Cauer (Familie)

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Cauer ist eine weitverzweigte Familie von Künstlern, vornehmlich Bildhauern. Sie trat im Deutschland des 19. und 20. Jahrhunderts hervor. Die bis heute (in 6. Generation) bestehende Künstlerfamilie wurde von Emil Cauer dem Älteren (1800–1867), einem Schüler Christian Daniel Rauchs, begründet, der sich 1832 in Bad Kreuznach niederließ, und dort ein Atelier begründete, in dem er seine Söhne Karl und Robert Cauer den Älteren zu Bildhauern ausbildete.[1]. Seine Söhne Karl Cauer, Erfinder des Elfenbeingipses und Robert bauten das Unternehmen weiter aus. Die FamilieUmgang mit Neonazis im eigenen Dorf zieht 1856 in das 17 Jahre vorher erbaute spätklassizistische Haus, das fortan Wohn- und Arbeitsstätte der Familie mit mehreren Ateliers wird. Hier wurden von den Cauers bis zu 30 Mitarbeiter beschäftigt. Neben Marmorfiguren wurden vor allem Figuren aus Elfenbeingips gefertigt, die über Kataloge angeboten und in alle Welt vertrieben wurden. Daneben unterhielt Robert Cauer ein Atelier in Rom. Carl Cauer, der in Bad Kreuznach blieb, hatte mit seiner Frau Helene, die ebenfalls Bildhauerin war, fünf Söhne und 2 Töchter, die ebenfalls bis auf eine Tochter bildhauerisch tätig waren. Hanna Cauer (1902–1989) war die erste weibliche Bildhauerin, die mit dem Rom-Preis ausgezeichnet wurde[2]. Sie lebte bis 1989 im Cauer-Haus. Das Haus ging nach ihrem Tode an die Vorsitzende der 1993 gegründeten Cauer-Gesellschaft über. Nachdem die Vorsitzende der Gesellschaft, Ingeborg Best, 2011 verstorben war, errichteten deren Enkelin Carolin Best und ihre Schwiegertochter Ursula Geiss die Stiftung Cauer-Haus in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der das alte Haus und zahlreiche Werke der Cauer-Familie übertragen wurde.

  1. Emil Cauer der Ältere (1800–1867), Bildhauer
    1. Karl Cauer (1828–1885), Bildhauer
      1. Maria Helene Louise Mendelssohn geb. Cauer (1861–1928), Graphikerin, vh. mit Arnold Mendelssohn
      2. Robert Cauer der Jüngere (1863–1947), Bildhauer
        1. Walter Cauer (* 1905), Maler, Bildhauer und Grafiker
      3. Hugo Cauer (1864–1918), Bildhauer
        1. Hans Cauer (Chemiker), (1899–1962)
      4. Ludwig Cauer (1866–1947), Bildhauer
        1. Hanna Cauer (1902–1989), Bildhauerin
        2. Eduard Cauer (* 1905), Bildhauer und Maler
        3. Anna Cauer (* 1907)
      5. Emil Cauer der Jüngere (1867–1946), Bildhauer
      6. Anna Andres geb. Cauer (1868–1922)
      7. Hans Cauer (Maler) (1870–1900)
    2. Robert Cauer der Ältere (1831–1893), Bildhauer
      1. Carl Cauer (1864–1870)
      2. Elise Oertel geb. Cauer (1865–1919), vh. mit Richard Oertel
      3. Paul Cauer (1866)
      4. Stanislaus Cauer (1867–1943), Bildhauer
      5. Pauline Koch, geb. Cauer (1869–1953)
      6. Rudolf Cauer (1876–1948), Augenarzt
        1. Helmut Cauer (1906–1945), Architekt, Maler, Bildhauer
      7. Helene Bock geb. Cauer (1872–1927)
      8. Friedrich Cauer (1874–1945), Maler und Bildhauer
      9. Luise Hermeskeil geb. Cauer (1881–1940)
    3. Anna Gräfin von Kalckreuth, geb. Cauer (1829–1881), vh. mit Stanislaus von Kalckreuth
    4. Marie Rüpell geb. Cauer (1832–1914)
    5. Pauline Cauer (1834–1869)

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Freckmann, Angela Nestler-Zapp (Hrsg.): Die Bildhauerfamilie Cauer. Künstlerische Gestaltungen und gesellschaftliche Vorgaben (= Schriftenreihe des Freilichtmuseums Sobernheim. Nr. 17). Rheinland-Verlag, Köln 2000, ISBN 3-7927-1824-3.
  • Elke Masa: Die Bildhauerfamilie Cauer im 19. und 20. Jahrhundert. Neun Bildhauer aus vier Generationen – Emil Cauer d. Ä., Carl Cauer, Robert Cauer d. Ä., Robert Cauer d. J., Hugo Cauer, Ludwig Cauer, Emil Cauer d. J., Stanislaus Cauer, Hanna Cauer. Gebr. Mann, Berlin 1989, ISBN 3-7861-1582-6 (Zugleich: Berlin, Freie Univ., Diss., 1983).
  • R. Rossbach: Hanna Cauer. Dumont Presse, Köln 1963.
  • Anne Tesch: Die Bildhauerfamilie Cauer. 2. erweiterte Auflage. Harrach, Bad Kreuznach 1977; ISBN 3-88161-039-1. Früherer Titel: Kunstberühmte Hände. Biographie der Bildhauerfamilie Cauer. Harrach, Bad Kreuznach, 1967; DNB 458322008.
  • Bettina Vaupel: Zu Weihnachten Elfenbeingips. In: Monumente, Nr. 6, 2014, Seiten 52–54

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vaupel, S. 53
  2. Vaupel, S. 54