorie bei Gottfried von Preyer (1807–1901) sowie Harfe bei Anton Zamara (1829–1901) [2] und trat 1855 dem Strauß-Orchester als Harfenist bei.

Ab 1862 dirigierte er gemeinsam mit seinen Brüdern und leitete gleichzeitig eine eigene Kapelle. Als 1870 Josef Strauss starb und Johann Strauss sich immer mehr der Komposition widmete, übernahm er die alleinige Leitung des Orchesters. 1878 wurde dann Carl Michael Ziehrer zum neuen Leiter gewählt.

Eduard Strauß heiratete am 8. Jänner 1863 Maria Klenkhart (1840–1921). Aus dieser Ehe entstammten zwei Söhne, Johann Strauss (Enkel) (1866–1939), der ebenfalls Musiker wurde, sowie Josef Eduard Strauss (1868–1940)[3]

Die Todesanzeige in der NFP vom 30. Dezember 1916

1882 wurde Eduard Strauß zum k. k. Hofballmusikdirektor [4] ernannt. Mit diesem Orchester unternahm er viele erfolgreiche Tourneen, in deren Verlauf er auf zwei Kontinenten in rund 840 Städten auftrat. Als 1901 die k. k. Hofballmusik aufgelöst wurde, übernahm Eduard Strauß keine weiteren Aufgaben, sondern zog sich immer mehr zurück.

1907 verbrannte er schließlich das gesamte Notenarchiv der Strausskapelle – insgesamt drei Aktionen bei zwei verschiedenen Ofenfabrikanten  –, um ein angebliches Versprechen seinem Bruder Josef gegenüber zu erfüllen.

1916 verstarb Eduard Strauß an einem Herzinfarkt. Er ist auf dem Wiener Zentralfriedhof in einem Ehrengrab (Gruppe 32 A, Nummer 42) beigesetzt. Eine Gedenktafel befindet sich an seinem ehemaligen Wohnhaus Reichsratsstraße 11, Wien-Innere Stadt.

Werke[Bearbeiten]

Eduard Strauß komponierte insgesamt 295 Werke, die jedoch allesamt eher unbekannt sind, da er immer im Schatten seiner Brüder und seines Vaters stand. Einige davon sind Bahn frei (op. 45, Polka schnell) sowie Ohne Bremse, letzteres komponiert für den Eisenbahnerball im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins. Ein weiteres trägt den Titel Telephon und ist dessen Erfinder gewidmet.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eduard Strauß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johann Strauss
  2. a b Anton Krispin: Lokal-Nachrichten. Eduard Strauß. In: Badener Zeitung, 16. August 1913, S. 5, Mitte rechts. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bzt
  3. Joseph Wechsberg: The waltz emperors – the life and times and music of the Strauss family. (englisch). Weidenfeld and Nicolson, London 1973, ISBN 0-297-76594-9, S. 159.
  4. Strauß-Concert. In: Badener Bezirks-Blatt, 7. Juli 1883, S. 4, Mitte rechts. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bbb