Heinsberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Heinsberg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Heinsberg
Heinsberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Heinsberg hervorgehoben
51.0630555555566.096388888888976Koordinaten: 51° 4′ N, 6° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Heinsberg
Höhe: 76 m ü. NHN
Fläche: 92,21 km²
Einwohner: 40.908 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 444 Einwohner je km²
Postleitzahl: 52525
Vorwahlen: 02452

02453

Kfz-Kennzeichen: HS, ERK, GK
Gemeindeschlüssel: 05 3 70 016
Stadtgliederung: 13 Stadtbezirke, 10 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Apfelstraße 60
52525 Heinsberg
Webpräsenz: www.heinsberg.de
Bürgermeister: Wolfgang Dieder (CDU)
Lage der Stadt Heinsberg im Kreis Heinsberg
Niederlande Kreis Düren Kreis Viersen Mönchengladbach Rhein-Erft-Kreis Rhein-Neuss-Kreis Städteregion Aachen Erkelenz Gangelt Geilenkirchen Heinsberg Hückelhoven Selfkant Übach-Palenberg Waldfeucht Wassenberg WegbergKarte
Über dieses Bild

Heinsberg ist die namensgebende Kreisstadt des westlichsten Kreises Deutschlands und liegt im Regierungsbezirk Köln des Landes Nordrhein-Westfalen.

Geografie[Bearbeiten]

Im Heinsberger Land

Heinsberg liegt rund 32 km südwestlich von Mönchengladbach und etwa 35 km nördlich von Aachen am südwestlichen Rand des Rurtales, das sich hier trichterförmig in Richtung zu den Niederlanden weitet. Die Rur ist auf mehreren Kilometern nordöstliche Stadtgrenze zu den Nachbarstädten Hückelhoven und Wassenberg, bevor sie in der Nähe des Ortsteiles Karken über die Staatsgrenze in die Niederlande fließt. Durch das Stadtgebiet zieht auch die bei Kempen in die Rur mündende Wurm. Der höchste Punkt des Stadtgebiets mit 85 m ü. NN befindet sich südlich von Straeten an der Stadtgrenze zu Geilenkirchen, der niedrigste mit 28 m ü. NN nördlich von Karken an der niederländischen Grenze.

Geologie[Bearbeiten]

Das Heinsberger Land erfuhr sein heutiges Gepräge zum größten Teil im Pleistozän und Holozän. Die Böden bestehen vor allem aus Maas- und Rheinschotter, in den oberen Bodenschichten dominiert Rheingeröll. Später wurde Löß angeweht, der sich als schwachwellige Decke ablagerte. Westlich der Wurm ist der Löß meist zu Schotterlehm umgewandelt. Erosion längs kleiner Flussläufe formte das heutige Bodenrelief. Nahe der Grenze zu den Niederlanden im Westen verläuft eine geologische Verwerfung. Von dieser Störungslinie aus sind Erdschollen in Staffeln nach Nordosten zur Rur hin abgesunken. Der Schollenneigung folgt die Wurm. Das Stadtgebiet hat im Nordosten Anteil am Rurtal, das hier aus Lehm- und Schlickflächen mit darunterliegendem Kies besteht, und im Südwesten an der Geilenkirchener Lehmplatte.

Der im Tertiär entstandene Rurgraben, in dem im Stadtgebiet die Rur fließt, ist Teil einer der geologisch und tektonisch aktivsten Regionen Deutschlands. Die Rurrandverwerfung ist Grenze zwischen zwei Großschollen, nämlich der Rurscholle im Westen und der Venloer Scholle im Osten, und eine der Hauptverwerfungen der Niederrheinischen Bucht. Die Bewegung der Erdschollen führt immer wieder zu Erdbeben, das schwerste in jüngerer Zeit fand am 13. April 1992 statt mit Zentrum in Herkenbosch, Gemeinde Roerdalen, in den Niederlanden. Seine Stärke von 5,9 auf der Richterskala übertraf die aller anderen Erdbeben in Mitteleuropa seit dem Erdbeben bei Düren 1756.

Gewässer[Bearbeiten]

Mündung der Wurm in die Rur bei Kempen

Neben Rur und Wurm fließt der Liecker Bach, auch Stadtbach genannt, durch Heinsberg. Sein Quellgebiet liegt bei Oberlieck westlich von Heinsberg, im weiteren Verlauf wird er auch von Quellen nahe dem Klosterhof gespeist. Das im weiteren Verlauf Junge Wurm genannte Gewässer teilt sich zwischen Kempen und Karken in zwei Bachläufe auf. Der rechte Teil fließt in nordnordöstlicher Richtung zur Rur, in die er weniger als einen Kilometer östlich von Karken mündet. Der linke Mühlenbach dagegen fließt am Ostrand von Karken nordnordwestlich parallel zur Rur, vereinigt sich nördlich von Karken an der Wolfhagermühle mit dem Schaafbach, der weiter talab auf niederländischem Gebiet südlich von Vlodrop ebenfalls von links die Rur erreicht.

Der Vongelaaker Bach entspringt im ehemaligen Bruchgelände zwischen Heinsberg und Schafhausen. Er mündet bei Theberath in die Junge Wurm, nach Grundwasserabsenkungen führt er heute kaum noch Wasser.

