Eisen(II)-sulfid

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Kristallstruktur
Strukturformel von Eisen(II)-sulfid
__ Fe2+     __ S2−
Allgemeines
Name Eisen(II)-sulfid
Andere Namen

Schwefeleisen
Eisenmonosulfid

Verhältnisformel FeS
CAS-Nummer 1317-37-9
Kurzbeschreibung

dunkelgraue oder schwarze, metallartige Stücke, Platten oder Stäbchen[1]

Eigenschaften
Molare Masse 87,91 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

4,84 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

1195 °C[2]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
09 – Umweltgefährlich

Achtung

H- und P-Sätze H: 400
P: 273 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][3]
Umweltgefährlich
Umwelt-
gefährlich
(N)
R- und S-Sätze R: 31​‐​50
S: 60​‐​61
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

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Eisen(II)-sulfid (alte Bezeichnung: Schwefeleisen) ist das Sulfid des zweiwertigen Eisens mit der Formel FeS.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Im Labor erzeugtes Eisensulfid

Eisen(II)-sulfid ist unlöslich in Wasser. Mit Säuren reagiert es unter Bildung von Schwefelwasserstoff:

\mathrm{FeS + 2 \ HCl \longrightarrow FeCl_2 + H_2S}

Beim Erhitzen auf höhere Temperaturen erfolgt bei 138 °C und 325 °C jeweils eine kristallographische Umwandlung im festen Zustand.[5] Reines Eisen(II)-sulfid bildet hellbraune Kristalle des Nickelarsenid-Typs. Die technische Ware ist meist durch Resteisen dunkel bis schwarz gefärbt.

Herstellung[Bearbeiten]

Sowohl im Labor als auch technisch lässt sich Eisen(II)-sulfid durch kurzes Erhitzen eines Gemisches aus Eisenpulver und Schwefelpulver in einer exothermen Reaktion herstellen:

\mathrm{Fe + S \longrightarrow FeS}

Vorkommen[Bearbeiten]

In der Natur findet sich Eisen(II)-sulfid als Pyrrhotin, Troilit und Mackinawit.[6]

Die bakterielle anaerobe Korrosion kann man durch die Schwarzfärbung durch Eisen(II)-sulfid erkennen, welches als Endprodukt entsteht. Dieser archaische Stoffwechsel der Bakterien spielt in der Eisen-Schwefel-Welt, einem Szenario für die frühe Evolution des Lebens, eine wichtige Rolle.

Die Grünfärbung von Eigelb stammt von bei langem Kochen (länger als 10 Minuten) gebildetem – unschädlichem – Eisensulfid.

Verwendung[Bearbeiten]

Eisen(II)-sulfid wurde früher für die Synthese der Schwefelsäure verwendet. Dabei wurde das Eisen(II)-sulfid unter Zufuhr von Luft geröstet, wobei das für die weitere Synthese benötigte Schwefeldioxid entstand. Im Labor kann Eisen(II)-sulfid zur Herstellung von Schwefelwasserstoff dienen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Eisen(II)-disulfid (FeS2)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Eisensulfide. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 15. Juli 2014.
  2. a b Eintrag zu CAS-Nr. 1317-37-9 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. August 2007 (JavaScript erforderlich)
  3. a b c Datenblatt Iron(II) sulfide bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 29. März 2011 (PDF).
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. D'Ans-Lax, Taschenbuch für Chemiker und Physiker, Band 3 (1998), S.458; ISBN 3-540-60035-3
  6. Holleman, Wiberg, Lehrbuch der anorganischen Chemie (2007), S.1657; ISBN 978-3-11-017770-1