Elevation (Liturgie)

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Papst Benedikt XVI. erhebt bei der Heiligen Messe den Leib Christi

Elevation bezeichnet das Erheben (lat. elevare) und Zeigen der gewandelten Gaben bei der Eucharistiefeier. Der Liturg erhebt nach dem Brotwort den Leib Christi und nach dem Kelchwort das Blut Christi.

Römisch-katholische Kirche[Bearbeiten]

In der Heiligen Messe der römisch-katholischen Kirche zeigt der Zelebrant beim eucharistischen Hochgebet der Gemeinde nach der Wandlung die Zelebrationshostie und das Blut Christi im Kelch. Danach macht er eine Kniebeuge. Die Elevation wird meist akustisch durch das Läuten der Wandlungsglocken bzw. Altarschellen angezeigt.

Erstmals bezeugt ist die Erhebung in einer Verfügung des Bischofs von Paris, Odo von Sully (1196-1208). Sie kommt der vom Schauverlangen bestimmten hochmittelalterlichen Eucharistiefrömmigkeit entgegen.[1] Aus zahlreichen historischen Berichten des späten Mittelalters ist überliefert, dass Teile des Kirchenvolkes, das zu dieser Zeit nur selten kommunizierte, oft nur zur Elevation die Kirche betrat. Da oft an mehreren Altären Messen zelebriert wurden, kam auf, sich von Altar zu Altar zu begeben, um jeweils die Elevation zu sehen.

Zusätzlich zur Elevation nach den Einsetzungsworten („große Elevation“) erhebt der Priester (gegebenenfalls zusammen mit dem Diakon) Brot und Wein (Leib und Blut) bei der Doxologie am Ende des Hochgebets („kleine Elevation“). Nach dem Agnus Dei erhebt der Priester die gebrochene Hostie zu den Worten: „Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt“.

Lutherische Kirchen[Bearbeiten]

Martin Luther hat bei der Sakramentsfeier die Elevation als sichtbare Hindeutung auf die Realpräsenz beibehalten (siehe seine Deutsche Messe). Sie wurde aber schon zu Luthers Zeit in Wittenberg abgetan, und zwar durch Johannes Bugenhagen, ohne dass Luther dagegen war, denn er sah darin eine freie Zeremonie, die man tun oder auch lassen kann.[2] Er war auch dagegen, dass die Elevation da, wo sie abgetan war, wieder eingeführt würde.[3]

Die Elevation ist in etlichen lutherischen Kirchen erhalten geblieben. In der entsprechenden lutherischen Abendmahlsliturgie hebt der Pfarrer nach dem Brotwort Christi Leib und nach dem Kelchwort Christi Blut hoch. Ebenfalls erfolgen Kniebeugen des Liturgen. Zwischen Agnus Dei und Austeilung erhebt der Pfarrer den Kelch und die während des Agnus Dei gebrochene Schauhostie. Zur Gemeinde gewandt, heißt es während der Elevation: „Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt“.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andreas Heinz: Art. Aussetzung. In: Lexikon für Theologie und Kirche. Bd. 1. 3. Auflage, Freiburg 1993, 1271–1272.
  2. So in seinem Brief an Fürst Georg von Anhalt, Walch2, Bd. XIX, Sp. 1340 f.
  3. So in seinem Brief an Kurfürst Johann Friedrich, Walch2, Bd. XXIb, Sp. 3054.