Bis zum Zweiten Weltkrieg zog durch Heinsberg und seine Innenstadt der Mühlenbach, auch Junge Wurm oder Kleine Wurm genannt, ein im Mittelalter angelegter linksseitiger Kanal, der wurmaufwärts bei Randerath von der Wurm abzweigte. Er zog dann am linken Hangfuß des Wurmtales über Horst, Porselen, Dremmen und Schafhausen in Richtung Heinsberg und trieb mit 26 Metern Gesamtgefälle zwischen Randerath und Karken ein Dutzend Wassermühlen an.[2] Zwischen Schafhausen und Heinsberg verlief er nach der Tranchotschen Kartenaufnahme aus den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts unmittelbar unterhalb des Steilhanges Klevchen und speiste östlich des Kirchberges eine Mühle, die im zwischen den heutigen Straßen Im Klevchen und Schafhausener Straße lag. Sodann trat er zwischen Burgberg und heutiger evangelischer Kirche in das befestigte Stadtgebiet ein, folgte der Josefstraße und trieb danach die ab 1307 urkundlich belegte, der Ecke Josefstraße/Hochstraße gegenüberliegende Stadtmühle an. 1905 wurden deren Stauwerke beseitigt.[3] Unterhalb der Stadtmühle durchquerte die Junge Wurm den Stadtbereich zwischen Apfelstraße und Hochstraße und verließ dann westlich der Ecke Liecker Straße/Stiftsstraße die Stadt in Richtung Norden.[4] Die Bombenangriffe im letzten Weltkrieg zerstörten das Kanalbett im Stadtkern; es ist nicht wieder instand gesetzt worden.

Der Teichbach, auch Erlenbach genannt, ein Mühlenteich, wird bei Linnich aus der Rur abgeleitet, verläuft ein Stück weit am nordöstlichen Rand des heutigen Stadtgebietes entlang und mündet bei Bleckden an der Schanz (Oberbruch) wieder in die Rur.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Heinsberg, genannt im Uhrzeigersinn: Wassenberg, Hückelhoven, Geilenkirchen, Gangelt, Waldfeucht, Selfkant (alle Kreis Heinsberg) und Gemeente Roerdalen (Provinz Limburg).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Seit der zum 1. Januar 1972 erfolgten kommunalen Neugliederung umfasst die Stadt Heinsberg neben Heinsberg selbst die Ortsteile Aphoven, Baumen, Berg, Bleckden, Boverath, Donselen, Dorath, Dremmen, Erpen, Eschweiler, Grebben, Heinsberg, Herb, Himmerich, Horst, Hülhoven, Karken, Kempen, Kirchhoven, Laffeld, Lieck, Oberlieck, Oberbruch, Porselen, Pütt, Randerath, Schafhausen, Scheifendahl, Schleiden, Straeten, Uetterath, Unterbruch, Vinn und Waldenrath.

Die 13 Stadtbezirke in Heinsberg[5][Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg fand man etwa 100 cm unter dem heutigen Verlauf der Hochstraße eine Römerstraße, die anhand von Münzfunden auf 98–117 n. Chr. datiert werden konnte.

Bei Ausgrabungen in der Propsteikirche fand man Gräber aus der vorfränkischen Zeit, die einen Anhaltspunkt für den Zeitpunkt der ersten Besiedlung Heinsbergs bieten. Ihr Zentrum lag wohl zunächst im Bereich des heutigen Burg- und Kirchberges. Dieses Areal ist die größte heute noch erhaltene Motte des Rheinlandes. Ein natürlicher, sich am Rande des Rurtales erhebender Geländesporn wurde durch zweifache Abgrabung unterteilt, nämlich in den Burgberg und den Kirchberg. Der Burgberg dürfte außerdem noch wesentlich erhöht worden sein.[6] Die Herren von Heinsberg errichteten auf dem Burgberg ihren Sitz, eine Randhausburg. Ein künstlich angelegter Graben trennte von der Hauptburg die Vorburg,[7] auf ihrem Terrain errichtete man die Pfarr- und spätere Stiftskirche St.Gangolf.

Als erster der Herren von Heinsberg wird Goswin I. angesehen, der ab 1085 als solcher erwähnt ist. Er hatte außer der über Heinsberg auch noch die Herrschaft Valkenburg östlich von Maastricht inne und war verheiratet mit Oda von Walbeck, die das Heinsberger Gangolfus-Stift gründete. Goswin II., Sohn der Vorgenannten, stiftete das Prämonstratenserkloster zu Heinsberg. Er hatte jahrelang die Reichslehen Gangelt und Richterich in Besitz, die ihm König Konrad III. aber entzog. Goswin verweigerte jedoch die Herausgabe, woraufhin Herzog Heinrich von Limburg im Jahr 1144 auf Befehl des Königs Heinsberg zerstörte.

Der Burgberg in Heinsberg, im Februar 2011 vom Kirchberg aus gesehen. Die Bauarbeiten im Burggraben dienen dem Umbau des Hauses Lennartz zum Museumsgebäude.

Eine erste Erwähnung Heinsbergs als Stadt findet sich in einer Urkunde des Heinrich von Sponheim, Herr von Heinsberg, und seiner Ehefrau Agnes von Heinsberg aus dem Jahre 1255. Die Herren von Heinsberg konnten ihre Selbständigkeit durch Anlehnung an die jeweilige Vormacht am Niederrhein behaupten: bis 1288 (Schlacht bei Worringen) an Kurköln, danach an Brabant, ab 1371 (Schlacht bei Baesweiler) an Jülich und seit dem beginnenden 15. Jahrhundert an Brabant/Burgund. Die Herren von Heinsberg starben mit Johann IV. im Jahre 1448 in männlicher Linie aus. Über seine Tochter Johanna, die 1456 Johann II. Graf von Nassau-Saarbrücken heiratete, und deren gemeinsame Tochter Elisabeth, die 1472 Wilhelm III.(IV.) Herzog von Jülich und Berg ehelichte, kam die Herrschaft Heinsberg an das Herzogtum Jülich-Berg. 1484 wurde das Gebiet als eigenes Amt dem Herzogtum einverleibt. Die Burg war danach Sitz der herzoglichen Verwaltung. 1543 nahmen kaiserlichen Truppen im Dritten Geldrischen Erbfolgekrieg Heinsberg ein und zerstörten Teile der Stadt.

