Enhancer (Genetik)

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Enhancer (engl. enhance "verstärken", dt. selten auch Transkriptionsverstärker genannt) sind Abschnitte mit charakteristischer Basenabfolge in der eukaryotischen DNA, die (wie auch die Silencer), zu den cis-Elementen gehören. Sie beeinflussen die Anlagerung des Transkriptionskomplexes an den Promotor und verstärken somit die Transkriptionsaktivität eines Gens. Entscheidend für diese Transkriptionsverstärkung ist die räumliche Orientierung des Enhancers zum Promoter (Enhancer-Promoter-Wechselwirkung). Somit kann der Enhancer bis zu mehrere tausend Basen vor (upstream) oder hinter (downstream) dem Promoter liegen und trotzdem durch die dreidimensionale Supercoil-Struktur der DNA in die räumliche Nähe der Promotersequenz gebracht werden. An der Ausbildung dieser Strukturen sind ebenfalls die Histone beteiligt. Die DNA-Strukturmerkmale, die an der Steuerung der Transkription beteiligt sind, sind komplex und vielfältig.

Beispiele für die Enhancer-Wirkung sind das DNA-Rearrangement in einigen Tumorzellen oder beim Ig-Klassenwechsel der B-Lymphozyten. Hier werden enzymatisch DNA-Abschnitte aus der DNA entfernt. Auf diese Weise 'rückt' der Enhancer in die räumliche Nähe des Promoters. Die Folge ist eine verstärkte Gentranskription und damit zum Beispiel die Amplifikation eines Onkogens (im Falle der Tumorzellen) oder die Produktion von IgG (im Falle der Plasmazellen). Enhancer sind damit wichtige Elemente zur Regulation der Genexpression.

Geschichte[Bearbeiten]

1981 wurde einer der ersten Enhancer beschrieben. Er stammt aus dem Polyomavirus SV40. Er enthält zwei identische, 72 bp lange Abschnitte, die 72-Wiederholungssequenzen heißen. Jede der beiden Abschnitte hat für sich allein bereits eine schwach verstärkende Wirkung auf dem Promoter, gemeinsam verstärken sie die Aktivität um ein Vielfaches.

Literatur[Bearbeiten]