Fingerhakeln

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Fingerhakeln (Gemälde von Georg Schildknecht)
Fingerhakeln ohne Riemen

Das Fingerhakeln ist ein alter alpenländischer, vorwiegend in Bayern und Österreich betriebener Kraftsport.

Beim Fingerhakeln sitzen beide Gegner einander an einem Tisch gegenüber und versuchen, den Gegner am Finger zu sich herüberzuziehen. Durch körperliche Kraft, Überwindung des Dehnungsschmerzes und eine entsprechenden Technik kann der Gegner besiegt werden. In der Regel haken die Gegner dazu die Mittelfinger in einen Lederriemen ein, grundsätzlich ist jedoch jeder Finger erlaubt (mit Ausnahme des Daumens). Manchmal werden auch nur die Zeigefinger ohne Riemen ineinander gehakt. Hinter den beiden Haklern sitzen zwei Auffänger. Dazu kommen ein Schiedsrichter, ein Vorsitzender und zwei Beisitzer.

Angeblich wurden so früher im Alpenland Streitereien ausgetragen. Tatsächlich ist Fingerhakeln in seiner heutigen Form ein organisierter Sport. Lederriemen (ca. 10 cm lang und 6 bis 8 mm stark), Tisch (79 cm hoch, 74 cm breit und 109 cm lang), Hocker (40 mal 40 cm, 48 cm hoch) und Abstand zwischen der Mittellinie und den seitlichen Linien (32 cm) sind genormt. Jedes Jahr werden Bayerische, Österreichische, Deutsche und Alpenländische Meisterschaften in verschiedenen Gewichts- und Altersklassen ausgetragen.

Die Redewendung Jemanden über den Tisch ziehen – mit der Bedeutung: Jemanden (eher trickreich) besiegen, ausspielen – hat ihren Ursprung in diesem Volkssport, in dem nicht allein die Kraft, sondern vor allem die Technik den Ausschlag geben kann.

Siehe auch: Armdrücken

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fingerhakeln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien