Rheinische Post

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rheinische Post
Logo der Rheinischen Post
Beschreibung Abonnement-Tageszeitung
Verlag Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Erstausgabe 2. März 1946
Erscheinungsweise werktags
Verkaufte Auflage
(IVW 3/2014, Mo–Sa)
313.160 Exemplare
Reichweite (MA  2014) 861.000 Mio. Leser
Chefredakteur Michael Bröcker
Herausgeber Gottfried Arnold, Manfred Droste, Florian Merz-Betz, Irene Wenderoth-Alt, Ehrenherausgeberin Esther Betz
Weblink RP ONLINE
Artikelarchiv seit 2001

Die Rheinische Post (kurz RP) ist mit einer verkauften Auflage von 313.160 Exemplaren[1] eine der größten regionalen Abonnenten-Zeitungen in Deutschland. Sie wird seit 1946 von der Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH in Düsseldorf herausgegeben. Ihr Leitsatz lautet „Zeitung für Politik und christliche Kultur“. Sie galt lange Zeit als konservativ und CDU-nah.

Eigentümer[Bearbeiten]

Die Zeitung ist eine der alliierten Neugründungen in der Nachkriegszeit. Die britische Zeitungslizenz erhielten drei NSDAP-Gegner, der Politiker Karl Arnold, der Zeitungsverleger Anton Betz und der Rechtsanwalt Erich Wenderoth. Sie gründeten 1946 die Rheinisch-Bergische Verlagsgesellschaft mbH in Düsseldorf, von der die Rheinische Post seither herausgegeben wurde. Die Rheinisch-Bergische Verlagsgesellschaft mbH ist heute in Besitz von deren Nachfahren, den Familien Arnold, Betz, Droste und Wenderoth.[2][3]

Geschäftsführung[Bearbeiten]

Vorsitzender der Geschäftsführung der Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH ist seit Juli 2011 Karl Hans Arnold, stellvertretender Vorsitzender Patrick Ludwig. Geschäftsführer für das Ressort Finanzen ist Hans Peter Bork. Vor Arnold war Clemens Bauer von 1993 bis 2011 Geschäftsführer.[4]

Verbreitung[Bearbeiten]

Das Kernverbreitungsgebiet umfasst das Bergische Land und den Niederrhein einschließlich der Großstädte Düsseldorf, Duisburg, Krefeld und Mönchengladbach. Insgesamt gibt es 31 Lokalausgaben. Dazu zählen auch andere regionale Zeitungen wie die Neuß-Grevenbroicher Zeitung, das Benrather Tageblatt und, vom 1. Januar 2000 bis zum 31. Dezember 2009, das Bocholter-Borkener Volksblatt. Diese Regionalzeitungen übernehmen nur den überregionalen Teil und ergänzen ihn mit einem eigenen Regionalteil.

Erscheinungsweise[Bearbeiten]

Die Zeitung erscheint montags bis samstags in gedruckter Form und wird über den Einzelverkauf im Zeitungshandel und im Abonnement vertrieben. Samstags erscheint mit RP Plus zusätzlich eine kostenpflichtige elektronische Ausgabe als Download für das iPad, die sich auch abonnieren lässt.[5]

Redaktion[Bearbeiten]

Der im Juli 2005 als Chefredakteur berufene Sven Gösmann, vormals stellvertretender Chefredakteur der Bild in Hamburg, wechselte am 1. Januar 2014 als Chefredakteur zur Deutschen Presseagentur. Sein Nachfolger wurde Michael Bröcker, zuvor Leiter der Berliner Parlamentsredaktion der RP. Gösmanns Vorgänger Ulrich Reitz hatte eine Reihe redaktioneller Reformen umgesetzt und dabei auch den dpa-ticker abbestellt.[6] Chefredakteur-Stellvertreter ist seit 1998 Horst Thoren. Vorgänger von Reitz war Joachim Sobotta, der von 1969 bis 1997 als Chefredakteur die Zeitung maßgeblich prägte.

Karikaturen[Bearbeiten]

Von den siebziger Jahren an bis Mitte der achtziger Jahre wurden die politischen Karikaturen nur vom gebürtigen Rumänen Romulus Candea kreiert. Seit 1985 werden sie jedoch auch von Nik Ebert gezeichnet, insbesondere die zur Mönchengladbacher Lokalpolitik. Außerdem entwarf Nik Ebert den Comic „Düssel-Möwe“ für die Ausgaben der Region Düsseldorf. In den Regionalausgaben für den Raum Kleve und Geldern erscheint wöchentlich der Comic-Strip von „Patschel“, dem Niederrheinotter.

