Fischerwerke

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Unternehmensgruppe fischer
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Rechtsform Unternehmensgruppe (Holding)
Gründung 1948
Sitz Waldachtal
Mitarbeiter 4.150 (2014)
Umsatz 633 Mio. Euro (vorläufig 2013)
Website www.fischer.de
Unternehmensgruppe fischer

Die Unternehmensgruppe Fischer ist ein deutsches Industrieunternehmen, das in den Bereichen Befestigungstechnik (Fischer-Dübel), Automobilinterieur, Konstruktionsspielzeug (Fischertechnik, FischerTIP) weltweit tätig ist. Die Unternehmensgruppe fischer ist aus der 1948 im baden-württembergischen Waldachtal gegründeten Artur Fischer GmbH & Co. KG hervorgegangen.

Unternehmensstruktur[Bearbeiten]

Das Familienunternehmen Fischer wird seit 1980 in der zweiten Generation von Klaus Fischer geführt. In den 1990er Jahren übernahm er die Mehrheitsanteile der Unternehmensgruppe von seinem Vater Artur Fischer. Seit 2001 lagen 98 Prozent der Anteile bei Klaus Fischer, jeweils ein Prozent bei seinen beiden Söhnen Jörg Klaus und Frank. Aktuell (2014) liegen 40% der Anteile bei den beiden Söhnen und 60% bei Klaus Fischer.[1] Zu Jahresbeginn 2011 übernahm Jörg Klaus Fischer die operative Leitung der Unternehmensgruppe fischer. Er hatte zuvor als Mitglied der Geschäftsführung seit 2008 im Bereich Befestigungssysteme Führungsverantwortung. Auf eigenen Wunsch verließ Jörg Klaus Fischer im März 2012 das Unternehmen wieder. Seither liegt die operative Führung erneut bei Klaus Fischer.[2]

2011 erwirtschaftete die Unternehmensgruppe mit rund 3900 Mitarbeitern weltweit einen konsolidierten Umsatz von 606 Millionen Euro. Rund Dreiviertel des Umsatzes wird im Ausland erzielt. Der Fertigungsanteil im Inland liegt bei über 50 Prozent. 2000 Mitarbeiter sind in Deutschland beschäftigt, davon über 1200 am Stammsitz Waldachtal. Weitere Standorte in Deutschland sind Horb (Automotive), Emmendingen und Denzlingen. Im Ausland produziert Fischer in Italien (Padua), Tschechien, China, Argentinien, Brasilien und in den USA. Fischer ist mit 43 eigenen Tochtergesellschaften in 32 Ländern vertreten, die Produkte werden in über 100 Ländern vertrieben. 2011 wurden aus der Belegschaft 13,2 Patente pro 1000 Mitarbeiter angemeldet (Industriedurchschnitt: 0,54). Über 35 Prozent der Patente werden in neue Produkte, Verfahren und Anwendungen umgesetzt (Durchschnitt: 10 Prozent).

Die Unternehmensgruppe ist in vier Geschäftsbereiche gegliedert: Mit Abstand größter Bereich ist der Bereich Befestigungssysteme. Fischer entwickelt, produziert und vertreibt chemische und Metallverankerungen sowie Kunststoffdübel für verschiedene Anwendungen und Baustoffe. Insbesondere die chemischen Befestigungssysteme haben zum Wachstum beigetragen. Zum etwa 6000 Artikel umfassenden Programm gehören Sortimente für die Sanitär-, Heizungs-, Lüftung- und Klimamontage, die Elektro- und Gebäudetechnik, Fassadensysteme, Befestigungen für Wärmeverbundsysteme, Bauchemie (Dicht- und Klebstoffe, Brandschutz) und Direktbefestigungen. Seit Juli 2009 führt fischer ein Sortiment von Holzschrauben mit 2700 Artikeln. Die Fischer AKADEMIE ist zuständig für Beratung, Bemessungssoftware und Produktschulungen. Fischer-Produkte wurden im Burdsch Chalifa, dem Gotthard-Basistunnel sowie zur Befestigung der überhängenden Glasfassade im Porsche-Museum in Stuttgart verwendet.

Der zweitgrößte Unternehmensbereich, Fischer automotive systems GmbH & Co. KG mit Sitz in Horb am Neckar entwickelt und produziert Interieurkomponenten für die Erstausrüstung von Automobilen. Neben Kinematikkomponenten wie Cupholdern und Aschenbechern gehören Ablagesysteme und Lüftungsdüsen zum Produktportfolio. Zu den Kunden gehören Automobilhersteller. Außer in Deutschland produziert Fischer automotive in Tschechien, China und in den USA. Der Grundstein für den Bereich wurde 1982 mit einem Aufbewahrungssystem für Musikkassetten (Fischer CBOX) gelegt.

Das Konstruktionsspielzeug fischertechnik wurde 1965 auf den Markt gebracht. Seit Anfang der 1980er Jahre lassen sich fischertechnik-Modelle mit dem Computer steuern. Außerdem wird es in der Industrie zur Simulation von Prozessen genutzt. Seit Ende der 90er Jahre ist zudem fischer TiP erhältlich, ein ökologisches Kreativmaterial aus Kartoffelstärke und Lebensmittelfarbe.

Das jüngste Fischer-Geschäftsfeld ist die 2004 gegründete Fischer Consulting. Sie berät Kunden bei der Optimierung ihrer Prozesse – mit dem Ziel, Verschwendung zu vermeiden. Grundlage ist das seit 2000 entwickelte Fischer ProzessSystem (fPS) zur Verschlankung aller Prozesse.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1948 in Hörschweiler im Waldachtal von Artur Fischer gegründet. Erste Produkte waren Webstuhlschalter und elektrische Feuerzeuge. Die Erfindung des Synchronblitzes sorgte 1949 für einen Wachstumsschub und den Umzug ins Nachbardorf Tumlingen. Mit dem S-Dübel, einem Spreizdübel aus Nylon im Jahre 1958 wurde fischer auf dem Befestigungsmarkt erfolgreich. Als weiteres Geschäftsfeld kam 1965 das fischertechnik-Baukastensystem hinzu. 1980 übernahm Klaus Fischer die Gesamtleitung der Unternehmensgruppe, die damals mit 1480 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 80 Millionen Euro erzielte. Unter seiner Regie wurde die Internationalisierung des Unternehmens vorangetrieben, der Umsatz versiebenfachte sich in der Folgezeit. Auch die Ausweitung der Produkte auf chemische und Metallverankerungen erfolgte ab dieser Zeit. 1982 stieg fischer mit der CBOX in die Produktion von Automobilkomponenten ein. 1993 übernahm fischer seinen Konkurrenten Upat aus Emmendingen, 1997 folgte die Firma Rocca. Der Automotive-Bereich wurde 2001 in die eigenständige Fischer automotive systems GmbH & Co. KG ausgegliedert. Auch für Fischertechnik wurde 2004 eine eigene GmbH gegründet. Der Geschäftszweig Prozessberatung nahm 2004 mit der Gründung der Fischer Consulting GmbH seine Tätigkeit auf. Seit 2009 fertigt Fischer neben Befestigungssystemen auch Holzschrauben.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22. Februar 2014, S. 15, Klaus Fischer im Reich der Ideen.
  2. Fischer: Dübel-Patriarch entmachtet den eigenen Sohn, Spiegel Online, 3. März 2012