Ein Mann geht durch die Wand

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Filmdaten
Originaltitel Ein Mann geht durch die Wand
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1959
Länge 99 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Ladislao Vajda
Drehbuch István Békeffy,
Hans Jacoby
Produktion Kurt Ulrich,
Uors von Planta
Musik Franz Grothe
Kamera Bruno Mondi
Schnitt Hermann Haller
Besetzung

Ein Mann geht durch die Wand ist eine Filmkomödie von Ladislao Vajda aus dem Jahre 1959. Das Drehbuch entstand nach der Novelle Le Passe Muraille des französischen Schriftstellers Marcel Aymé.

Handlung[Bearbeiten]

Der kleine Steuerbeamte 3. Klasse Herr Buchsbaum ist im Grunde ein ganz zufriedener Mensch, bis er eines Tages einen neuen Vorgesetzten bekommt, dem die überaus freundlichen Mahnbriefe gar nicht gefallen. Er trifft zufällig seinen alten Professor, der eher enttäuscht ist, dass sein bester Schüler nur Beamter 3. Klasse geworden ist. Buchsbaum erzählt ihm, dass er zwar immer fleißig, gewissenhaft und pünktlich war, aber dennoch nicht der Beste im Leben geworden ist. Irgendetwas hat ihm immer gefehlt. Er hatte große Pläne, aber es war ihm immer, als wäre eine Wand da. Daraufhin erwidert der Professor, dass es nur eine Ausrede wäre, für einen, der in jedem Fach der Beste war. Es gäbe keine Wände, ihm würde nur das Selbstvertrauen fehlen.

Als es bei ihm in der Wohnung einen Kurzschluss gibt und die ganze Wohnung dunkel ist, versucht er die Türe zu finden, um dem Hausmeister Bescheid zu sagen, allerdings steht er plötzlich im Treppenhaus. Er ist darauf hin sehr verstört und sucht einen Arzt auf, wo er aber nur Tabletten bekommt, die ihn zufriedenstellen.

Als er am nächsten Tag in das Büro kommt, wird er von seinem Chef zum Aktensortieren verdonnert. Buchsbaum ist verärgert darüber und steckt daraufhin den Kopf durch die Wand in das Chefbüro und sagt ihm seine Meinung. Daraufhin wird Pickler verrückt und von Ärzten abgeholt. Buchsbaum lernt seine neue Nachbarin, die Klavierlehrerin Yvonne Steiner, kennen, in die er sich sofort verliebt. Für sie geht er durch die Wand, um ihr ihre gepfändete Uhr zurückzubringen und die Rechnung zu bezahlen. Plötzlich taucht ein anderer Mann auf, jung und schön. Buchsbaum ist enttäuscht, weil er denkt, dass er keine Chancen mehr hat. Er stiehlt eine Kette für seine Nachbarin, die aber die Polizei rufen möchte.

Buchsbaum ist in Anstand, Güte und Liebe enttäuscht und möchte von jetzt an nur noch alles für sich, er geht in die Bank und stiehlt eine Million, bekommt aber ein schlechtes Gewissen und lässt das Geld von seinem Freund, dem Maler, zurückbringen, damit er den Finderlohn von 10 % bekommt. Ihm wird nicht geglaubt und er wird in das Gefängnis gesperrt. Buchsbaum geht deshalb noch ein zweites Mal in die Bank, um dort zu übernachten, um seinen Freund wieder frei zu bekommen. Als er im Gefängnis immer wieder aus und ein geht, wird er in den Turm gesperrt und soll in Ketten gelegt werden. Buchsbaum, der sich unschuldig fühlt, weil er alles zurückgebracht hatte, geht wieder nach Hause. Dort wird er von der Nachbarin empfangen, die feststellt, dass er krank ist. Die Nachbarin holt ihren Arzt, den jungen Mann, den Buchsbaum für den Liebhaber gehalten hat. Buchsbaum verabredet sich mit der Nachbarin und ist wieder sehr glücklich, unter anderem auch, weil er wegen seiner erfolgreichen freundlichen Mahnbriefe zum Beamten 2. Klasse befördert wurde. Als er am Abend bei ihr klingelt, weil er nicht durch die Wand gehen möchte, merkt er plötzlich, dass er sich wieder an die Wände lehnen kann.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Uraufführung des Films erfolgte am 14. Oktober 1959 im Theater am Rudolfplatz in Köln.[1]

Kritiken[Bearbeiten]

Das Heyne Filmlexikon (1996) kommentierte mit „unterhaltsamer Filmspaß“, der katholische film-dienst nannte den Film zwar einen oberflächlichen und reichlich irrationalen Spaß, „in der Inszenierung jedoch mit Gespür für das soziale Milieu und komödiantische Wirkung.“[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Heinz Rühmann erhielt 1959 den Ernst-Lubitsch-Preis für die beste komödiantische Leistung im deutschen Film und Ladislao Vajda erhielt ihn 1960 für die Regie.

Literatur[Bearbeiten]

  • Marcel Aymé: Ein Mann geht durch die Wand. Erzählungen („Le Passe Muraille“). Verlag Volk und Welt, Berlin 1971.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Vgl. Heinz Rühmann: Das war's. Erinnerungen. 13. Aufl. Ullstein Verlag, Frankfurt/M. 1994, ISBN 3-548-20521-6, S. 296.
  2. Ein Mann geht durch die Wand im Lexikon des Internationalen Films

Weblinks[Bearbeiten]