Kritik[Bearbeiten]

Im April 2014 gab die Verlagsleitung bekannt, dass Volontäre und Redakteure zukünftig über die Tochtergesellschaft RP Media beschäftigt werden. Anders als der Verlag ist die RP Media nicht tarifgebunden. Obwohl es der RP wirtschaftlich gut geht, werden somit zukünftig Personalkosten gespart. Als Grund wurde die Flexibilität des Verlages genannt.[7] Der DJV NRW kritisierte die Änderungen als „Dumping-Konditionen“, neben weniger Gehalt würden auch Ansprüche auf Weihnachtsgeld und Urlaub gekürzt oder ganz wegfallen.[8]

Auflage[Bearbeiten]

Die Rheinische Post hat ebenso wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 20,7 Prozent gesunken.[9] Sie beträgt gegenwärtig 313.160 Exemplare.[10] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 90,5 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[11]


Internet-Auftritt[Bearbeiten]

Das Logo von RP Online

Die Nachrichten-Seite der Rheinischen Post nennt sich RP Online und ergänzt die Print-Ausgabe durch aktuelle Meldungen. Von dort sind das Szene-Portal Tonight sowie das Online-Anzeigen-Portal kalaydo direkt verlinkt. RP online ist der reichweitenstärkste Online-Dienst einer regionalen Tageszeitung in Deutschland.[12][13] Gemeinsam mit Antenne Düsseldorf betreibt RP Online auch die Internet-Radiosendung Die Sendung mit dem Internet.[14]

Leser-Portal Opinio[Bearbeiten]

Von Anfang 2005 bis Ende November 2011 betrieb die Rheinische Post ein Leser-Portal unter dem Namen Opinio, in dem Leser und Interessierte sich registrieren konnten. Dann konnten sie eigene Artikel und Gedanken veröffentlichen. Diese Beiträge befassten sich vor allen mit den eigenen Vorlieben der Opinio-Mitglieder und sind weniger dem aktuellen Geschehen verhaftet als der traditionelle Journalismus.[15] Am 16. Februar 2005 erschien die erste gedruckte Ausgabe von Opinio, die eine Sammlung der besten Autoren-Beiträge beinhaltet. Opinio erschien in gedruckter Form monatlich als Beilage der Zeitung, wurde später jedoch eingestellt und daraufhin erschien einmal pro Woche eine Seite in der Zeitung mit Opinio-Artikeln. Opinio wurde als Verbindung von Internet und Printmedien 2005 mit dem European Newspaper Award in der Kategorie Innovation ausgezeichnet.[16][17] Am 3. Oktober 2011 teilte die Redaktion den Mitgliedern von Opinio in dem Beitrag mit, dass das Portal aufgrund der veralteten Infrastruktur eingestellt werden müsse.[18] Bis Ende November seien die Benutzerkonten noch zugänglich, zum Dezember würden die Server endgültig abgeschaltet. Den Kunden wurde ein Wechsel zu jimdo.com nahegelegt.[19]

TONIGHT.de[Bearbeiten]

RP Online betreibt außerdem das Szene-Portal TONIGHT.de, in dem über das Nachtleben in Düsseldorf, Krefeld, Moers, Neuss und Mönchengladbach und die dortigen Events ausführlich und mit Fotostrecken berichtet wird; darin können sich die Leser über zukünftige Termine informieren. Das Portal wurde im April 2011 einem Relaunch unterzogen. Seitdem steht den Nutzern auch eine Community zur Verfügung, in der Termine, Fotos und Nachrichten ausgetauscht werden können.

kalaydo.de[Bearbeiten]

Gemeinsam mit anderen regionalen Tageszeitungen im Rheinland betreibt die Rheinische Post seit März 2006 das regionale Online-Anzeigenportal kalaydo.de, in dem Stellen-, Immobilien-, Auto- und Kleinanzeigen aufgegeben werden können. Darüber hinaus bietet das als „regionales Findernet“ bezeichnete Online-Portal eine Börse für Ferienimmobilien sowie einen Ticketshop.

