Fünfeichen (Neubrandenburg)

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Fünfeichen ist ein südöstlich gelegener Stadtgebietsteil von Neubrandenburg, seit 1995 zugeordnet dem Neubrandenburger „Stadtgebiet Süd“. Der Ort wurde um 1870 als Stadtgut am Rande der Stadtfeldmark von Neubrandenburg angelegt. Erster Besitzer war der Advokat Moritz Loeper, letzte Besitzerin Freifrau Ida von Maltzahn, die das Gut 1938 an die deutsche Wehrmacht verkaufte. Danach wurde hier ein Truppenübungsplatz angelegt, das Gut aber zunächst weiter betrieben.[1]

Auf dem Gelände des Gutes entstand nach Kriegsausbruch 1939 das der Wehrmacht unterstellte Kriegsgefangenenlager Stammlager Neubrandenburg/Fünfeichen (Stalag II A), ab Juni 1945 vom NKWD genutzt als Speziallager Nr. 9 Fünfeichen. Über die während dieser Phase im Lager herrschenden Zustände findet sich in Band 3 von Uwe Johnsons Roman Jahrestage eine eindringliche literarische Schilderung (in dem dem 4. Juni 1968 gewidmeten Kapitel). Ab August 1948 wurde das Lager aufgelöst und abgerissen.

In Fünfeichen wurden zu beiden historischen Ebenen Mahnmale errichtet.

Während der Zeit der DDR bis heute dient Fünfeichen als militärischer Standort.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. Band 1. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3). Thomas Helms Verlag Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, S. 243–245.

53.52388888888913.284444444444Koordinaten: 53° 31′ N, 13° 17′ O