Fallschirmjäger-Regiment Hübner

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Fallschirmjäger-Regiment Hübner
Aktiv August 1944 bis März 1945
Land Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Streitkräfte Wehrmacht
Teilstreitkraft Luftwaffe
Truppengattung Fallschirmjäger
Typ Regiment
Zweiter Weltkrieg Deutsche Westfront 1944/1945
Operation Blackcock
Rheinland-Kampagne
Kommandeure
Einziger Kommandeur Oberstleutnant Friedrich Hübner

Das Fallschirmjäger-Regiment Hübner - oder Kampfgruppe Hübner - wurde im August 1944 gebildet und im September der Fallschirmjäger-Division Erdmann angegliedert. Es operierte als unabhängige Kampfgruppe von November 1944 bis März 1945, als es in Fallschirmjäger-Regiment (FJR) 24 umbenannt und der 8. Fallschirmjäger-Division angegliedert wurde.[1]

Kommandeur[Bearbeiten]

Oberstleutnant Friedrich Hübner hatte früher im Krieg das II. Bataillon/Fallschirmjäger-Regiment 5 befehligt, das als Teil der Brigade Ramcke im Afrikafeldzug eingesetzt worden war. Nach dem Krieg diente er einige Jahre in der Bundeswehr, bis er pensioniert wurde.

Organisation[Bearbeiten]

Das FJR Hübner war voll besetzt; angeblich konnte es zwei Feldbataillone aufstellen. Ein drittes Bataillon sollte gebildet werden, erreichte aber keine Gefechtsbereitschaft. Anfänglich war das dritte Bataillon in Sint Odiliënberg und Melick.

Einsätze[Bearbeiten]

Im Dezember 1944 wurden sowohl das FJR Hübner als auch die Kampfgruppe Müller nach Roermond geschickt, um die 176. Infanterie-Division, deren Frontlinie an der Maas verlief, zu unterstützen.

Im Januar 1945 wurde das Regiment der 15. Armee zugewiesen und an der Maas positioniert, um die nördliche Flanke des. XII. SS-Armeekorps zu decken. Am 16. Januar begannen drei britische Kampfgruppen die Operation Blackcock. Sie hatte das Ziel, das sogenannte Ruhr-Dreieck zu erobern, das Gebiet zwischen Roermond, Sittard und Heinsberg. Dies gelang den Briten innerhalb von zwölf Tagen trotz extremer Kälte und teils schlechter Sicht.

Hübners Verteidigung von Sint Joost[Bearbeiten]

Die Schlacht um das niederländische Dorf Sint Joost (51° 7′ N, 5° 54′ O51.1167777777785.8994444444444) war ein Wendepunkt der Operation Blackcock. Nach vier Gefechtstagen war den Deutschen sehr wohl bewusst, dass sich der Vormarschplan der Panzerdivision sehr auf Straßen stützte, vor allem wegen der widrigen winterlichen Bedingungen.

Sint Joost lag an der Vormarschroute der britischen 7. Panzerdivision (bekannter als "Desert Rats") auf ihrem Weg Richtung Montfort (51° 8′ N, 5° 57′ O51.1266666666675.9469444444444). Am 20. Januar begannen bei kaltem und nebligem Wetter Infanterie- und Kavallerie-Einheiten der 'Desert Rats' einen ersten Angriff auf die vermuteten zwei deutschen Kompanien des FJR Hübner in Sint Joost. Letztlich brauchten sie vier Angriffswellen, um das Dorf zu erobern; die letzte fand am 21. Januar (einem Sonntag) statt. Flammenwerfende Churchill-Panzer ("Crocodile") trugen maßgeblich zu der Eroberung bei und setzten viele Häuser in Flammen.

Insgesamt wurden 60 deutsche Fallschirmjäger gefangen genommen. Die 9th Durham Light Infantry zählte in Sint Joost 33 Gefallene; die '1st Rifle Brigade' 34. Über 100 deutsche Soldaten starben, die meisten von ihnen beim erbitterten Häuserkampf. Die überlebenden deutschen Soldaten wagten sich nur im Schutz von Zivilisten aus den Kellern, weil sie fürchteten, von den Siegern erschossen zu werden. Hübner hatte durch Tod oder Gefangennahme fast zwei Kompanien verloren.

Im Februar 1945 wurde die Kampfgruppe Hübner zum 'Fallschirmjäger Regiment 24' (FJR 24) ernannt; sie blieb unter dem Kommando von Oberstleutnant Hübner. Im März 1945 wurde sie dem Kommando von Major Zander unterstellt. Das FJR 24 versuchte, den britischen Vormarsch Richtung Bremen aufzuhalten, und ergab sich britischen Truppen im April 1945 südlich von Bremen.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 4. Die Landstreitkräfte 15–30. 2. Auflage. Biblio-Verlag, Osnabrück 1976, ISBN 3-7648-1083-1.
  2. Samuel Mitcham: Hitler's Legions. Stein and Day, New York 1985, ISBN 0-8128-2992-1, S. 424.