Eklampsie

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Klassifikation nach ICD-10
O15.- Eklampsie
O15.0 Eklampsie während der Schwangerschaft
O15.1 Eklampsie unter der Geburt
O15.2 Eklampsie im Wochenbett
O15.9 Eklampsie, bei der der zeitliche Bezug nicht angegeben ist
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Die Eklampsie (griechisch eklámpein: hervorleuchten) ist eine plötzlich auftretende, schwere Erkrankung vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft, die mit Krämpfen einhergeht. Sie kann auch kurz nach der Geburt oder im Wochenbett auftreten. Die Vorstufe wird als Präeklampsie bezeichnet.


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Vorkommen

Betroffen ist etwa 1 von 2000-3500 Schwangeren. 80% aller Eklampsiefälle betreffen Erstgebärende. Bei Mehrlingsschwangerschaften ist sie sechsmal häufiger als bei Einlingsschwangerschaften. Auch Diabetes während der Schwangerschaft und vor allem Fettleibigkeit sind weitere Risikofaktoren für eine Präeklampsie und/oder Eklampsie.

[Bearbeiten] Symptome

Gewöhnlich tritt die Eklampsie nicht ohne entsprechende Vorgeschichte auf. Die Patientinnen haben meist zuvor eine Präeklampsie, die durch Wassereinlagerungen (Ödeme), Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie) und Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) gekennzeichnet ist.

Vor diesem Hintergrund kommt es bei der Eklampsie zum Auftreten von tonisch-klonischen Krämpfen mit oder ohne Bewusstseinsverlust. Vorboten eines solchen Anfalls können ein rascher Blutdruckanstieg mit starken (meist frontalen) Kopfschmerzen, Flimmern vor den Augen, neblig doppeltes oder verschwommenes Sehen und eventuell Übelkeit und Erbrechen sein.

[Bearbeiten] Komplikationen

Eine Eklampsie erfordert eine intensivmedizinische Überwachung der Patientin. Es kann zu Komplikationen wie akutem Nierenversagen, Hirnödem, Thrombosen, Netzhautschäden, Blutungen und Plazentainsuffizienz mit Gefährdung des Kindes kommen.

[Bearbeiten] Therapie

Der Krampfanfall wird mit Antikonvulsiva z.B. Diazepam oder Clonazepam behandelt. Magnesium kann intravenös gegeben werden, es wirkt blutdrucksenkend und antikonvulsiv (krampflösend).

Gefürchtete Nebenwirkung einer intravenösen Verabreichung von Magnesium ist der Atemstillstand. Er kündigt sich zumeist durch Ausfall der Muskeleigenreflexe an (Areflexie); zur Früherkennung dieser Komplikation empfiehlt sich daher die Überprüfung des Patellarsehnenreflexes, der stets gut auslösbar sein soll.

Gegebenenfalls muss die Schwangerschaft vorzeitig durch Einleitung der Geburt bzw. Kaiserschnitt beendet werden, damit die Stoffwechsellage der Mutter sich bessert.

[Bearbeiten] Vorbeugung

Schwangere sollten regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, die sowohl von einem Gynäkologen als auch von einer Hebamme vollständig übernommen werden können. Im Falle von Auffälligkeiten ist eine ärztliche Vorstellung unumgänglich. So lassen sich Vorstufen einer Eklampsie in aller Regel frühzeitig erkennen und gegebenenfalls mit Medikamenten behandeln.

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