Ernst Pfeiffer (Mathematiker)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jahresbericht des Pfeifferschen Instituts, 1886

Ernst Pfeiffer (* 1847 in Swinemünde; † 1917 in Jena) war ein deutscher Pädagoge, der ab 1881 das nach ihm benannte Pfeiffersche Institut in Jena leitete.

Leben[Bearbeiten]

Pfeiffer studierte Mathematik und Physik in Berlin, lehrte dann an verschiedenen Schulen in Pommern und Ostpreußen und war ab 1881 Direktor der höheren Bürgerschule in Jena, des Pfeifferschen Instituts.[1] Diese Schule wurde 1832 von Karl Herzog gegründet, von 1876 bis 1882 unterrichtete dort der Logiker Gottlob Frege, der an der Universität Jena Privatdozent war.[2] Ab 1909 wurde die Schule in eine städtische Oberrealschule umgewandelt, deren Direktor Ernst Pfeiffer bis 1914 blieb (der heutige Name (2011) ist Adolf Reichwein Schule).[3]

Die Pfeiffer'sche Methode[Bearbeiten]

Ernst Pfeiffer veröffentlichte im Jahresbericht seiner Schule im Jahr 1886 einen mathematischen Artikel zur analytischen Zahlentheorie, auf den sich später Edmund Landau bezog. Landau nannte die dort verwendete Herangehensweise Pfeiffer'sche Methode. Mehrere Doktorarbeiten unter der Leitung von Landau hatten die Weiterentwicklung der Methode zum Thema (Detlef Cauer, 1914; Adolf Hammerstein, 1919; Werner Wolfgang Rogosinski, 1922). Auch Johannes van der Corputs Doktorarbeit 1919 behandelte die Pfeiffer'sche Methode (zusammen mit Voronois Methode).[4] In seiner 1925 erschienen Arbeit beschrieb Landau dann, wie man auf kürzere Weise die Ergebnisse erzielen kann, für die bisher die Pfeiffer'sche Methode benutzt worden war.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Pfeiffer: Über die Periodicität in der Teilbarkeit der Zahlen und über die Verteilung der Klassen positiver quadratischer Formen auf ihre Determinanten, Jahresbericht der Pfeifferschen Lehr- und Erziehungs-Anstalt, Jena, S. 1–21, 1886
  • Edmund Landau: Die Bedeutung der Pfeiffer'schen Methode für die analytische Zahlentheorie, Sitzungsberichte Akad. Wien 121, S. 2195–2332, 1912
  • ders.: Neue Untersuchungen über die Pfeiffer'sche Methode zur Abschätzung von Gitterpunktanzahlen, Sitzungsberichte Akad. Wien 124, S. 469–505, 1915
  • ders.: Die Bedeutungslosigkeit der Pfeiffer'schen Methode für die analytische Zahlentheorie, Monatshefte für Mathematik und Physik 34, S. 1–36, 1925

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Löbdergraben 28, 1995 abgerissen.
  2. Siehe Gottfried Gabriel/Wolfgang Kienzler: Frege in Jena: Beiträge zur Spurensicherung, Google books.
  3. Quelle: frühere Homepage der Schule. Auf der aktuellen Homepage (2012) geht die Schulgeschichte nicht mehr so weit zurück.
  4. Siehe hierzu auch Seite 111 in Arnold Walfisz: Über einige neuere Ergebnisse der Gitterpunktlehre, Prace Mat.-Fiz. 36, 107–135, 1929.