Roermond
Flagge |
Wappen |
| Provinz | |
| Bürgermeister | Henk van Beers (CDA) |
| Sitz der Gemeinde | Roermond |
| Fläche – Land – Wasser |
71,19 km² 60,91 km² 10,28 km² |
| CBS-Code | 0957 |
| Einwohner | 56.736 (1. Jan. 2013[1]) |
| Bevölkerungsdichte | 797 Einwohner/km² |
| Koordinaten | 51° 11′ N, 5° 59′ O51.195.9911111111111Koordinaten: 51° 11′ N, 5° 59′ O |
| Bedeutender Verkehrsweg | A 73, N 271, N 280, N 293, N 570 |
| Vorwahl | 0475 |
| Postleitzahlen | 6040–6045 |
| Website | www.roermond.nl |
Roermond ([ʁuːʁˈmɔnt],
anhören?/i; limburgisch: Remunj, französisch: Ruremonde) ist eine Stadt mit 56.736 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) in der niederländischen Provinz Limburg an der Grenze zu Deutschland und nahe Flandern in Belgien.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Lage [Bearbeiten]
Die Stadt liegt an der Mündung der Rur (niederländisch Roer) in die Maas, am rechten Maasufer. Die Innenstadt liegt unmittelbar an der Rur. Das Gemeindegebiet besteht im Wesentlichen aus dem rund 5 Kilometer breiten Streifen zwischen Maas und der Grenze zu Deutschland.
Durch Kiesabtragungen sind im Gemeindegebiet zahlreiche miteinander verbundene Seen entstanden, die Maasplassen (dt. Maasseen oder Maastümpel). Das rund 3.000 Hektar große Gebiet ist das größte Binnen-Wassersportgebiet der Niederlande.
Geologie [Bearbeiten]
Schlagzeilen erhielt Roermond am 13. April 1992, weil 4 km südwestlich der Stadt das Epizentrum des Erdbebens von Roermond lag, eines Erdbebens der Magnitude 5,9 auf der Richter-Skala. Es war damit das stärkste Erdbeben in Mitteleuropa seit dem Jahre 1756 (siehe dazu auch: Erdbebengebiet Kölner Bucht).
Stadtteile [Bearbeiten]
Roermond gliedert sich in insgesamt 24 Stadtteile. Zum Jahresbeginn 2007 wurde die nördliche Nachbargemeinde Swalmen mit 8.826 Einwohnern eingemeindet. Die Gemeindefläche vergrößerte sich durch die Eingemeindung erheblich von 46,65 auf 69,61 km².
Die sechs Stadtbezirke haben folgende Einwohnerzahlen (Stand 1. Januar 2007):
| 2006 | 2007 | |
|---|---|---|
| Roermond (Stadt) | 34.311 | 34.311 |
| Swalmen | * | 8.826 |
| Herten | 5.496 | 5.496 |
| Maasniel | 3.724 | 3.724 |
| Leeuwen | 1.070 | 1.070 |
| Asenray | 883 | 883 |
| Gesamt | 45.484 | 54.310 |
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Name [Bearbeiten]
Der Stadtname „Roermond“ legt zwar nahe, dass die Mündung (ndl. monding) der Rur (ndl. Roer) in die Maas gemeint ist (wie Rijnmond), hat aber einen anderen Ursprung, allein da die Mündung der Rur in die Maas vor 1338 etliche Kilometer weiter westlich fern der Stadt lag. Die zweite Silbe mond stammt wahrscheinlich von der Bezeichnung „monte“ für eine Erhebung. Gemeint ist ein Burgberg, eine alte Befestigungsanlage, genannt Motte – Roermond bedeutet demnach „Rurburg“. Nach anderer Lesart (siehe frz. wikipedia) ist „mond“ von lateinisch mundium - Stadt hergeleitet, also „Stadt an der Rur“ oder „Rurbrücke“ mit keltisch-germanisch „monde“ = „Brücke“ (siehe ndl./engl. wikipedia).
Geschichte [Bearbeiten]
Die städtischen Ursprünge reichen bis zu den Römern zurück. Ein der Göttin Rura geweihter Altarstein, der im Stadtgebiet gefunden wurde, stammt aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. Cäsar soll den römischen Ort „Villa Optima“ - „bester Wohnplatz“ genannt haben.
