Esico von Ballenstedt

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Esico von Ballenstedt, auch: Graf Esiko von Ballenstedt und Aschersleben oder Esichos (* um 990/1000; † nach 1059, vermutlich 1060) gilt als Stammvater der Askanier.

Leben[Bearbeiten]

Esicos Vater war vermutlich Graf Adalbert von Ballenstedt; seine Mutter Hidda, Tochter des Markgrafen Hodo I. (965–993) der Lausitz. Seine mutmaßliche Schwester Uta war mit dem Markgrafen von Meißen, Ekkehard II. verheiratet. Beide waren Stifter des Naumburger Doms. Als weitere Schwester wird Hazecha, seit 1043 Äbtissin des Stifts Gernrode, angenommen.

Eine erste urkundliche Erwähnung Esicos liegt 1036 in einer Urkunde Konrads II. vor.[1] Auch wenn in der Chronik des Annalista Saxo Esico bereits im Jahr 1030 erscheint [2] ist hierbei anzumerken, dass der Annalista Saxo erst ca. 150 Jahre später schrieb und somit nicht als zuverlässige Quelle erscheinen kann. [3]

Esico erbte über seine Mutter Allodien in verschiedenen Gebieten, die Grafenrechte in diesen Gebieten gingen jedoch nicht komplett an ihn über. Es kann hier also ein Ausgleich zwischen zwei Erbberechtigten Parteien angenommen werden. [4] Die Frage nach dem Stammbesitz Esicos ist nicht endgültig zu beantworten, jedoch wird in der neueren Forschung davon ausgegangen, dass es im Gau Serimunt in der Nähe von Köthen liegen dürfte.[5]

Ebenso ist die Bezeichnung Graf von Ballenstedt für Esico nicht durch zeitgenössische Quellen zu belegen. Der erste Askanier, der in einer zeitgenössischen Quelle mit Ballenstedt in Verbindung steht, ist Adalbert II., der Sohn Esicos. [6] Dass Esico jedoch einen Bezug zu Ballenstedt hat, ist dennoch richtig. [7] Otto der Reiche, ein Enkel Esicos, ist der erste Askanier, der zeitgenössisch als „Graf von Ballenstedt“ erscheint.[8]

Neben dem ererbten Allodialbesitz von Seiten der Mutter, der nach Partenheimer nur einen geringen Teil am Besitz Esicos ausmacht, gelingt es den ersten Askaniern vor allem durch eine geschickte Heiratspolitik ihren Besitz zu vermehren. So heiratet Esicos Vater die Tochter eines der wichtigsten Grafen der Ostmark und Esico selbst die Schwägerin Konrad II., dies war Mathilde von Schwaben (* um 988; † 29. Juli 1031 in Worms), die Schwester von Kaiserin Gisela von Schwaben.[9]

Zwischen den Jahren 1036 und 1059 gibt es neun urkundliche Erwähnung Esicos. [10] Da die letzte urkundliche Erwähnung auf das Jahr 1059 datiert ist, ist davon auszugehen, dass Esico kurz darauf verstarb, vermutlich im Jahre 1060. [11]

Esico gilt als Stammvater des Geschlechts der Askanier. Durch Lehen war Esico Graf des Schwabengaues, Harzgaues, Hardagaues, des Nordthüringgaues und Gau Serimunt sowie Vogt von Hagenrode (bei Alexisbad) und Nienburg – einem Gebiet also, das mehr oder weniger dem späteren Land Anhalt entspricht. [12] Er gründete ein Kollegiatstift auf der Burg in Ballenstedt. Bei der Kircheneinweihung am 10. Juni 1046 war Kaiser Heinrich III. anwesend.

Esicos Nachfolger war sein Sohn Adalbert II.

Kinder[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. DD K II Nr. 234.
  2. MGH SS 6 S. 676.
  3. vgl. Partenheimer, Lutz: Albrecht der Bär : Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt, Köln 2001, S. 15.
  4. ebd.
  5. vgl.: Partenheimer: Albrecht, S. 20; Assing, Helmut: Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter: Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften, Köln 1997.
  6. Codex Diplomaticus Anhaltnius I, Nr. 146.
  7. Codex Diplomaticus Anhaltinus I, Nr. 148.
  8. Partenheimer: Albrecht, S. 16.
  9. Partenheimer: Albrecht, S. 21.
  10. 1036: Codex Diplomaticus Anhaltinus (CDA) I, Nr. 11; 1041: CDA I, Nr. 112; 1043: CDA I, Nr. 115; 1043: CDA I, Nr. 116; 1043: CDA V, Nr. 116a; 1043: CDA I, Nr. 117; 1046: CDA I, Nr. 122; 1051: CDA I, Nr. 129; 1059: CDA I, Nr. 16. Wobei bei der letzt genannten Urkunden nicht mit absoluter Sicherheit gesagt werden kann, dass es sich hierbei um den Askanier handelt und nicht ein anderer Esico gemeint ist.
  11. Partenheimer: Albrecht, S. 22.
  12. Partenheimer: Albrecht, S. 16.