Entität (Informatik)

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Als Entität (auch Informationsobjekt genannt, englisch entity) wird in der Datenmodellierung ein eindeutig zu bestimmendes Objekt bezeichnet, über das Informationen gespeichert oder verarbeitet werden sollen. Das Objekt kann materiell oder immateriell, konkret oder abstrakt sein. Beispiele: Ein Fahrzeug, ein Konto, eine Person, ein Zustand.

Entität, Entitätstyp[Bearbeiten]

Aus Entitäten (die einzelnen individuellen Objekte) werden Entitätstypen (gelegentlich Entitätsklasse genannt) abgeleitet. Entitäten sind also konkrete Ausprägungen (Instanzen) eines Entitätstyps und haben eine Identität. Im Sprachgebrauch wird statt der korrekteren Bezeichnung „Entitätstyp“ gelegentlich das kürzere Wort „Entität“ verwendet, wobei aus dem Zusammenhang meist hervorgeht, ob eine Objektinstanz oder deren Typisierung gemeint ist.

Kriterium für die Bildung von Entitätstypen (Typisierung) sind gleiche Attribute/Merkmale von Entitäten.

Die Menge der Entitäten eines Entitätstyps wird Entitätsmenge genannt – die (je nach Auswahl) alle, nur bestimmte oder keine Entitäten umfassen kann. Entitäten als Elemente einer Entitätsmenge werden durch ihre Eigenschaften (Werte von Attributen) unterschieden. Jede Entität eines Entitätstyps wird von den anderen Entitäten desselben Entitätstyps durch einen eindeutigen Wert eines identifizierenden Attributs oder einer Attributkombination (z. B. die Fahrgestellnummer für ein einzelnes Auto oder das Kraftfahrzeugkennzeichen für eine einzelne Zulassung) unterschieden. Dieses Attribut oder diese Attributkombination wird Identifikation, Identifikator oder kurz ID genannt. Bei der Überführung eines Entitätstyps in eine Tabelle einer relationalen Datenbank wird aus der Identifikation der Schlüssel.

Eine Entität kann mit anderen Entitäten wie auch mit sich selbst in einer Beziehung (engl. relationship) stehen. Daraus wird in der Datenmodellierung das (meist graphische) Entity-Relationship-Modell als Abbild der Gegebenheiten der untersuchten Realität gebildet.

Die Typisierung von Entitäten und der zwischen Entitäten möglichen Beziehungen (zu Beziehungstypen) geschieht durch Abstraktion. Diese Unterscheidung von Instanzen und Typen ist notwendig, um zu einem Datenmodell zu gelangen. Im Datenmodell werden Entitäten als Entitätstypen und die Beziehungen als Beziehungstypen in einem Entity-Relationship-Diagramm grafisch dargestellt.[1] Für die Erstellung einer relationalen Datenbank kann, ausgehend von einem Datenmodell, ein Entitätstyp als eine Tabelle in einer Datenbank umgesetzt werden, wobei jede Tabellenzeile (oder Datensatz, im Falle einer relationalen Datenbank Tupel genannt) einer Entität entspricht.

Generalisierung / Spezialisierung[Bearbeiten]

Treten in verschiedenen Entitätstypen Attribute und/oder Beziehungstypen auf, die für dieselbe Entität identisch sind, so können diese unter einem neuen Entitätstyp geführt und zusammengefasst werden, was als Generalisierung bezeichnet wird. Der dabei entstehende Entitätstyp nimmt die gemeinsamen Attribute auf. Die ursprünglichen Entitätstypen bleiben bestehen; sie „erben“ die Attribute des neuen Entitätstyps. So können z. B. die Entitätstypen Kunde und Lieferant zusätzlich zu dem generalisierten Entitätstyp Geschäftspartner zusammengeführt werden, wobei z. B. Name, Anschrift, Bankverbindung etc. sowohl für Kunden als auch für Lieferanten verwendet werden. Die Umkehrung (Erkennen, dass Attribute eines Entitätstyps nur in bestimmten Situationen/Rollen auftreten) kann ebenfalls zu einem neuen Entitätstyp führen (z. B. Privatkunde) und wird als Spezialisierung bezeichnet.

Die Generalisierung, Spezialisierung und die Vererbung der Attribute entsprechen dem Grundgedanken der Objektorientierten Programmierung.

Beispiele[Bearbeiten]

Entitätstypen sind:

  • Artikel mit identifizierendem Attribut EAN
  • Buch mit identifizierendem Attribut ISBN und beschreibendem Attribut Lagermenge (im Falle eines Verlags mit vielen (aus Sicht des Verlages identischen) Kopien)
  • Buch mit identifizierendem Attribut ISBN plus Exemplarnummer (im Falle einer Bibliothek)
  • Konto mit identifizierendem Attribut Kontonummer
  • Kunde mit identifizierendem Attribut Kundennummer

Gegenüberstellung von Grundbegriffen[Bearbeiten]

Tabelle Relationale Datenbank Entity-Relationship-Modell (ERM) Unified Modeling Language (UML)
Wertebereich (Domäne, Domain) Wertebereich (Domäne, Domain) Wertebereich (Domäne, Domain) Wertebereich (Domäne, Domain)
Kopfzeile Relationstyp/Relationsformat/Relationenschema Entitätstyp Klasse
Spaltenüberschrift Attribut Attribut Attribut
Inhalt Relation Entitätsmenge Objektmenge, Instanzmenge
--/-- Fremdschlüsselbeziehung Beziehung (Relationship) Assoziation
Zeile Tupel Entität Objekt, Instanz
Zelle Attributwert Attributwert Attributwert

Unterschied Entität / Objekt[Bearbeiten]

Der Begriff der Entität ist mit dem Begriff des Objekt verwandt. Die Begriffe Entität und Objekt gelten in ihrer jeweiligen Begriffswelt, der Datenmodellierungswelt und der Objektorientierten Programmierungswelt. Sie entsprechen einander, sind aber weder identisch noch synonym. So hat ein Objekt eine Reihe ihm eigener dynamischer Funktionen, Operationen und Methoden, was bei einer Entität, der lediglich statische Attribute zugeordnet sind, nicht zutrifft. Anders ausgedrückt: dynamischer Objekttyp = programmtechnische Repräsentation des statischen Entitätstyps plus zugehörige Bearbeitungsfunktionen. Näheres siehe Objektorientierte Programmierung.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Entität – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Pin-Shan Chen: The Entity-Relationship Model-Toward a Unified View of Data. Massachusetts Institute of Technology, März 1976, abgerufen am 7. Januar 2010 (PDF; 363 kB, Definition des Entity Relationship Modells).