Der große Stadtbrand im Jahre 1683 vernichtete die gesamte Unterstadt mitsamt dem Rathaus, das frei auf dem Marktplatz stand. Möglicherweise wurde die Burg in den so genannten Raubkriegen Ludwig des XIV. Ende des 17. Jahrhunderts von französischen Truppen zerstört; schriftliche Belege hierfür liegen jedoch nicht vor.

Das Amt Heinsberg war gerichtlich in sechs Bezirke eingeteilt, sogenannte Dingstühle oder Schöffengerichte. Für sie war das Stadtgericht Heinsberg die nächsthöhere Instanz.

1794 drangen französischen Revolutionstruppen unter Führung von General Jourdan bis an die Rur vor, während die Österreicher zur Abwehr Posten auch in Heinsberg stationiert hatten. Am 2. Oktober 1794 vertrieb Brigadegeneral Bernadotte diese Besatzung aus der Stadt und führte seine Truppen weiter zwischen Oberbruch und Dremmen an die Rur zu, über die sie in der Nähe der Schanz eine Brücke schlugen. Heinsberg gelangte in der Folge wie das gesamte linke Rheinufer unter französische Herrschaft und wurde im Arrondissement Aachen des Département de la Roer Sitz der Mairie Heinsberg und eines Friedensgerichtes im gleichnamigen Kanton.

Heinsberg im 19. Jahrhundert, Ölgemälde von Oscar Begas

Nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon und bei der Neuordnung Europas durch den Wiener Kongress (1815) kam die nunmehrige Bürgermeisterei Heinsberg 1816 zu Preußen und wurde Kreisstadt.

Nach dem Ersten Weltkrieg war von 1918 bis 1919 zunächst französisches, anschließend bis 1926 belgisches Militär in Heinsberg stationiert (Alliierte Rheinlandbesetzung). 1932 wurden die damaligen Kreise Heinsberg und Geilenkirchen zusammengelegt, Heinsberg verlor den Kreissitz. Ein Luftangriff der Royal Air Force am Nachmittag des 16. November 1944 zerstörte die Stadt; innerhalb von 14 Minuten wurden 2.223 Bomben mit einem Gesamtgewicht von 1.019,2 Tonnen abgeworfen. Von den damals rund 110 Zivilisten in der Stadt wurden 52 getötet.[8]

Heinsberg war bekannt als das nördliche Ende des Westwalls. 1944 wurde behelfsmäßig eine Verteidigungslinie Richtung Norden angelegt (Maas-Rur-Stellung). Nachdem die Alliierten am 19. November 1944 Geilenkirchen erobert hatten, kam ihr Vormarsch aus verschiedenen Gründen eine Weile zum Stillstand (die Ruinen von Heinsberg wurden erst am 24. Januar erobert). U.a. mussten sie die am 16. Dezember überraschend beginnende Ardennenoffensive und ab 31. Dezember das Unternehmen Nordwind zurückschlagen. Am 14. Januar begannen die Alliierten die Operation Blackcock. Sie endete am 26. Januar; trotz extrem kalten und feuchten Winterwetters (weshalb die Angreifer ohne die sonst übliche Luftunterstützung operieren mussten) erreichte sie ihre Ziele. Die deutschen Truppen in Heinsberg wurden in der Nacht vom 23. auf den 24. Januar angegriffen; in den Tagen zuvor waren sie mit Artillerie beschossen worden. Nachdem die deutschen Truppen die Stadt verlassen hatten, beschossen sie sie ebenfalls mit Artillerie und Mörsern, bis die Alliierten sie noch weiter zurückgetrieben hatten.[9]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1969 wurden die Orte Aphoven, Schafhausen und Unterbruch eingemeindet.[10] Durch die kommunale Neugliederung erhielt Heinsberg am 1. Januar 1972 den Sitz des neuen Kreises Heinsberg. Zugleich vergrößerte sich die Stadt um die bisherigen Gemeinden Karken, Kempen, Kirchhoven, Oberbruch-Dremmen, Randerath und Waldenrath.[11]

Religion[Bearbeiten]

Katholische Gemeinde[Bearbeiten]

Der Kirchberg mit St. Gangolf und sogenanntem Ritterturm (Stadtmauerturm)

Ausgrabungsbefunde lassen auf eine erste vor- oder frühromanische Kirche schließen. Der Nachfolgebau war eine romanische Basilika, deren Errichtung mit der Gründung des Gangolfusstiftes in der Mitte des 12. Jahrhunderts zusammenfällt. Von dieser Kirche ist noch die Krypta erhalten. Die heutige spätgotische Kirche stammt aus der Zeit zu Anfang bis Mitte des 15. Jahrhunderts. Kirchlich gehörte die Stadt bis zum Einmarsch der französischen Revolutionstruppen im Dekanat Susteren und dem Archidiakonat Kempenland zum Bistum Lüttich. Mit dem Konkordat zwischen Napoleon und dem Papst gliederte man Heinsberg dem neu errichteten Bistum Aachen an, die Pfarre St. Gangolf wurde Kantonalpfarre. In preußischer Zeit hob man das Bistum Aachen 1821 wieder auf; fortan gehörte Heinsberg als Hauptort des gleichnamigen Landdekanates zum Erzbistum Köln, bis im Jahr 1930 das Bistum Aachen wiedererrichtet wurde. 1940 erhob der Bischof von Aachen die Pfarrkirche St. Gangolf zur Propsteikirche. Nach schweren Kriegsbeschädigungen begann der Wiederaufbau der Kirche 1951 und dauerte bis 1955.

Heinsberger Klöster[Bearbeiten]

  • St.-Gangolfus-Stift
Um 1128/29 gegründet von Oda von Walbeck, der Witwe Goswins I. von Heinsberg, aufgehoben 1803. Zunächst lebten die Kanoniker auf der Burg. 1255 wurde ihnen die Pfarrkirche St. Gangolf als Stiftskirche zugewiesen. Etwa zur selben Zeit übersiedelten die Stiftsherren auf die Obere Hochstraße zu Füßen der Burg zwischen Feldtor und der Schellenpforte (dem heutigen Torbogenhaus); dieses Areal war die sogenannte Stiftsimmunität.
Noch vor 1140 gegründet von Goswin II. von Heinsberg, 1803 von der französischen Verwaltung aufgehoben. Es war anfangs ein Doppelkloster für Männer und Frauen, der Männerkonvent wurde 1479 aufgehoben, das Frauenkloster entwickelte sich zum Adligen Damenstift. Das Kloster lag ursprünglich vor der Stadt, wurde 1543 zerstört und daraufhin 1553/54 innerhalb der Stadt an der Ecke Hochstraße/ Klostergasse wiederaufgebaut.
Gegründet 1682, aufgehoben 1803. Die Klostergebäude standen an der Ecke Hochstraße/Josefstraße und wurden im II. Weltkrieg zerstört.
Gegründet 1625 im Zuge der Gegenreformation, aufgehoben 1803. Kloster und Klosterkirche lagen an der heutigen Patersgasse, im II. Weltkrieg zerstört.
1393 kaufte der Aachener Karmeliterorden ein Haus in Heinsberg, der Orden wird noch 1512 in der Stadt erwähnt.
Von 1861 bis 1891. Die Schwestern widmeten sich der Pflege und Betreuung der Insassen des am 21. November 1869 eingeweihten St.-Josef-Stiftes.
Von 1891 bis ins Jahr 1958 übernahmen Schwestern aus dem Provinzhaus Köln-Nippes die Pflege und Betreuung der Patienten im St.-Josef-Stift, aus dem später das Krankenhaus hervorging. Ab März 1929 nutzte der Orden das Gebäude als Kloster.
Von 1958 bis 1969 leiteten sie das Krankenhaus und stellten das Pflegepersonal. Auch sie nutzten das ehemalige St.-Josef-Stift als Kloster. 1969 gab der Orden die Niederlassung wegen Nachwuchsmangels auf.

Evangelische Gemeinde[Bearbeiten]

Schon ab 1528 kamen reformatorische Prediger in die Stadt, zum Teil Täufer oder diesen Nahestehende. Eine reformierte Gemeinde bildete sich 1553, sie wurde stark von den benachbarten calvinistischen Niederlanden beeinflusst. Ende des 16. Jahrhunderts erhielt die Gemeinde durch Schenkung außerhalb der Stadt Land, auf dem der noch heute bestehende Friedhof eingerichtet wurde. Anfang des 17. Jahrhunderts war nach Schätzungen jede zweite Familie Heinsbergs reformiert, darunter vor allen auch die wohlhabenden und angesehenen. Dass die Jülicher Herzöge den neuen Glauben duldeten oder ihm selber zugeneigt waren, begünstigte seine Entwicklung. Nachdem der Erbe des Herzogtums Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg im Jahr 1613 zum Katholizismus übertrat, hatten die Reformierten einen schweren Stand. Öffentliche Gottesdienste wurden verboten, Predigthaus und Schule geschlossen und enteignet. Erst mit dem Religionsvergleich von 1672 wurde ihre Situation wieder erträglicher. Ihre einstige Größe erreichte die Gemeinde jedoch für lange Zeit nicht mehr; 1817 gehörten nur noch 12 Familien dem reformierten Glauben an. 1665 erwarb man in der Stadt ein Gebäude zur Einrichtung eines Predigthauses. Diese evangelische Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und konnte erst 1951 als Christuskirche durch Pfarrer Artur Fuchs (1913–2005) an anderer Stelle neu erbaut werden. 1963 errichtete die Gemeinde in Oberbruch die Erlöserkirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg vergrößerte sich die Gemeinde durch den Zuzug von Vertriebenen und Flüchtlingen sowie ab Mitte der 1980er Jahre durch die Ansiedlung von Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion. Dadurch ist die Gemeinde mit ihren über 5000 Mitgliedern heute überwiegend lutherisch geprägt. Sie gehört innerhalb des Kirchenkreises Jülich zur Evangelische Kirche im Rheinland

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

1642 lebten vier jüdische Familien in der Stadt, 1771 wird erstmals eine Synagoge erwähnt. Der erste jüdische Friedhof wurde 1800 behördlich geschlossen, weil er bereits dreifach belegt worden war. Nach französischen Erhebungen aus dem Jahre 1808 lebten damals 213 Juden in Heinsberg. 1811 erbaute man die zweite Synagoge. Nach einem Gesetz von 1847 schlossen sich die Gemeinden Erkelenz, Gangelt, Geilenkirchen und Heinsberg zu einem Synagogenverband mit Sitz in Geilenkirchen zusammen. Zu der Zeit hatten auch Dremmen und Randerath ein jüdisches Gotteshaus. 1927 lebten in Heinsberg 65 Juden, in Dremmen 6, in Unterbruch 1 und in Waldenrath 33 (mit eigener Synagoge). Am Stichtag 1. Mai 1933 wohnten 47 Personen jüdischen Glaubens in der Stadt. Die Synagoge wurde in der Pogromnacht geschändet und geplündert, die Mitglieder der Gemeinde 1942 deportiert, soweit sie nicht zuvor auswandern konnten. Das Gebäude der Synagoge zerstörte der schwere Luftangriff am 16. November 1944, die Gemeinde wurde durchs Dritte Reich ausgelöscht.