Beteiligungen der Mediengruppe[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Grund: [2], außerdem Überschneidung mit Rheinische Post Mediengruppe Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Die Rheinisch-Bergische Verlagsgesellschaft mbH, Holding der Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH, hält über die Aachener Nachrichten Verlagsgesellschaft GmbH & Co. KG einen Minderheitsanteil von 24,5 Prozent am Zeitungsverlag Aachen, der hervorgegangen ist aus der Fusion der beiden lokalen Tageszeitungen Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten.[20]

Die Mediengruppe hält eine Beteiligung von 30 % am Fernsehsender center.tv, Düsseldorf, gegründet von Andre Zalbertus, ebenso eine Beteiligung von 30 % am Fernsehsender Studio 47, Duisburg, gegründet von Sascha Devigne, Jürgen Schardt, Stephan Wesche und Jörg Zeiler, sowie eine Beteiligung von 75,2 % an der Fernsehproduktionsfirma AZ Media GmbH, gegründet von Andre Zalbertus.[21]

Seit 1. Januar 2013 ist die Rheinische Post Mediengruppe Mehrheitsgesellschafter der Saarbrücker Zeitungsgruppe mit rund 2.700 Mitarbeitern. Zur Saarbrücker Zeitungsgruppe gehören unter anderem vier Tageszeitungen (Saarbrücker Zeitung, Trierischer Volksfreund, Lausitzer Rundschau, Pfälzischer Merkur), diverse Magazine, Anzeigenblätter, Web- und iPad-Auftritte sowie IT- und Logistik-Dienstleister.[22]

Der Werbevermarkter der nordrhein-westfälischen Lokalradios Antenne Düsseldorf, Radio Neandertal, Radio Wuppertal, Radio 90,1 Mönchengladbach, Welle Niederrhein, NE-WS 89.4, Radio RSG und Antenne Niederrhein, die PFD Pressefunk GmbH[23][24], ist eine Tochtergesellschaft der Rheinische Post Mediengruppe.

Der Verlag der Mediengruppe hat ferner wesentliche Beteiligungen in Polen und in den Niederlanden. Auf dem tschechischen Zeitungsmarkt hat der Verlag eine starke Stellung. In Tschechien besitzt er die Nummer 1 und Nummer 3 unter den landesweit verbreiteten Zeitungen (Mladá fronta Dnes, Prag und Lidové noviny, Prag). Die MAFRA Holding wurde am 26. Juni 2013 von der „AGF Media a. s.“ aufgekauft, so dass in Tschechien keine Zeitungen mehr zur RP-Mediengruppe gehören.

In Polen besitzt der Verlag zwei Regionalzeitungen in Bydgoszcz (Express Bydgoski) und Toruń (Nowości).[25]

In den Niederlanden gehören die A en C Media B.V. aus Roermont mit über 60 Anzeigenblätter (u.a. Zondag + Trompetter) mit ca. 2,2 Millionen Exemplaren Gesamtauflage anteilig zur RP.[25]

Im Januar 2009 wurde bekannt gegeben, dass die Rheinisch-Bergische Verlagsgesellschaft mbH den Zeitungsverlag „Neusser Pressehaus GmbH“ zu 100 % übernimmt. Nachdem schon seit den 1950er Jahren 50 % der Neuß-Grevenbroicher Zeitung zum Verlag der Rheinischen Post gehörten, wird diese nun vollständig in den Konzern eingegliedert.[26]

Im Oktober 2009 übernahm die Rheinische Post Mediengruppe 40 % der Anteile an der DVV Media Group GmbH vom Geschäftsführenden Gesellschafter Dieter Flechsenberger.[27] Im August 2012 kaufte sie sich die Anteilsmehrheit an der Saarbrücker Zeitung, die Übernahme soll bis Januar 2013 stattfinden.[28]

Seit August 2014 ist die Rheinische Post Mediengruppe an der Kölner KlickUp GmbH beteiligt, die das Gebrauchtwagenportal PKW.de betreibt.[29]

RP DirektKom[Bearbeiten]

Die RP DirektKom ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Mediengruppe mit Sitz in Düsseldorf. Schwerpunkt des Geschäfts bildet der Direktvertrieb von Zeitungsabonnements der Titel der Mediengruppe über selbstständige HandelsvertreterInnen. Mit dem Vertrieb werden sowohl Privat- als auch Geschäftskunden angesprochen. Das im Mai 2009 als GmbH gegründete Unternehmen beschäftigt heute ca. 80 selbstständige VerkäuferInnen.[30]

Neben der Rheinischen Post verkauft die RP DirektKom auch Abonnements der Neuß-Grevenbroicher-Zeitung, der Solinger Morgenpost und der Bergischen Morgenpost. Außerdem besteht eine Kooperation mit dem NDV Magazin Verlag.

