Eisen(III)-oxid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Eisen(III)-oxid
__ Fe3+      __ O2−
Allgemeines
Name Eisen(III)-oxid
Andere Namen
  • Hämatit (Mineral)
  • rotes Eisenoxid
  • Dieisentrioxid
  • Eisensequioxid
  • Purpurerz/Kiesabbrand, Rückstand Schwefelsäuregewinnung aus Pyrit
Verhältnisformel Fe2O3
CAS-Nummer 1309-37-1
Kurzbeschreibung

rote bis schwarze Kristalle[1]

Eigenschaften
Molare Masse 159,70 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

5,24 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

1565 °C[2]

Löslichkeit

unlöslich in Wasser[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338 [3]
MAK

1,5 mg·m−3 (Aerosolanteil)[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Eisen(III)-oxid ist ein stabiles Oxid des Eisens. Es ist unter anderem ein Bestandteil des Rostes und verursacht dessen Farbe.

Herstellung[Bearbeiten]

Es ist möglich, rotes Eisenoxid unter anderem durch Brennen von Eisen(III)-oxidhydroxid zu gewinnen. Dabei wird gelbes Eisenoxid auf über 200 °C erhitzt, wobei sich Wasserdampf bildet.

\mathrm{2 \ FeO(OH)  \ \xrightarrow{\Delta} \ Fe_2O_3 \ + \ H_2O}

Bedeutung und Verwendung[Bearbeiten]

Eisen(III)-oxid, reines Pulver

Eisen(III)-oxid wird als Pigment verwendet und als Eisenoxidrot bezeichnet. Der Farbton variiert dabei etwa zwischen rotorange und tiefrot;[4] auch ist es Hauptbestandteil der natürlichen roten Erden.

Als magnetisierbares Material wird Eisen(III)-oxid als Aufzeichnungsschicht für Tonbänder verwendet. Eisen(III)-oxid ist außerdem Bestandteil von superparamagnetischen Eisenoxid-Nanoteilchen, die in der Magnetresonanztomographie und besonders der molekularen Bildgebung als Kontrastmittel Verwendung finden.

Es wird außerdem beim Thermitverfahren in Verbindung mit Aluminium verwendet:

\mathrm{2 \ Al + Fe_2O_3 \rightarrow 2 \ Fe + Al_2O_3}
Elementares Aluminium setzt sich mit Eisen(III)-oxid zu elementarem Eisen und Aluminium(III)-oxid um.

In der frühen Neuzeit wurde es auch durch Destillation von Eisensulfat (grünem Vitriol) gewonnen (caput mortuum, Totenhaupt) und als rote Malerfarbe verwendet.[5]

Vorkommen[Bearbeiten]

Eisen(III)-oxid kommt als Mineral in der Natur in zwei Modifikationen vor:

  • Hämatit (Blutstein) Fe2O3, trigonales Kristallsystem
  • Maghemit (Maghämit) Fe2O3, kubisches Kristallsystem

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Thieme Chemistry (Hrsg.): RÖMPP Online - Version 3.5. Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart 2009.
  2. a b c d e Eintrag zu Eisen(III)-oxid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 3. August 2007 (JavaScript erforderlich).
  3. a b Datenblatt Iron(III) oxide bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 29. März 2011 (PDF).
  4. etwa DIN 6164 6 bis 8 Kurt Wehlte: Werkstoffe und Techniken der Malerei. Otto Maier, Ravensburg 1967, ISBN 3-473-48359-1 (früher: ISBN 3-473-61157-3) S. 113.
  5. Heinrich Schönemann: Aus der Geschichte der Chemie: Von den Vitriolen zur Schwefelsäure