Jüdischer Friedhof (Heinsberg, neuer Friedhof)
Jüdischer Friedhof (Heinsberg, alter Friedhof)

Neuapostolische Gemeinde[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete sich eine Neuapostolische Kirche.

Adventgemeinde[Bearbeiten]

Im Juni 2001 wurde in Heinsberg eine Tochtergemeinde der Adventgemeinde in Wassenberg gegründet, die zu Zeit 92 Mitglieder hat.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[12]
Wahlbeteiligung: 51,4 % (2004: 53,5 %)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
61,1 %
15,0 %
10,2 %
7,2 %
3,3 %
3,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-6,3 %p
-1,9 %p
+0,7 %p
+1,0 %p
+3,3 %p
+3,2 %p

Rat der Stadt[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl am 30. August 2009 verteilen sich die 44 Sitze des Stadtrats folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen (in Klammern: Veränderungen zur Kommunalwahl am 26. September 2004):

Wappen[Bearbeiten]

In rot ein (heraldisch) rechtsgewendeter, bekrönter, doppelt geschweifter silberner/weißer Löwe. Es ist dem Wappen der ehemaligen Herren von Heinsberg entlehnt. Die Farben der Stadt sind rot und weiß. Der Löwe findet sich unter anderem in den Wappen der Städte und Gemeinden Heinsberg, Übach-Palenberg, Waldfeucht und Wassenberg sowie des Kreises Heinsberg.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Lindenkopfbaumallee zum Schlangenkapellchen mit Blick auf St. Gangolf

Museen[Bearbeiten]

  • BEGAS HAUS, Museum für Kunst und Regionalgeschichte Heinsberg (ehem. Kreismuseum Heinsberg, bis Ende 2013 wegen Renovierung geschlossen)
  • Privat geführtes Heimatmuseum in Randerath

Bauwerke[Bearbeiten]

Stiftskirche St. Gangolf[Bearbeiten]

St. Gangolf, Detailansicht des Maßwerks und der Strebepfeiler des Hochchores von Südosten

Sehenswert ist die spätgotische Stiftskirche St. Gangolf, auch „Selfkant-Dom“ genannt. Sie ist eine dreischiffige Hallenkirche aus dem 15. Jahrhundert hat eine lichte Länge von rund 53 m und eine lichte Breite von etwa 22,5 m. Seine Strebepfeiler sind außer am Chor nach innen gezogen, sie treten an der Außenseite nur durch dreieckige Mauervorlagen in Erscheinung. Das fünfjochige Mittelschiff und der aus zwei rechteckigen Jochen und dem dreiseitig geschlossenen, etwas größeren Ostjoch gebildete Chor sind von Netzgewölben überspannt; die mit zwei weiteren Jochen rechts und links des Turmes verlängerten Seitenschiffe dagegen mit einfachen Kreuzgewölben. Über dem Niveau des übrigen Kirchenschiff liegt der Hochchor, unter diesem die romanische Krypta des Vorgängerbaues aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Sie ist dreischiffig und hallenförmig, hat etwas mehr als vier Joche und einen geraden Ostabschluss. An den Wänden tragen rechteckige Pilaster das Gewölbe der Krypta, die acht tragenden Säulen sind kurz, recht derb und haben Würfelkapitelle, denen reich durchgebildete Kämpferplatten aufliegen.

In St. Gangolf werden Reliquien der heiligen Hedwig von Andechs aufbewahrt, einer Enkelin der Mathilde von Heinsberg.

Stadtbefestigung[Bearbeiten]

Torbogenhaus

Im Bereich des Kirchberges haben sich Teile der mittelalterlichen Stadtbefestigung mit zwei Wehrtürmen und Teilen der Stadtmauer erhalten. Dieser Bereich der Stadt wurde Anfang bis Mitte des 16. Jahrhunderts in bastionierter Form stark befestigt. Die Pläne hierzu stammen möglicherweise von dem italienischen Festungsbaumeister Pasqualini, der damals in Diensten von Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg stand. Ein Teil der frühneuzeitlichen Befestigungsanlagen, darunter auch eine Kasematte, sind erhalten, man setzte sie 2005 zusammen mit den ebenfalls erhaltenen Resten der mittelalterlichen Befestigung auf dem Kirchberg und dem angrenzenden Burgberg instand und baute sie parkähnlich aus.

Hochstraße[Bearbeiten]

Ebenfalls sehenswert ist auf der oberen Hochstraße das Gebäudeensemble aus der Propstei, dem Lennartzschen Haus aus dem 15. und dem Torbogenhaus aus dem 16. Jahrhundert. Die zwei Letztgenannten werden zurzeit in Stand gesetzt und beherbergt seit März 2014 das BEGAS HAUS, Museum für Kunst und Regionalgeschichte Heinsberg mit der bundesweit größten Sammlung zu der aus Heinsberg stammenden Berliner Künstlerdynastie Begas sowie einer bedeutenden regional- und stadtgeschichtlichen Abteilung.www.begas-haus.de Das Haus Lennartz trägt einen schönen figurengeschmückten gotischen Fries. Propstei wie Torbogenhaus wurden im 18. Jahrhundert im barocken Stil des Aachener Baumeisters Johann Josef Couven umgestaltet.