Der Absatzmarkt erstreckt sich über das gesamte Rheinland, abgedeckt werden neben dem Bergischen Land auch die Ballungsräume Düsseldorf, Duisburg, sowie der Rhein-Kreis Neuss und der Niederrhein.[31][32]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rheinische Post – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. laut IVW, drittes Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  2. Begleiter durch bewegte Zeiten. Rheinische Post. 30. März 2006. Abgerufen am 3. Juli 2014.
  3. Die größten deutschen Medienunternehmen 2008 (PDF, 89 kB) news aktuell Presseportal. Abgerufen am 3. Juli 2014.
  4. Bekenntnis zur Qualitätszeitung. Rheinische Post. 1. Juli 2011. Abgerufen am 7. Juli 2014.
  5. Das neue Abo-Modell von RP Plus. Rheinische Post. 14. Mai 2011. Abgerufen am 7. Juli 2014.
  6. Götz Hamann: Die gelbe Gazette: Wie sieht die Zeitung des 21. Jahrhunderts aus? Vielleicht wie die „Rheinische Post“. Sie hat in der Krise 170000 Leser hinzugewonnen In: DIE ZEIT Nr. 25 vom 12. Juni 2003, S. 22.
  7. Bülend Ürük: „Rheinische Post“: Tariffreie Gesellschaft muss nicht gegründet werden, es gibt sie schon. newsroom.de, 11. April 2014, abgerufen am 17. April 2014.
  8. DJV-NRW: „Dumping-Konditionen nicht schönreden“. DJV NRW, 11. April 2014, abgerufen am 17. April 2014.
  9. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  10. laut IVW, drittes Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  11. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  12. Journalist Online (Juni 2010): Lokaler Onlinejournalismus: DerWesten – oder: Woran regionaler Journalismus im Netz krankt
  13. Angebotsranking – Angebote im durchschnittlichen Monat: Übersicht gesamt: Januar bis März 2010
  14. http://www.sendung-mit-dem-internet.de/uber-die-sendung/
  15. www.medienheft.ch vom 16. April 2007: Bürgerjournalismus – Bedrohung oder Ergänzung der professionellen Medien? von Mirjam Kopp und Philomen Schönhagen
  16. www.medienhandbuch.de vom 18. Mai 2006 European Newspaper Award – Zeitungs-Oscar für Rheinische Post
  17. Die Gewinner des siebten European Newspaper Award
  18. http://www.jimdo.com/l/partner/opinio/
  19. In eigener Sache
  20. KEK: Mediendatenbank Aachener Nachrichten Verlagsgesellschaft GmbH & Co. KG, abgerufen am 8. März 2010
  21. Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich KEK AZ 386 (PDF, 78 kB)
  22. Website der Rheinische Post Mediengruppe [1]
  23. Funkkombi West
  24. Radiovermarkter in Deutschland (PDF, 214 kB)
  25. a b Karl Hans Arnold: 60 Jahre Rheinische Post – Die internationale Seite der Zeitung vom 30. März 2006
  26. Meldung des BDZV, 13. Januar 2009.
  27. Mediengruppe RP steigt bei DVV Media Group ein: Meldung in der Rheinischen Post, 29. September 2009.
  28. „Rheinische Post“ kauft „Saarbrücker Zeitung“. In: Handelsblattvom 8. September 2012, abgerufen am 11. September 2012.
  29. Neustart für PKW.de.In: Autohaus vom 8. August 2014. Abgerufen am 3. November 2014.
  30. www.rp-direktkom.de
  31. Rheinische Post, Artikel vom 4. September 2010, Beruf und Karriere, „Begegnung an der Tür“
  32. Düsseldorfer Anzeiger, Artikel vom 30. März 2011, „Verstärkung gesucht – Freier Handelsvertreter bei der RP DirektKom“