Fährte

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Spur eines Hasen:
a.) bei der Äsung (Futtersuche)
b.) normaler Lauf
c.) bei Flucht

Als Fährte bezeichnet man die auf dem Erdboden oder im Schnee hinterlassenen „Fußabdrücke“ eines Lebewesens inklusive der anhaftenden Duftmoleküle.

Fährtensuche[Bearbeiten]

Der Fährtensucher „liest“ in den Spuren und findet den Weg (Pfadfinder). Er erkennt mögliche Gefahren durch Tiere oder Feinde, entdeckt neue Jagdgründe und spürt die Tiere auf.

Indianer, die sich auf Fährtensuche verstanden, waren bei den US-amerikanischen Truppen im Wilden Westen als Scouts sehr begehrt. Sie wurden aber dadurch vom Feind gegen ihr eigenes Volk eingesetzt.

Der Jäger unterscheidet zwischen „warmen“, also frischen Fährten, die soeben erst entstanden sind, und „kalten“ bzw. alten Fährten, die schon vor längerer Zeit entstanden. Bei Fährten von „angeschweißten“ (angeschossenen, verwundeten) Tieren spricht er von Wund- oder Schweißfährten, anderenfalls von Gesundfährten; für die Suche von Fährten verwendet er einen Fährtenhund oder Schweißhund.

Die Gangart des Wildes unterscheidet sich bei Flucht, bei der Jagd oder bei Wanderungen und erzeugt durch verschiedenen Trittabstand und -druck deutlich unterscheidbare Muster. Den Abdruck eines einzelnen Laufs in einer Fährte bezeichnet der Jäger als Trittsiegel.

Fährte bzw. Geläuf eines Waschbären

Sprache[Bearbeiten]

Fährte eines unbestimmten Vogels auf einer Sanddüne am Meer
  • Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff „Fährte“ für die zurückgelassenen Spuren aller Art und jedes Lebewesens verwendet. Dazu gehören unter anderem Fußspuren, Fußabdrücke, Gangmuster, Kotspuren, Schlaf- und Raststellen, Fress-Spuren.
  • In der Jägersprache wird der Begriff „Fährte“ begrenzt auf Fährten des Schalenwilds (Elch-, Rot-, Dam-, Muffel-, Reh- und Schwarzwild), der Branken vom Bären, den Ballen des Wolfes und des Luchses, sowie der Füße von Auerwild, Truthahn und Trappe.[1] Der Jäger spricht auch von Bodenverwundung. Bei allen anderen Haarwildarten spricht er von Spur, bei Federwild von Geläuf.
  • Die Ichnologie erforscht allgemeine Tierspuren.
  • Die Palichnologie erforscht versteinerte Spuren.
Redensarten
  • die Fährte (oder Spur) ist heiß → eine mögliche Lösung ist nahe
  • jemanden auf eine falsche Fährte locken → jemanden in die Irre führen

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans G. Schumann, Manfred Fischer: Fährten, Spuren, Geläufe. 1982, ISBN 3-7888-0361-4.
  • Karl Brandt, Hans Behnke, Andreas David: Fährten- und Spurenkunde. Kosmos (Franckh-Kosmos), 2002, ISBN 3-440-08923-1.
  • Ilse Haseder, Gerhard Stinglwagner: "Knaurs Großes Jagdlexikon", Augsburg 2000, Stichwort. Fährte, S. 201, ISBN 3-8289-1579-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tierspuren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ilse Haseder, S.201