Euglenozoa
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Euglena sp. |
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| Systematik | ||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||
| Euglenozoa | ||||||||
| Cavalier-Smith, 1981 |
Die Euglenozoa bilden ein Taxon eukaryotischer, geißeltragender Protozoen (Flagellaten).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Merkmale
Die meisten Euglenozoa sind zwischen 15 und 40 µm lang und damit relativ klein, einige werden jedoch bis zu 500 µm groß. Als entscheidende Synapomorphie der Euglenozoa wird das Vorkommen heteromorpher Paraxonemalstäbe parallel zum Axonem der Geißeln angesehen.[1] Auf molekularer Ebene sind das Auftreten des außergewöhnlichen DNA-Bausteins Beta-D-glucosyl-hydroxymethyluracil („Base J“)[2], sowie das Trans-Spleißen charakteristische Merkmale der Euglenozoa.[3]
[Bearbeiten] Systematik
Die drei Großgruppen der Euglenozoa sind die Augentierchen (Euglenoida), die Kinetoplastida, zu denen unter anderem die Erreger der Schlafkrankheit (Trypanosoma) und der Leishmaniose (Leishmanien) gehören, sowie die Diplonemida. Hinzu kommt noch die Art Postgaardi mariagerensis, die zwar eindeutig zu den Euglenozoa gehört, aber keiner der drei Großgruppen zuzuordnen ist.[1] Die Euglenozoa werden in der modernen Systematik mit anderen Gruppen als Excavata zusammengefasst.[4]
[Bearbeiten] Taxa
Euglenoida sind länglich und haben ein oder zwei Flagellen. Es gibt ca. 1000 Arten. Die meisten Euglenoida haben Chloroplasten, einige Arten sind farblos und frei von Chloroplasten. Die Zellen der Euglenoida sind von einer Pellikula umgeben. Je nach Struktur dieser Pellikula sind die Zellen starr (rigide) oder beweglich (flexibel), so dass sie Ihre äußere Form verändern können. Euglenoiden können mit ihrem Flagellum schwimmen, können aber auch auf Oberflächen kriechen. Die meisten der bekannten Euglenoida leben im flachen Süßwasser, das reich an organischem Material ist. Einige leben in Brackwasser oder im Meer und wenige sind zu Parasiten geworden.
Die Kinetoplastida bestehen aus zwei Gruppen kleiner Protisten: den Bodonida, die häufig frei in Süßwasser schwimmend vorkommen, aber auch parasitische Formen enthalten und den ausschließlich parasitischen Trypanosomatida.
Die Diplonemida enthalten die beiden Gattungen Diplonema und Rhynchopus. Ihre Zugehörigkeit zu den Euglenozoa ist durch ultrastrukturelle und molekularbiologische Untersuchungen bestätigt worden.[5]
[Bearbeiten] Verbreitung und Lebensweise
Vertreter der Euglenozoa sind weltweit verbreitet und sehr vielfältig in ihrer Lebensweise. Es gibt photoautotrophe, Photosynthese treibende Arten, heterotrophe Arten, Parasiten und Krankheitserreger.
[Bearbeiten] Quellen
- T. Cavalier-Smith 1981: Eukaryote kingdoms: seven or nine? Biosystems 14: S. 461–481.
- William Marande, Julius Lukeš und Gertraud Burger 2005: Unique Mitochondrial Genome Structure in Diplonemids, the Sister Group of Kinetoplastids. Eukaryotic Cell 4, Heft 6: S. 1137-1146
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ a b Simpson A. G. B., van den Hoff J., Bernard C., Burton H. und Patterson D. J. (1996/97): The ultrastructure and systematic position of the euglenozoon Postgaardi mariagerensis, Fenchel et al. Arch. Protistenkd. 147: S. 213-225
- ↑ Gommers-Ampt JH, Van Leeuwen F, de Beer AL, Vliegenthart JF, Dizdaroglu M, Kowalak JA, Crain PF, Borst P (1993): Beta-D-glucosyl-hydroxymethyluracil: a novel modified base present in the DNA of the parasitic protozoan T. brucei. Cell 75: S. 1129-1136
- ↑ Frantz C., Ebel C., Paulus F., Imbault P. (2000): Characterization of trans-splicing in euglenoids. Curr. Genet. 37: S. 349-355
- ↑ Sina M. Adl, Alastair G. B. Simpson, Mark A. Farmer, Robert A. Andersen, O. Roger Anderson, John A. Barta, Samual S. Bowser, Guy Bragerolle, Robert A. Fensome, Suzanne Fredericq, Timothy Y. James, Sergei Karpov, Paul Kugrens, John Krug, Christopher E. Lane, Louise A. Lewis, Jean Lodge, Denis H. Lynn, David G. Mann, Richard M. McCourt, Leonel Mendoza, Øjvind Moestrup, Sharon E. Mozley-Standridge, Thomas A. Nerad, Carol A. Shearer, Alexey V. Smirnov, Frederick W. Spiegel, Max F. J. R. Taylor: The New Higher Level Classification of Eukaryotes with Emphasis on the Taxonomy of Protists. The Journal of Eukaryotic Microbiology 52 (5), 2005: S. 399-451
- ↑ Busse, I. und Preisfeld, A. (2002a): Phylogenetic position of Rhynchopus sp. and Diplonema ambulator as indicated by analyses of euglenozoan small subunit ribosomal DNA. Gene 284 (1-2): S. 83-91.