An der Hochstraße steht auch eines der wenigen erhaltenen Heinsberger Bürgerhäuser. Nach dem Stadtbrand von 1635 ließ es die Familie von dem Bruch 1636 neu erbauen, es hat heute eine barocke Front aus dem 18. Jahrhundert. Daneben dominiert ein auffällig modernes Bankgebäude das Straßenbild.

Schlangenkapellchen[Bearbeiten]

Das Schlangenkapellchen am Rande der Heinsberger Innenstadt

Westlich der Stadt liegt neben dem Klosterhof die im Volksmund „Schlangenkapellchen“ genannte Klosterkapelle, ein kleiner barocker Ziegelbau aus dem 17. oder 18. Jahrhundert von rund 8 m lichter Länge und 3,5 m lichter Breite mit dreiseitigem Chorschluss. Die Kapelle wird durch ein schön gearbeites Holzgitter aus dem Jahre 1787 unterteilt; der geschweifte Sturz des Gitters trägt als Chronogramm eine leicht veränderte Strophe des Dies irae: REX INCREATAE MAIESTATIS QVI SALVANDOS SALVAS GRATIS, SALVA NOS FONS PIETATIS – „König unerschaffener Majestät, der du die Erlösungsbedürftigen aus Gnade erlöst, erlöse uns, Quelle der Güte“.

Herz-Jesu Kirche[Bearbeiten]

Die Herz-Jesu-Kirche wurde 1904 errichtet.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Eugen Verpoorten erfand im Jahre 1876 in Heinsberg den Eierlikör. Das Haus an der Hochstraße, in der sich die Erfindung zutrug, gehörte zum Komplex des beim Bombenangriff am 16. November 1944 zerstörten ehemaligen Prämonstratenser-Stifts.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Zug der Erinnerung im Bereich des später angelegten Haltepunktes Heinsberg Kreishaus

Ein Bahnanschluss besteht von Heinsberg nach Lindern mit dortigem Anschluss an die Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach. Seit der Einstellung des Personenverkehrs im Jahre 1980 wurde Heinsberg bis 1994 zunächst noch im Güterverkehr angefahren. Nach Einstellung des Güterverkehrs auf dem Abschnitt zwischen Oberbruch und Heinsberg erfolgte 1997 die Stilllegung dieses Teilstückes, bis Oberbruch blieb die Strecke zur Bedienung des Gleisanschlusses des Chemiewerkes weiter in Betrieb.

Heinsberg war damit ab 1980 eine der wenigen Kreisstädte Deutschlands und die einzige in NRW, die im öffentlichen Personenverkehr nicht mit dem Zug erreicht werden konnte. Im Jahr 2013 wurde der Abschnitt Heinsberg-Oberbruch erneuert und die gesamte Strecke bis Lindern elektrifiziert. Seit Fahrplanwechsel im Dezember 2013 ist Heinsberg nach 33 Jahren wieder per Bahn im Personenverkehr erreichbar.

Busverkehr[Bearbeiten]

Zu den einzelnen Ortsteilen und Nachbarstädten bestehen Busverbindungen.

  • In Heinsberg beginnt die Buslinie 493, die in verschiedenen Linienführungen die Stadt Heinsberg mit dem Bahnhof Lindern verbindet. Bedient werden dabei die Ortsteile Schafhausen, Eschweiler, Oberbruch, Hülhoven, Dremmen, Porselen, Horst und Randerath.
  • Die meist stündlich verkehrende Schnellbuslinie 1 fährt den Geilenkirchener und den Erkelenzer Bahnhof an.
  • Zudem existiert eine zweite Linie (410) zum Geilenkirchener Bahnhof.
  • Die Verbindung zum Selfkant wird mit den Linien 436, 474, 472 und 475 hergestellt.
  • Die Verbindung in den Wassenberger und Gerderather Raum wird mit den Linien 405 und 413 realisiert.
  • Die Linie 401 bietet Verbindung mit dem Ratheimer und Hückelhovener Raum.
  • Ein zeitweise bestehende durchgehende, grenzüberschreitende Schnellbusverbindung der Veolia Verkehr (Linie 79) zwischen Roermond und Heinsberg wurde zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2008 wieder eingestellt.[13]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Heinsberg verfügt über eine Anbindung an die Autobahn A46 in der Nähe des Ortes Dremmen. Die Bundesstraße 221 führt durch das Stadtgebiet.

Ansässige Unternehmen und wirtschaftliche Lage[Bearbeiten]

Barocke Bürgerhausfassade und moderne Bankarchitektur in der Hochstraße

Heinsberg hat aufgrund seiner geografischen Lage, ausreichenden Gewerbegebieten, der Verkehrsanbindung und niedriger Gewerbesteuersätze gute wirtschaftliche Voraussetzungen. Der Kreis ist aufgrund wirtschaftlicher Probleme im Rahmen des Strukturwandels einer ehemaligen Zechenregion im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur ein D-Fördergebiet.