Die älteste bis heute erhaltene Urkunde, in der Roermond erwähnt wird datiert 1130; damals gehörte sie zum Herzogtum Geldern. Im Jahr 1213 wurde sie vom deutschen Kaiser Otto IV. zerstört. Beim anschließenden Wiederaufbau begann man auch 1224 mit dem Bau der Münsterabtei, von der noch heute die Liebfrauen-Münsterkirche erhalten geblieben ist.
1232 erhielt Roermond ein eigenes Siegel sowie das Recht, Steuern zu erheben und zur Rechtsprechung. 1441 wurde Roermond Hansestadt. 1472 erhielt die Stadt das Recht zur Münzprägung.
1338-1342 wurde der Lauf der Maas künstlich um ca. 7 km an die Stadtgrenze verlegt und damit auch die Rurmündung.
1543 kam Nimwegen und das Oberquartier Gelderns durch den Vertrag von Venlo unter spanischer Herrschaft. 1554 ereignete sich der erste große Stadtbrand. 1559 wurde erstmals das Bistum Roermond gegründet; 1801 ("Franzosenzeit") wurde es vorübergehend - bis 1853 - aufgelöst. 1665 ereignete sich der zweite große Stadtbrand.
Von 1702 bis 1716 war Roermond ein selbstständiger Staat. Anschließend gehörte es bis 1794 zu Österreich, wobei die Stadt im Dezember 1792 erstmals von den Franzosen unter Francisco de Miranda erobert wurde. Im März 1793 eroberten die Österreicher Roermond zunächst zurück, bevor es im April 1794 von den Franzosen besetzt wurde, welche die Stadt in Rurmonde umbenennen. Die Besetzung durch die Franzosen währte bis 1814, als es durch russische Truppen befreit wurde.
Von 1815 bis 1830 war die Stadt niederländisch, anschließend gehörte sie bis 1839 zu Belgien. Es folgte bis 1866 eine Doppelzugehörigkeit Ostlimburgs zu den Niederlanden und zum Deutschen Bund. Seit 1866 ist die Stadt wieder ausschließlich niederländisch.
Beim Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Niederlande (10. Mai 1940 war Roermond eine der wenigen Städte, in denen für einige Zeit militärischer Widerstand geleistet wurde ("Slag om Roermond"). [2] Die Niederlande kapitulierten am 15. Mai 1940.
Deutsche Besatzer sprengten vor ihrer Flucht den Turm der Christoffelkathedraal (Bischofskirche des Bistum Roermond). Am 29. Dezember 1944 wurden etwa 3.000 Männer zwischen 16 und 60 Jahren aus Roermond deportiert. Sie verbrachten die Nacht auf den 30. in Dülken im Freien, wurden am 30. mit dem Zug nach Wuppertal transportiert und von dort zur Zwangsarbeit in verschiedene Städte gebracht. Daran erinnert seit 1953 ein Denkmal in der Nassaustraat in Roermond. [3] Das Mahnmal Lüsekamp im Elmpter Wald, nur wenige Meter von der deutsch-niederländischen Grenze und der A 52 entfernt, erinnert daran, dass hier im Dezember 1944 von einem deutschen Erschießungskommando 14 der Dreitausend hingerichtet wurden.
Die Westalliierten eroberten das Geländedreieck zwischen Roermond, Sittard und Heinsberg im Rahmen der Operation Blackcock (14. bis 26. Januar 1945). [4]
Die Deutschen befürchteten seit dem Geländeverlust durch die Operation Blackcock, dass ihr Frontabschnitt zwischen Heinsberg und Venlo, die seit Herbst 1944 provisorisch befestigte Maas-Rur-Stellung, beidseitig umfasst werden würde. Deshalb zogen sie sich in diesem Frontabschnitt kampflos zurück.
Am 1. März wurde Roermond von der Recce Troop (Aufklärungseinheit) der 35. US-Infanteriedivision („Santa Fe Division“) ohne einen einzigen Schuss besetzt.
Am 13. April 1992 war die Stadt das Epizentrum eines Erdbebens der Stärke 5,9.
2001 startete in Roermond ein Outletcenter. Nach Erweiterungen 2005 und 2011 hat es 35.200 m² (Stand 2012). 2010 wurde es von etwa 2,5 Millionen Menschen besucht.
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: „Geteilt von Blau und Silber, oben ein doppelschwänziger, aufrechter, rotbezungter und -bewehrter, goldbekronter, goldener Löwe, unten eine rote heraldische Lilie. Der Schild ist mit einer goldenen Dreiblattkrone, geschmückt mit zwei Perlen, drei roten Rautensteinen und zwei blauen Ovalsteinen, bedeckt“.
