Fürst-Pückler-Eis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fürst-Pückler-Eis
Fürst-Pückler-Schnitte

Das Fürst-Pückler-Eis (frz. demi-glace à la Pückler) ist eine Eisspezialität aus drei verschiedenen Eissorten, welche gemeinsam gefroren werden. Es ist nach dem Parkgestalter und Reiseschriftsteller Hermann von Pückler-Muskau (1785–1871) benannt.

Das älteste bekannte Rezept für ein Eis dieses Namens stammt von dem Königlich-Preußischen Hofkoch Louis Ferdinand Jungius, der Pückler 1839 in seinem Kochbuch ein dreischichtiges Sahneeis widmete. Dessen Hauptbestandteile waren geschlagene Sahne, Zucker und frische Früchte oder im Winter Konfitüre, die in einer Form in Schichten angeordnet waren.[1] Wegen des hohen Fettgehalts der Sahne gefriert die Masse nur halb.

Daraus entwickelte sich später eine Zubereitung aus Schokoladen-, Erdbeer- oder Himbeereis und einer mit Maraschino aromatisierten hellen Makronen-Eis-Masse. Mittlerweile werden keine Makronen mehr verwendet. Die heute als Fürst-Pückler-Eis bezeichnete Spezialität ist in der Regel eine Kombination von Schokoladen- und Erdbeer- oder Himbeer- mit Vanilleeis. Sehr bekannt und verbreitet ist die Fürst-Pückler-Schnitte, bei der dreischichtige Eiscreme zwischen zwei Waffeln oder als Eispastete angeboten wird. Bei industriell hergestelltem Speiseeis bedeutet die Bezeichnung nach Fürst-Pückler-Art, dass es aus drei Schichten in den genannten Geschmacksrichtungen besteht.

International wird für diese Kombination aus Vanille-, Erdbeer- und Schokoladeneis meist die englische Bezeichnung Neapolitan ice cream oder Neapolitan slice (Neapolitanische Schnitte) verwendet, wobei sich der Name ursprünglich auf die Herstellung eines Schichteises in einer italienischen Eisform bezog und unabhängig von den Geschmacksrichtungen war.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vollständige[n] und umfassende[n] theoretisch-praktische[n] Anweisung der gesammten Kochkunst. Ein auf dreißigjährige Erfahrung gegründetes Lehr- und Hülfsbuch für die größten herrschaftlichen Tafeln, so wie für die Haushaltungen aller Stände; mit besonders lehrreichen Nachweisungen über die für die Kochkunst dargebotenen Natur-Erzeugnisse in folgerechter Tafelordnung mit deutschen und französischen Benennungen zusammengestellt und bearbeitet von L. F. Jungius, Mundkoch Sr. Majestät des Königs von Preußen. In drei Bänden. Dritter Band. Berlin, bei G. Reimer. 1839.
  2. Elizabeth David, Harvest of the cold months. The Social History of Ice and Ices, London 1994

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]