Medien[Bearbeiten]

  • Redaktion der Heinsberger Zeitung/Heinsberger Nachrichten
  • Die „HS-Woche“, eine kostenlose Wochenzeitung, Verlagssitz in Erkelenz
  • Das WDR-Fernsehen berichtet in der „Lokalzeit aus Aachen“ auch über Heinsberg
  • Bis zum 15. Mai 2007 sendete der Lokalsender „Welle West“ aus seinem Studio in Heinsberg ein Lokalprogramm für den Kreis Heinsberg. Welle West ist damit das erste nicht mehr bestehende Lokalradio in NRW.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Das Plateau des Burgberges ist Park und Veranstaltungsort
  • Kreisverwaltung Heinsberg
  • Kreispolizeibehörde
  • Amtsgericht
  • Gesundheitsamt
  • Zollamt
  • Justizvollzugsanstalt Heinsberg für jugendliche Gefangene, wird seit 2008 erweitert
  • Stadtbücherei

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Das Städtische Krankenhaus Heinsberg ist ein Krankenhaus in kommunaler Trägerschaft. Das Krankenhaus verfügt über die Fachabteilungen Chirurgie (Schwerpunkte: Unfallchirurgie, Visceralchirurgie und Gefäßchirurgie), Innere Medizin (Schwerpunkte: Kardiologie, Pneumologie, Gastroenterologie und Diabetologie), Gynäkologie, HNO und Anästhesie sowie ein augenärztliches OP-Zentrum, ein Diabetes-Zentrum und das Brustzentrum Heinsberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 21. November 1861 wurde das St. Josef-Stift als neues Armenhaus eröffnet, seit dem Jahr 1891 belegte man es vornehmlich mit Kranken. 1925 nahm in dem 50-Betten-Krankenhaus ein erster Chirurg seine Arbeit auf. Am 19. März 1929 wurde ein Neubau eröffnet.

Ab 1934 wurden im Krankenhaus Heinsberg Personen nach dem „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ vom 14. Juli 1933 zwangsweise sterilisiert. Spätere Untersuchungen haben ergeben, dass in einem Routineverfahren zwischen 1934 und 1944 wenigstens 239 sogenannte „rassisch minderwertige“ Menschen und eine unbekannte Zahl von Menschen aus dem regionalen Umkreis der Stadt Heinsberg zwangssterilisiert worden sind.[14] Am heutigen Städtischen Krankenhaus gibt es keine Erinnerung an die Opfer der NS-Zwangssterilisation.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Krankenhaus in den 1940er und 1950er Jahren wiederaufgebaut und erheblich erweitert. Seit 1981 wird das Städtische Krankenhaus nach dem Rückzug der Ordensschwestern in der Rechtsform einer GmbH mit der Stadt Heinsberg als alleiniger Gesellschafterin geführt. In den 1990er Jahren erfolgten weitere Erweiterungsbauten.

Bildung[Bearbeiten]

  • Grundschulen in Heinsberg, Unterbruch, Schafhausen, Grebben, Oberbruch, Dremmen, Randerath/Porselen, Straeten, Kempen, Kirchhoven, Karken
  • Hauptschulen in Heinsberg und Oberbruch
  • Realschulen in Heinsberg und Oberbruch
  • Kreisgymnasium in Heinsberg (KGH)
  • Don-Bosco-Schule für Lernbehinderte
  • Rurtal-Schule für Geistigbehinderte
  • Anton-Heinen-Volkshochschule
  • Jugendmusikschule

Institutionen[Bearbeiten]

  • Lebenshilfe für Behinderte e.V. mit seinen Einrichtungen: Kinderzentrum Triangel, Werkstatt für behinderte Menschen, Wohnstätten

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In diesem Abschnitt sind in Heinsberg geborene Personen oder Personen, deren Namen eng mit der Stadt Heinsberg verknüpft sind, aufgelistet.