Erklärung: Der Löwe repräsentiert den „Geldrischen Löwen“, das Wappentier Gelderns, an dem das Roermondsche Land, Obergeldern oder Oberquartier genannt, seit dem 13. Jahrhundert einen großen Anteil hatte. Die Lilie ist dem Wappen der Familie „van Wachtendonck“ (In Silber eine rote Lilie; siehe auch Wachtendonk mit Lilie im Wappen) entnommen, die etliche Vögte zu Roermond stellten. Ein Siegelstempel aus dem 13. Jahrhundert ist überliefert und zeigt die Lilie. Das älteste überlieferte Stadtsiegel Roermonds datiert von 1250 und stellt das Wappen der Herzöge von Geldern dar.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Liebfrauen-Münsterkirche (13. Jahrhundert). Im Inneren das Prunkgrab der Stifter Graf Gerhard IV. von Geldern und Gattin Margaretha von Brabant
- Kathedrale St. Christophorus (15. Jahrhundert). Im Inneren: Dalheimer Kreuz aus dem 13. Jh.
- Minderbroederskerk (15. Jahrhundert)
- Rathaus aus dem Jahre 1700 mit einem Glockenspielturm
- Yachthafen
- Kapelle In 't Zand (Zum Sand), Marienwallfahrtsort
- Beggardenkapel
- Resort Marina Oolderhuuske, schwimmende Häuser auf dem Maassee Hatenboer (Zuidplas) mit eigener Marina (Hafen), Campingplatz und Restaurant
Galerie [Bearbeiten]
Museen [Bearbeiten]
- Städtisches Museum
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
Die Stadt Roermond verleiht jedes Jahr den Halewijnpreis für Literatur.
Wirtschaft [Bearbeiten]
Roermond ist als Einkaufsstadt bekannt, die besonders von Deutschen aus dem Ruhrgebiet und vom Niederrhein besucht wird. 2001 wurde in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt auf einem aufgegebenen Kasernengelände ein großes Einkaufszentrum mit dem Namen McArthurGlen Designer Outlet Center Roermond gebaut. Das Einkaufszentrum umfasst über 150 Geschäfte und lockt im Jahr rund 2,8 Millionen Besucher an. Entgegen ursprünglichen Befürchtungen besuchen rund 40 % davon auch die Roermonder Innenstadt, die seitdem einen erheblichen Aufschwung erlebt. Durch die Anziehungskraft des Outlet Centers ist Roermond dabei, dem wesentlich größeren Venlo unter den deutschen Besuchern den Rang abzulaufen.
Roermond ist Sitz der Peek & Cloppenburg Düsseldorf Komplementär B.V.
Verkehr [Bearbeiten]
Schienenverkehr [Bearbeiten]
Roermond hat einen Bahnhof im Stadtzentrum. Die Stadt liegt an der Bahnhauptstrecke Maastricht - Eindhoven, über die Intercity-Züge bis Amsterdam verkehren. Ferner beginnt in Roermond eine Nahverkehrs-Bahnstrecke entlang der Maas nach Venlo und über die Maaslinie nach Nijmegen.
Durch Roermond führt außerdem die Bahntrasse Eiserner Rhein von Antwerpen nach Mönchengladbach. Die Strecke ist derzeit auf den 16,5 Kilometern zwischen Roermond und Dalheim an der deutsch-niederländischen Grenze außer Betrieb. Es existieren Pläne, sie für den Güterverkehr zu reaktivieren, gegen die es allerdings erheblichen Widerstand gibt.
Schiffsverkehr [Bearbeiten]
Der Schiffsverkehr benutzt (Stand 2011) den Rurhafen mit seiner alten Looskade (Ladekai). Hier finden Besucher mit Booten bis zu 8 mtr. Länge einen "Passantenhafen" z.B. für einen Besuch von Roermond, ein Übernachten ist jedoch nicht erlaubt. Ebenfalls ist der ehemalige Frachthafen nieuwe Maashaven, um 1935 gebaut, jetzt ein Jachthafen. Sein Becken ist nun Teil des eigentlichen Fracht- oder Industriehafens, der von 1963 bis 1967 gebaut wurde und von der königlichen Familie auf den Namen Prinz Willem Alexander Haven getauft wurde.
