Eisen(II)-hydroxid

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Kristallstruktur
Keine Zeichnung vorhanden
Allgemeines
Name Eisen(II)-hydroxid
Andere Namen
  • Eisendihydroxid
  • Eisenhydroxid (mehrdeutig)
Verhältnisformel Fe(OH)2
CAS-Nummer 18624-44-7
PubChem 10129897
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 89,86 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

3,4 g·cm−3[2]

Löslichkeit

löslich in Salzsäure, konzentrierter Schwefelsäure, Flusssäure[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Eisen(II)-hydroxid ist eine anorganische chemische Verbindung des Eisens aus der Gruppe der Hydroxide.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Eisen(II)-hydroxid erhält man durch Fällung aus Eisen(II)-Salzlösungen unter Sauerstoffausschluss[4] (z.B. Ammoniumeisen(II)-sulfatlösung mit Natronlauge). Der weiße flockige Niederschlag verfärbt sich aber schnell dunkel unter Bildung von Eisen(III)-oxidhydroxid.[5]

Es bildet sich auch als Zwischenprodukt beim Rosten von Eisen, wobei es infolge des Luftsauerstoffs über wasserhaltiges Eisen(III)-hydroxid FeO(OH) weiter zu rotbraunem Eisen(III)-oxid bzw. bei Sauerstoffmangel zu grünem Magnetit-Hydrat und schwarzem Magnetit umgesetzt wird.[6]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Eisen(II)-hydroxid ist ein nahezu weißer, an Luft unbeständiger Feststoff mit geringem, grünlichem Anflug. Er verbrennt beim Ausstreuen in die Luft unter Funkensprühen. Bei Ausschluss von Sauerstoff sind reine, insbesondere Nickel-, Kupfer- und Cobaltfreie Präparate in Berührung mit Kaliumchlorid-Lösung unterhalb 100 °C völlig stabil. Die Verbindung besitzt eine Kristallstruktur vom Cadmium(II)-hydroxid-Typ mit der Raumgruppe C3m (a = 325,8 pm, c = 460,5 pm).[1] Eisen(II)-hydroxid ist amphoter und löst sich in konzentrierten Laugen unter Bildung von blaugrünen Hydroxoferraten(II), z.B. Na4[Fe(OH)6].[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  Georg Brauer: Handbuch der präparativen anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band III, Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1646.
  2. a b  Jean d'. Ans, Ellen Lax, Roger Blachnik: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Springer DE, 1998, ISBN 364258842-5, S. 456 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  4. a b  Erwin Riedel: Anorganische Chemie. Walter de Gruyter, 2004, ISBN 311018168-1, S. 826 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Jander-Blasius: Lehrbuch der analytischen und präparativen anorganischen Chemie, 5. Auflage, S. Hirzel, Stuttgart 1965, S. 215
  6.  Horst Briehl: Chemie der Werkstoffe. Springer, 2007, ISBN 383510223-0, S. 111 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).