  • Philipp I. von Heinsberg, * um 1130; † 13. August 1191 bei Neapel, Reichskanzler und Erzbischof von Köln, begraben in der Maternuskapelle des Kölner Doms
  • Engelbert II. von Heinsberg-Valkenburg * um 1220; † 20. Oktober 1274 in Bonn, war der 56. Erzbischof von Köln (1261–1274)
  • Johann von Heinsberg, als Johann VIII. Bischof von Lüttich 1419 bis 22. November 1455 (abgesetzt); † 19. Oktober 1459 Diest, begraben im Hochgrab der Herren von Heinsberg in St. Gangolf/Heinsberg
  • Johann Franz Oeben (* 9. Oktober 1721 in Heinsberg – 21. Januar 1763 in Paris) ab 1754 Ebenist du Roy Paris, Louis XV
  • Anne Marie Höhenrath geb. Wählen, * 4. Oktober 1791 im Stadtteil Kranzes (Oberbruch). † 28. Januar 1862. Ehefrau von Markus Höhenrath, Begleiter von Alexander von Humboldt in Südamerika und Autor von 'Eine Reise an das andere Ende der Welt'
  • Carl Joseph Begas, * 30. September 1794 in Heinsberg; † 24. November 1854 in Berlin, deutscher Maler
  • Hubert Jakob Talbot, * 4. Dezember 1794 im heutigen Stadtteil Randerath als Sohn des Notars Franz Theodor Talbot, siedelte sich in Aachen an, betrieb dort eine Marmorschleiferei, aus der 1838 die Waggonfabrik Talbot hervorging
  • Lorenz Heitzer, * 30. Januar 1858 in Grebben; † 29. Mai 1919 in Essen-Altenessen, Pädagoge und Schriftsteller
  • Mathieu-Joseph Jungbluth * 6. April 1807 in Heinsberg; † 6. Mai 1875 in Ixelles, Porträt- und Historienmaler der Düsseldorfer Malerschule, Schüler von Friedrich Wilhelm von Schadow, ab ca. 1839/40 in Mons als Porträtist und Zeichenlehrer tätig
  • Gerhard Rauschen, Professor für Kirchengeschichte an der Universität Bonn
  • Hein Minkenberg, Kunstprofessor, Bildhauer, * 12. März 1889 und aufgewachsen in Heinsberg, wohnhaft und † 12. November 1968 in Neuss, begraben in Heinsberg
  • Wilhelm Redieß (1900–1945), SS-Obergruppenführer, General der Polizei und Höherer SS- und Polizeiführer in Ostpreußen
  • Max Blancke * 23. März 1909 in Heinsberg; † 27. April 1945 in Hurlach, SS-Hauptsturmführer und Lagerarzt in mehreren Konzentrationslagern
  • Severin Corsten * 8. Dezember 1920 in Heinsberg; † 18. Oktober 2008 in Bonn, Bibliothekar, Historiker und Buchwissenschaftler
  • Wilhelm Willms (* 4. November 1930 in Rurdorf an der Rur, heute Linnich; † 25. Dezember 2002 in Heinsberg), Priester und Lyriker, Propst in Heinsberg
  • Rudolf Debiel (* 9. Februar 1931 in Porselen), deutscher Schauspieler, Autor und Produzent
  • Heinz Dohmen, * 23. August 1934 in Heinsberg, Architekt und Kunstprofessor, zwischen 1976–1999 Diözesan- und Dombaumeister des Ruhrbistums Essen
  • Heinz-Josef Fabry, * 14. Dezember 1944, Professor für das Alte Testament und die Geschichte Israels
  • Werner Kirsch, * 1. Februar 1956 in Heinsberg, Professor für Mathematik an der Fern-Universität Hagen. Sein Hauptarbeitsgebiet ist Mathematische Physik, Funktionalanalysis und die Beziehung von Mathematik und Politik
  • Friedhelm Frenken (* 2. September 1956), Fußballspieler
  • Gisela Nacken (* 8. Juli 1957), Politikerin
  • Daniel Wirtz (* 19. Oktober 1975), Rockmusiker

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • H. Seipolt (Bearb.): Heinsberg, Rheinland. In: Ulrike Puvogel, Martin Stankowski: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band I, 2. Auflage. Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 558.
  • Richard Jochims, Rita Müllejans-Dickmann: Kreisstadt Heinsberg. (= Rheinische Kunststätten. Heft 459). hrsg. Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, 2000, ISBN 3-88094-875-5.
  • Rita Müllejans-Dickmann, Wolfgang Cortjaens (Hrsg.): BEGAS HAUS Heinsberg. Band 1: Die Regionalgeschichtliche Sammlung. Band 2: Die Sammlung Begas. Wienand Verlag, Köln 2013, ISBN 978-3-86832-177-7 (Bd. 1), ISBN 978-3-86832-178-4 (Bd. 2)
  • Helmut Hawinkels: Heinsberg. Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-206-3.
  • Paul Clemen (Hrsg.); Karl Franck-Oberaspach, Edmund Renard (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. 8. Band, III: Die Kunstdenkmäler des Kreises Heinsberg. L. Schwann, Düsseldorf 1906.
  • Harry Seipolt: Ich war „minderwertig“. Aus dem Lebensbericht einer NS-Zwangssterilisierten. („Rassenhygiene“ im Krankenhaus Heinsberg). In: Geschichte im Westen. Halbjahreszeitschrift für Landes- und Zeitgeschichte. Jahrgang 8, Heft 2, Köln 1993, S. 193–200.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heinsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Heinsberg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Hubert Berens in: Heimatkalender des Kreises Heinsberg 1981. Eigenverlag des Kreises Heinsberg, Heinsberg 1981, S. 43.
  3. Hubert Berens in: Heimatkalender des Kreises Heinsberg 1986. Eigenverlag des Kreises Heinsberg, Heinsberg 1986, S. 22 ff.
  4. Kartenaufnahme von Heinsberg unter Tranchot, 1801–1828.
  5. Hauptsatzung der Stadt Heinsberg in der Neufassung vom 03. März 1988.
  6. Wilhelm Piepers: Bodendenkmäler und Funde im ehemaligen Kreis Geilenkirchen-Heinsberg. (= Archäologie im Kreis Heinsberg 1; Schriftenreihe des Kreises Heinsberg 5). Selbstverlag des Kreises Heinsberg, Heinsberg 1989, ISBN 3-925620-05-2, S. 140.
  7. Zur Einschätzung des Kirchberges als Vorburg siehe Wilhelm Piepers: Bodendenkmäler und Funde im ehemaligen Kreis Geilenkirchen-Heinsberg. (= Archäologie im Kreis Heinsberg 1, Schriftenreihe des Kreises Heinsberg 5). Selbstverlag des Kreises Heinsberg, Heinsberg 1989, ISBN 3-925620-05-2, S. 140.
  8. Toni Krings in: Heimatkalender des Kreises Heinsberg 1984. Eigenverlag des Kreises Heinsberg, Heinsberg 1984, S. 135 ff.
  9. Seite 25 des PDF (englisch)
  10.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 101.
  11.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 310.
  12. wahlergebnisse.nrw.de
  13. Informationen des Aachener Verkehrsverbundes zur Einstellung des durchgehenden Busverkehrs nach Roermond
  14. Harry Seipolt: Zwangssterilisation und NS-„Euthanasie“ in der Region Aachen. Aachen 1995, ISBN 3-89399-217-0, S. 50.