Im Regional Overslag Centrum Roermond (ROC) [5], Teil des an der Maas gelegenen Industriehaven Willem Alexander, werden auf einer Fläche von 2 ha mit 400 m Hafenkai pro Jahr mehr als 500.000 Tonnen an Schütt- und Stückgütern zwischen LKW und Binnenschiff umgeschlagen.
Die Reedereien Rederij Cascade, Rederij de Corporaal und Rederij De Veermann fahren Roermond mit ihren Ausflugsschiffen regelmäßig an (Stand 2011).
Buslinien [Bearbeiten]
Mit einer Reihe von Stadt- und Landbussen werden sowohl die Stadtteile als auch benachbarte Orte an den Roermonder Bahnhof angebunden. Seit April 2008 hat die Stadt außerdem „Shopbusse“ eingerichtet, die als Pendelbusse die Stadtmitte mit dem Outlet Center und dem neu errichteten Retail Center verbinden.
Radwege [Bearbeiten]
Roermond verfügt inner- und außerorts über ein umfangreiches Fahrradwegenetz.
Straßenverkehr [Bearbeiten]
Seit Anfang 2008 ist Roermond direkt an das niederländische Autobahnnetz angeschlossen. Der Rijksweg 73 (A 73) führt entlang der Maas von Nijmegen über Venlo und Roermond nach Maasbracht. Von dort verlängert der Rijksweg 2 (A 2) die Strecke weiter nach Maastricht und Lüttich).
Die Autobahnanbindung an die deutsche Bundesautobahn 52 nach Mönchengladbach und Düsseldorf wurde am 18. Mai 2009 zwischen der niederländischen Grenze und Elmpt freigegeben. Auf niederländischer Seite ist die N 280 bis zur Grenze bereits autobahnähnlich fertiggestellt.
Die N 280 stellt nach Westen die Verbindung nach Weert und zur A 2 Richtung Eindhoven her. Die einer deutschen Bundesstraße entsprechende N 271 verläuft in etwa parallel zur A 73 und bedient nun vorwiegend den Nahverkehr.
Hochwasserschutz [Bearbeiten]
Die exponierte Lage der Stadt an Rur und Maas ist Ursache häufiger Überschwemmungen nach langanhaltendem Regen sowie der Schneeschmelze in der Eifel bzw. den Ardennen. Der Wasserverband Waterschap Roer en Overmaas hat zum Schutz Roermonds vor Hochwasser seit 2008 Hochwasserschutztore in die Rur verbaut, die bei Bedarf (erstmals im Januar 2011) die Rur im Stadtkern über die Hambeek umleitet. Zudem riegeln sie das Maaswasser zur Stadt hin ab.[6]
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter des Ortes [Bearbeiten]
- Pierre Cuypers (* 16. Mai 1827 in Roermond; † 3. März 1921 in Roermond), Architekt
- Henri Gisbert Geene (* 19. Juli 1865 in Roermond, † 29. Mai 1950 in Luzern/Schweiz), Bildhauer
- Marleen Gorris (* 9. Dezember 1948 in Roermond), Drehbuchautorin und Filmregisseurin
- Louis Motké (* 31. Mai 1918 in Roermond, † 31. Dezember 1988), Radrennfahrer
- Johannes Murmellius, (* um 1480 in Roermond, † 2. Oktober 1517 in Deventer), Pädagoge, Philologe, Dichter und Humanist
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben [Bearbeiten]
- Gerhard IV. (* um 1185; † 22. Oktober 1229), Graf von Geldern
- Dionysius von Roermond (* 1402/03 in Rijkel; † 12. März 1471 in Roermond), Philosoph, Theologe, Mystiker und Scholastiker
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Koszalin (Polen)
Marktredwitz (Deutschland), seit 2007; davor Partnergemeinde von Swalmen
Mönchengladbach (Deutschland), seit 1971
Nepomuk (Tschechien), seit 2007; davor Partnergemeinde von Swalmen
Vinkovci (Kroatien)
Siehe auch [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- Website der Gemeinde Roermond (niederländisch und deutsch)
- Die Geschichte von Roermond (niederländisch und teilweise deutsch)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ 22.02.2013 – Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
- ↑ siehe auch niederländische Wikipedia
- ↑ [1]
- ↑ Report on Operation 'Blaclcock' (PDF; 5,2 MB)
- ↑ http://www.kallebakker.nl/
- ↑ animierte Website der Waterschap Roer en Overmaas zu den Hochwasserschutzmaßnahmen (niederländisch)
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